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So stärkt die Region Heilbronn-Franken ihr Image

Beim Unternehmerforum in der Kreissparkasse Heilbronn präsentiert WHF-Chef Schumm die neue Kampagne, hinter der sich die Wirtschaft versammeln soll. Gleichzeitig wird der Handlungsdruck greifbar, der mit der x-ten Krise einhergeht.

Christian Gleichauf
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Lesezeit 3 Min
So stärkt die Region Heilbronn-Franken ihr Image
In Heilbronn-Franken ist "Platz für Originale": Andreas Schumm von der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF) präsentiert die neue Kampagne. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Die Region Heilbronn-Franken geht mit einer neuen Kampagne an den Start: #PlatzFürOriginale lautet der neue Slogan. Er soll von Unternehmen und Institutionen genutzt werden, um das Image der Region zu stärken, wie der Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft WHF, Andreas Schumm, beim Unternehmerforum Transformationsregion Heilbronn unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn gestern erklärte.

Der Claim ist bewusst zweideutig gehalten

"Die Region möchte bekannter werden", schickt Patrick Dufour von der Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn (WFG) als Moderator vorneweg. Schumm räumt anschließend nicht zum ersten Mal ein: "Die Region hat kein ausgeprägtes Image." Das braucht es aber, um im Werben um Fachkräfte erfolgreich zu sein. "Unternehmen weisen vielleicht auf die Stärken des eigenen Standorts hin, aber wir sind in der Lage, die Stärken der gesamten Region zu präsentieren."

 

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Die Stadt Heilbronn steckt viel Geld in ihre Bildungshäuser. Private Träger ergänzen die öffentlichen Einrichtungen, und da tut sich auch vieles.

Dazu wird es ab Juli eine breit aufgestellte Online- und Offline-Kampagne geben. Der sogenannte Claim ist dabei bewusst zweideutig: Hier ist der Platz für Originale - Unternehmen, Menschen, Produkte aus der Region. Gleichzeitig ist hier noch viel Platz für Originale, die es hoffentlich nach Heilbronn-Franken zieht.

Die Margen der Autozulieferer sinken

Dieser erste kleine Aufschlag ist eingebettet in einen Rahmen, der den Handlungsdruck nicht nur für eine neue Imagekampagne mehr als deutlich macht. Denn die Region steht vor riesigen Herausforderungen. Bei den Autozulieferern ist das besonders gut zu sehen.

Frank Biller, der als LBBW-Analyst die Entwicklungen in der Automobilindustrie im Blick hat, präsentiert dazu die aktuellen Zahlen. Wie die Margen bei den Herstellern auf zweistellige Werte in die Höhe schnellen, schmelzen sie bei den Zulieferern weg.

Das verflixte 41. Jahr oder: Die Zäsur kommt

Es ist also die Zeit, sich der Probleme bewusst zu werden und entsprechend zu reagieren. Wie man das tun kann, erläutert Gunther Wobser, Chef des Temperierspezialisten Lauda Dr. R. Wobser aus Lauda-Königshofen.

Er warnt davor, einfach weiterzumachen wie bisher, auch wenn das natürlich besonders einfach ist. Gleich zweimal zitiert er Aristoteles: "Wen die Götter zerstören wollen, dem senden sie 40 Jahre Erfolg." Denn etwas zu ändern, obwohl es vorwärts geht, erfordert ungemein viel Weitsicht.

"Vielleicht sind wir jetzt schon im 41. Jahr", meint Organisator und Kreissparkassen-Vorstand Marcus Nähser. Aber keiner wisse, wann die Zäsur kommt. Sicher sei nur, dass sie kommt. Die vergleichsweise guten Bilanzen der vergangenen zwei Jahre überdeckten, dass die Unternehmen Aufs und Abs erlebt haben. Dass auf den schwachen Auftakt in diesem Jahr ein Aufschwung folgt, sei nicht ausgemacht.

 

Die Erkenntnis, dass netzwerken hilft, ist noch nicht überall angekommen

Das Institut bietet mit dem Unternehmerforum nach dreijähriger Pause wieder eine Plattform für die Unternehmen, um sich zu informieren und zu vernetzen. Doch an die Teilnehmerzahlen der Veranstaltung 2018 kann sie nicht anknüpfen - wohl auch, "weil die Unternehmen derzeit vor allem mit sich selbst beschäftigt sind", vermutet Andreas Wagner, Divisionsgeschäftsführer des Münchner Familienunternehmens Iwis. Im vergangenen Jahr hat es die Schwaigerner Soehner Group übernommen. Die aktuellen Preissteigerungen seien so enorm, dass vielfach rote Zahlen drohten, vermutet er.

An den Ständen der Unternehmen rund um die Bühne gibt es Einblicke, wie weit die Digitalisierung teils schon gediehen ist. Alexander Söll vom Entwicklungsdienstleister CSI in Neckarsulm etwa zeigt ein Augmented-Reality-System, das bei Daimler bereits im Einsatz ist.

Die Mittelkonsole des A8, die er mitgebracht hat, kann er überlagern und visuell mit neuen Funktionen versehen oder virtuell auf den Boden stellen. Enwickelt wurde das System von der Digitalisierungseinheit Foxbyte, die vor sechs Jahren von CSI ausgelagert wurde, um Innovation zu beschleunigen.

 


Am Rande bemerkt

Eine wichtige Rolle bei der Transformation spielen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die sich beim Unternehmerforum ebenfalls präsentierten. Kleine Überraschung am Rande: Als Netzwerkerin der Technischen Uni München (TUM) in Heilbronn hat Loana Huth, zuletzt Direktorin der VHS Unterland, ihre Arbeit aufgenommen.

Unklar ist, wann das "Transformotive"-Projekt von WFG und WHF starten kann. Am 1. Juli soll es eigentlich losgehen. Doch die Zusage für die mehr als elf Millionen Euro Fördergeld des Bundes gibt es noch immer nicht.

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