"SZ": Galeria Heilbronn soll Chancen haben
Harte Einschnitte im Filialnetz und spürbar weniger Mitarbeiter kündigt der Galeria-Generalbevollmächtigte an. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Eine Untersuchung macht dem Standort Heilbronn "berechtigte Hoffnungen".
Bis Ende Januar soll Klarheit darüber herrschen, wie es mit den Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof weitergeht. Bislang drang wenig nach außen. Die Sanierer Arndt Geiwitz und Patrick Wahren halten sich aus nachvollziehbaren Gründen bedeckt.
Die "Süddeutsche Zeitung" hat eigene Überlegungen mithilfe einer Analyse von 2012 angestellt. Damals hatte Gerd Hessert, Professor für Handelsmanagement in Leipzig, alle Standorte untersucht. Ergebnis: Neben den Filialen an den Top-Standorten dürfen sich auch Heilbronn, Erlangen, Karlsruhe oder Konstanz "berechtigte Hoffnungen" auf eine Fortführung des Geschäfts machen".
Grundlage der Einschätzung ist, dass die Sanierer am Ende rund 60 der 131 Filialen schließen. Damit würde die Mehrzahl der Standorte erhalten bleiben. Ein entscheidender Faktor neben den Geschäftszahlen dürften die Eigentumsverhältnisse der Immobilie sein, das vermutet auch die "SZ". Die in Heilbronn gehört auch zu René Benkos Signa-Gruppe, dem Mutterkonzern von Galeria. Um Mieten muss hier nicht gefeilscht werden.
Galeria soll in ein paar Jahren profitabel sein
"Den größten Aderlass wird es in der Zentrale geben", sagte Geiwitz mit Blick auf den Personalabbau. Medienberichte, dass die Hälfte der 1200 Stellen dort gefährdet seien, stimmten aber nicht. Das sei "zu hoch gegriffen". In den Filialen, die der Konzern weiter betreiben wolle, werde man versuchen, so wenig Kündigungen wie möglich auszusprechen. "Wir haben jetzt schon zu wenig Fachkräfte." Auch wo Galeria-Filialen schlössen, müssten die Mitarbeiter nicht unbedingt arbeitslos werden. "Wir verhandeln noch mit Interessenten, die die Filialen nutzen wollen. Ich hoffe, dass wir Beschäftigte in zur Schließung vorgesehenen Filialen bei dem jeweiligen Erwerber unterbringen."
Wie viele Warenhäuser stehen vor dem Aus?
Mit Blick auf die geplanten Filialschließungen sagte Geiwitz: "Wir werden uns von Häusern trennen, die dauerhaft Verluste schreiben. Wie viele das sein werden, steht noch nicht fest." Galeria-Chef Miguel Müllenbach hatte - als der Konzern im Oktober Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchte - angekündigt, dass das Filialnetz um mindestens ein Drittel schrumpfen müsse.
"Ich bin davon überzeugt, dass die Galeria-Warenhäuser eine Zukunft haben, wenn auch nicht in ihrer derzeitigen Form", sagte der Sanierungsexperte Geiwitz nun. Galeria werde hoffentlich "in drei Kalenderjahren" wieder Gewinn machen, sagte er der "Wirtschaftswoche". Vorher fielen wegen der Umstrukturierungskosten etwa für Umbauten sicher Verluste an. In der "Lebensmittel-Zeitung" sprach er von "drei bis vier Jahren". Galeria-Eigentümer Signa sei bereit, dafür die nötigen 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, wenn der Insolvenzplan genehmigt werde.
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