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Wirtschaft in Heilbronn-Franken leidet – IHK-Chefin warnt: "Ich höre einen Hilferuf der Unternehmen"

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In fast allen Branchen in Heilbronn-Franken trüben sich Lage und Aussichten ein. Wovor die Hauptgeschäftsführerin Elke Döring konkret warnt.

Es sieht düster aus in der sonst so wirtschaftsstarken Region Heilbronn-Franken.
Es sieht düster aus in der sonst so wirtschaftsstarken Region Heilbronn-Franken.  Foto: Christophe Gateau/dpa

Wer aus der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage die positiven Punkte herausstellen will, ist schnell fertig: Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin robust. Ansonsten sieht es düster aus in der sonst so wirtschaftsstarken Region Heilbronn-Franken. "Ich höre einen Hilferuf der Unternehmen", sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring zur Vorstellung der Zahlen.

Stimmung so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr

Die Linien auf den Schaubildern gehen steil nach unten: Vom Optimismus der vergangenen Monate ist wenig übrig geblieben. Nur noch 35 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Lage positiv, 12 Prozent bereits als schlecht.

Bei den Erwartungen überwiegen erstmals seit Herbst wieder die pessimistischen Stimmen. "Und wir sehen leider kein Zeichen für einen Aufschwung", sagt Döring. Die Stimmung im Bezirk der IHK Heilbronn-Franken ist so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr.

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Wann reagiert die Politik?

Entsprechend bewertet sie die Ergebnisse auch als Hilferuf an die Politik: "Unsere Unternehmen müssen jetzt gehört werden von der Wirtschaftspolitik. Ich weiß gar nicht, wie laut man noch rufen muss, damit da was passiert."

Vor allem der fehlende Bürokratieabbau treibt die Unternehmen vermehrt um. Damit zusammen hingen Restriktionen und fehlende Planungssicherheit. "Wir müssen jetzt jedes Zahnrad in Bewegung bringen", so Döring. "Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig in bestimmten Bereichen."

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Auf dem Weltmarkt sieht es nicht gut aus

Die konjunkturelle Abkühlung ist allerdings nicht nur bedingt durch die schlechten Rahmenbedingungen im Inland. Weltweit lahmt die Nachfrage, was insbesondere die exportorientierte deutsche Wirtschaft betreffe, wie Döring weiter ausführt. Vor allem der wichtige chinesische Markt enttäuschte die Erwartungen. Das abrupte Ende der Null-Covid-Politik habe nicht zum erhofften "Frühlingserwachen" beim Exportgeschäft geführt.


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Zudem verdichten sich in den USA die Anzeichen, dass die Nachfrage sinkt. Europa ächzt unter der Energiekrise und der hohen Inflation. Achtmal habe die EZB nun die Zinsen schon erhöht. Alles in allem ein für Exporteure wenig verheißungsvolles Umfeld.

Produktionsverlagerung bereits im Gange?

Nicht abgefragt wurde in dieser Umfrage, inwieweit Unternehmen dabei sind oder planen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Döring ist aber überzeugt, dass diese Entwicklung bereits im Gange ist: "Der Fachkräftemangel führt nur dazu, dass die Produktionsverlagerungen, die stattfinden, auf dem Arbeitsmarkt noch nicht sichtbar sind."


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Insgesamt ist die Investitionsneigung der Unternehmen stark rückläufig, was die Situation mittelfristig noch verschärfen dürfte. "Deindustrialisierung ist ein Wort, das in unserem alltäglichen Wortschatz nahezu zurückgekehrt ist", sagt Döring. Diese Entwicklung betreffe die industriestarke Region Heilbronn-Franken ganz besonders.

Etwas diffuser sieht das Bild im Hotel- und Gaststättengewerbe aus. Es gebe hier mehr Optimisten, aber auch mehr Pessimisten. Insgesamt ist die Stimmung im Hotel- und Gaststättengewerbe von einer Seitwärtsbewegung geprägt.


Das sind wichtigsten Punkte der Umfrage

  • Industrieproduktion: erste deutliche Einbrüche
  • Handel: im Stimmungstief
  • Dienstleister: schwächeln
  • Bau: Auftragseinbußen und Fachkräftemangel schlagen durch
  • Beschäftigungserwartungen: erstmals negativ
  • Finanzielle Situation: Unternehmen klagen über zunehmende Engpässe
  • Fachkräftemangel: bleibt mit Abstand größtes Geschäftsrisiko
  • Investitionsneigung: stark rückläufig

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