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Das ist Jugger: Den Gegner mit der Pompfe in die Knie zwingen

Den Mannschaftssport gibt es seit Anfang der 1990er Jahre. Ein Team aus Lauffen ist in der weltweiten Rangliste Zehnter.

Alexander Bertok
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Lesezeit 2 Min
Das ist Jugger: Den Gegner mit der Pompfe in die Knie zwingen
Impressionen aus Spielen des Jugger Verein Lauffen: Es ist ein kurioser und sehenswerter Mannschaftssport mit viel Action.  Foto: privat

In Lauffen werden viele Sportarten angeboten. Es wird Fußball gespielt, gerudert, gesegelt und noch einiges mehr. Seit 2012 wird auch der noch junge Mannschaftsport Jugger betrieben. Ihren Ursprung hat diese Sportart im Spielfilm "Die Jugger - Kampf der Besten" aus dem Jahr 1989. Regisseur und Drehbuchautor David Webb Peoples erfand das Spiel für die Handlung des Films.

Wird im dem Kinostreifen äußerst brutal gegeneinander gekämpft, ist das reale Spiel hingegen ungefährlich. Jugger wird inzwischen weltweit gespielt, in Deutschland sind rund 150 Vereine aufgelistet. Die Mannschaft des Jugger Verein Lauffen wird in einer weltweiten Rangliste auf Platz zehn geführt. Gewertet werden die besten fünf Turnier-Platzierungen in einem bestimmten Zeitraum.

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Jeweils acht Akteure: ein Läufer, vier Pompfer, drei Auswechselspieler

Das ist Jugger: Den Gegner mit der Pompfe in die Knie zwingen
Jugger wird gespielt mit einem Läufer, vier Pompfern sowie drei Auswechselspielern.  Foto: privat

In diesem kurios anmutenden Sport treten zwei Mannschaften gegeneinander an, die jeweils aus acht Akteuren bestehen: einem Läufer, vier Pompfern sowie drei Auswechselspielern. "Ziel ist es, den Jugg, so heißt bei uns der Spielball, ins gegnerische Mal, quasi das Tor zu legen", erklärt Tom Dankel. Er ist einer der Spieler des Jugger Verein Lauffen, der zudem auch bei den Sportfreunde-Fußballern aktiv ist. Das Mal ist ein Schaumstofftrichter, und der Jugg hat ungefähr die Größe eines Rugby-Balls. Die Größe des Spielfeldes beträgt 40 mal 20 Meter mit stark abgeschrägten Ecken.

"Nur der Läufer kann für sein Team Punkte erzielen und wird durch seine Mitspieler, den Pompfern, vor den Gegnern geschützt", erzählt Dankel. Die vier Pompfer seien jeweils mit einem längeren oder kürzeren gepolsterten Stab - der Pompfe - oder einer Kette ausgestattet, mit denen gegnerische Spieler abgeschlagen werden können, um so ihrem Läufer den Weg zum Mal freizumachen. Natürlich wehren sich die Gegner und versuchen ihrerseits ihre Kontrahenten mit Pompfen anzugreifen, um so einen Spielzug zu stoppen.

Strafzeit muss abgekniet werden

"Spieler, die getroffen werden, müssen für einige Sekunden in die Knie gehen. Wird der Läufer abgeschlagen, muss er ebenfalls knien und den Jugg ablegen, der dann auch für den gegnerischen Läufer für einen Gegenangriff frei zugänglich ist", sagt Dankel. "Ein Läufer darf den Ball auch in die Nähe des gegnerischen Mals werfen, um ihn taktisch besser zu platzieren oder um auf Zeit zu spielen, wenn zwei oder drei eigene Pompfer ihre Strafzeit abknien."

Das ist Jugger: Den Gegner mit der Pompfe in die Knie zwingen
Die Strafzeit wird mit Trommelschlägen gezählt.  Foto: privat

Die Strafzeit beträgt fünf Trommelschläge im Abstand von jeweils 1,5 Sekunden. Wird man von der Kette getroffen, muss man für acht Trommelschläge knien. Wer zwei von drei möglichen Sätzen (gespielt wird auf fünf Punkte) gewonnen hat, ist der Sieger. Die Gesamtspielzeit beträgt 30 bis 40 Minuten.

Jugger wird in Lauffen seit 2012 gespielt, zuerst nur als Freizeitvertreib, später kamen erste Turnierteilnahmen hinzu.

Erst Schul-AG, dann Vereinsgründung 2020

"Dann wurde eine Schul-AG angeboten, und im Februar 2020 hat sich der Verein offiziell gegründet", erzählt Dankel, der 2019 vom Juggersport-Virus befallen wurde. "Schulkameraden und Freunde von mir waren in der Schul-AG aktiv und haben mich einfach mal zum Training mitgenommen." Der heute 19-Jährige ist dabeigeblieben und eines von 30 Vereinsmitgliedern - zehn davon sind weiblich. Beim Jugger gibt es keine Geschlechtertrennung und auch keine Altersbegrenzung, Frauen und Männer spielen in einem Team von 14 Jahren an aufwärts.

"Wir haben in diesem Jahr bereits an zehn Turnieren teilgenommen", berichtet Tom Dankel. Anfang September sei man bei einer Veranstaltung in Dresden Fünfter unter 28 Mannschaften - unter anderem aus Jena, München, Freiburg, Berlin, Kiel, Wien und Basel - geworden. Dankel nennt weitere gute Platzierungen: "Im April war es in Berlin Rang vier unter 22 Vereinen, und im Juli in Leipzig wurden wir Siebter von 20. Unser bisher größter Erfolg war der zweite Platz bei der deutschen Jugend- und Kindermeisterschaft 2019."

 


Turnier in Lauffen

Zum Abschluss der Freiluft-Saison richtet Lauffen am Samstag, 8. Oktober, ein ganztägiges Turnier auf dem Sportgelände Ulrichsheide aus.

 
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