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Torfestival in Hollenbach – war es der höchste FSV-Sieg in der Oberliga?

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Der Fußball-Oberligist FSV Hollenbach besiegte den FC Denzlingen mit 7:1. Jonas Limbach traf dabei dreifach. Es stellte sich danach eine große Frage: War es der höchste Heimsieg in der Oberliga bisher?

Jonas Limbach steuert zu dem deutlichen FSV-Erfolg drei Treffer bei.
Jonas Limbach steuert zu dem deutlichen FSV-Erfolg drei Treffer bei.  Foto: Marc Schmerbeck

Eine Antwort hatte niemand parat. Kurz vor der obligaten Pressekonferenz auf der Terrasse vor dem Sportheim fragte Trainer Martin Lanig, ob es so einen hohen Oberligasieg der Hollenbacher schon einmal gegeben habe? Schulterzucken. Niemand wusste wirklich, ob das 7:1 des FSV Hollenbach am Samstag gegen den FC Denzlingen der höchste Erfolg der Hohenloher war. War auch nebensächlich.

Hollenbach wollte ein Statement setzen

Wichtig war: "Wir wollten ein Statement setzen", sagte Martin Lanig. Denn die ersten drei Spiele der Hollenbacher in diesem Jahr waren nicht überzeugend gewesen. Aber: "Das war ein toller Befreiungsschlag. Ein Ausrufezeichen", freute sich Lanig. Vor allem nach dem schwachen Auftritt und bitteren 0:2 am Mittwoch beim SSV Reutlingen wollte er eine Reaktion sehen. Und diese gab seine Mannschaft mit Toren satt beim Schlachtfestspiel.

"Wir müssen jetzt wieder zu konstanter Form finden", sagte Torjäger Hannes Scherer, der seine Saisontreffer 17 und 18 erzielte. "Aber es geht in die richtige Richtung. Wir versuchen immer, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Und da waren wir auch effektiv." Scherer hatte zuvor einige Halbchancen von seinem Team in der ersten Viertelstunde gesehen.

Hollenbach beginnt schwungvoll und gerät in Rückstand

Immer wieder versuchte der FSV über seine schnelle Außen zum Erfolg zu kommen. Doch zunächst verteidigte Denzlingen gut und ging selbst mit seiner ersten Chance in Führung. In der 8. Minute landete ein abgefälschter Schuss von Alex Echner im Netz. "Da haben wir uns ohne Not selbst in Bedrängnis gebracht", ärgerte sich Martin Lanig. "Wir sind dann aber souverän zurückgekommen und haben die Tore auch gut herausgespielt."

Hollenbachs Hannes Scherer (Zweiter von rechts) verlängert nach einer Viertelstunde eine Freistoßflanke zum 1:1 ins lange Eck. Die Hohenloher gewinnen gegen Denzlingen souverän und rücken in der Tabelle auf Rang fünf vor.
Fotos: Marc Schmerbeck
Hollenbachs Hannes Scherer (Zweiter von rechts) verlängert nach einer Viertelstunde eine Freistoßflanke zum 1:1 ins lange Eck. Die Hohenloher gewinnen gegen Denzlingen souverän und rücken in der Tabelle auf Rang fünf vor. Fotos: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Der Ausgleich fiel nach einer Freistoßflanke, die Scherer mit dem Hinterkopf ins lange Eck verlängerte. Schon in der 14. Minute war wieder alles offen. Jonas Limbach legte in der 16. Minute schon das 2:1 nach. Für Gästetrainer Marco Dufner ging gefährliches Spiel voraus, als sich der Hollenbacher Mittelfeldspieler den Ball mit hohem Bein vorlegte. "Mein Gegenspieler war aber weit weg", meinte Limbach. Das 3:1 war ein Elfmetertor von Scherer (30.). Lorenz Minder war zuvor zu Fall gekommen. Dufner ärgerte sich über etwas anderes: "Der Ball war weit im Aus. Diese beiden Tore waren für mich nicht nachvollziehbar."

Denzlinger Torschütze muss mit der Roten Karte vom Platz

Der FSV überstand in der 41. Minute die einzige weitere brenzlige Situation vor dem Tor, als ein Fernschuss von Matthis Eggert gegen den Pfosten krachte. Als dann Echner (44.) mit Rot vom Platz musste, wurde es schwer für die Denzlinger. Der Stürmer hatte Krieger in der Nähe der Mittellinie überhart von hinten abgeräumt.

Nach der Pause zogen sich die Gäste noch weiter zurück und agierten passiv. Hollenbach drückte hingegen weiter aufs Tempo und Schiek erhöhte in der 59. Minute nach einem Eckball auf 4:1. Zwei Minuten später nutzte Limbach einen Abpraller zum 5:1. Lorenz Minder setzte sich durch, schloss ab, Torhüter David Bergmann wehrte mit dem Fuß ab, Limbach stand genau richtig und traf zum dritten Mal an diesem Tag. Weiter ging es zunächst mit zwei, drei Paraden von Bergmann, bevor Arne Schülke mit der Hacke zurücklegte und Krieger den Schlusspunkt zum 7:1 erzielte.

Hollenbacher haben wenig zu kritisieren

"Wenn man so hoch gewinnt, gibt es nicht viel zu sagen", meinte Martin Lanig. "Aber es gibt schon noch einige Dinge, die man besser machen kann. Es freut mich für die Jungs, weil sie es verdient haben. Mit dem Ergebnis können wir natürlich zufrieden sein."

War es nun der höchste Sieg des FSV?

Ob es nun der höchste Oberliga-Sieg war, wusste auch Manager Karlheinz Sprügel nicht. Er meinte aber: "Da bin sogar ich zufrieden. Bei einem 7:1 habe noch nicht einmal ich etwas zu meckern."

Eine Antwort auf die noch immer offene Frage, liefert die Internet-Plattform Transfermarkt.de, nach dem es der höchste Hollenbacher Sieg war - zumindest in der Oberliga. Dort stand bisher ein 7:2 gegen Spielberg aus der Saison 2012/13 zu Buche. Nur in der Verbandsliga gewannen die Hollenbacher noch höher - auswärts beim 8:0 gegen den TSV Heimerdingen (20/21).

 
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