Das Startup 100 Worte aus Heilbronn ist ein KI-Champion
Das Wirtschaftsministerium präsentiert neun Vorbilder zum Thema Künstlicher Intelligenz. Denn Baden-Württemberg soll international aufholen.

Das Land gibt Gas beim Thema Künstliche Intelligenz (KI). Einen Tag vor Bekanntgabe des KI-Innovationsparks Baden-Württemberg, bei dem sich Heilbronn beste Chancen ausrechnen darf (wir berichteten), vergab Landes-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) den Innovationspreis KI-Champions Baden-Württemberg. Unter den Gewinnern: das Heilbronner Unternehmen 100 Worte Sprachanalyse.
USA und China sind bei diesem Thema weit voraus
Hoffmeister-Kraut verkündete bei der Preisverleihung, sie habe KI zum "Chefinnen-Thema" gemacht. Baden-Württemberg solle Vorreiter werden. "Die Bemühungen tragen Früchte", erklärte die Ministerin.
Baden-Württemberg sei auf der KI-Landkarte der Plattform Lernende Systeme das stärkste aller Bundesländer. "Wir müssen uns allerdings messen mit den großen KI-Regionen USA und China", und da gebe es noch großen Aufholbedarf.
Vor allem der Mittelstand soll hier an die Künstliche Intelligenz herangeführt werden. Die Preise wurden deshalb in drei Kategorien vergeben - jeweils ein Preis an eine Forschungseinrichtung und an ein großes Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Weitere sieben Preise gingen an kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) mit weniger als 500 Mitarbeitern, darunter waren einige Startups.
Die erste Idee wurde noch einmal angepasst
So etwa der Preisträger aus Heilbronn, die 100 Worte Sprachanalyse GmbH. Simon Tschürtz und Daniel Spitzer hatten das Unternehmen 2017 mit der Idee gegründet, Menschen anhand der Auswertung der von ihnen geschriebenen Texte besser zu verstehen.
"Über Kundengespräche haben wir dann gelernt, dass es viel mehr darum geht, die richtigen Botschaften zu senden", erkärte Tschürtz. Und das macht die Software der Firma heute auch: Texte - etwa für Newsletter, Internet-Seiten oder Social Media - zu optimieren und auf die Zielgruppe anzupassen.
Fokus rückt mehr und mehr auf den Menschen
Damit gehört 100 Worte nun zum erlauchten Kreis der KI-Champions im Land. Das Startup soll ein Best-Practice-Beispiel geben, wie Künstliche Intelligenz eingesetzt werden kann. Der Mensch rückt dabei mehr und mehr ins Zentrum.
Das hatte auch die ägyptisch-amerikanische Informatikerin und Unternehmerin Rana el Kaliouby in ihrem Impuls-Votrag zuvor betont. KI könne heute erkennen, ob ein Fahrer aufmerksam ist oder ob ein Patient, der die Arztpraxis betritt, möglicherweise psychisch krank ist oder an Parkinson leidet.
Vieles möglich, alles wünschenswert?
Die damit verbundenen ethischen Fragen und der Datenschutz spielten dann natürlich eine wichtige Rolle, erklärte die Wissenschaftlerin. Besonders was den Datenschutz angehe, sei man in Deutschland sehr "skeptisch", das habe sie selbst schon erlebt, und das gehöre eben zu den kulturellen Unterschieden.
So verwundert es auch nicht, dass etwa die Prenode GmbH aus Karlsruhe solch einen typisch deutschen Schwerpunkt setzt: Sie hat ein System für dezentrales maschinelles Lernen für Industriemaschinen entwickelt, das ohne Cloud und ohne den Austausch sensibler Daten auskommt. Datenschutzkonform eben.
Die weiteren Preisträger
Weitere Preisträger sind: das Fraunhofer-Institut für für Physikalische Messtechnik aus Freiburg, Voith aus Heidenheim mit einem System zur optischen Erfassung der Altpapierqualität sowie unter den kleineren Unternehmen Adtelligence aus Mannheim, Aleph Alpha aus Heidelberg, Incontext-Technology (INCTEC) aus Heidelberg, Qymatix Solutions aus Karlsruhe und Vialytics aus Stuttgart.




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