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Betriebsratswahl: Reinhold Würth schließt Frieden mit der IG Metall

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Die Gewerkschafter haben bei der Wahl in dieser Woche die meisten Stimmen auf ihre Liste vereint. Für die Warnung von Reinhold Würth im Vorfeld gab es indessen doch einen Grund.

Reinhold Würth. Foto: dpa
Reinhold Würth. Foto: dpa  Foto: Marijan Murat (dpa)

Alle Warnungen halfen nichts. Die IG Metall war diesmal auch bei der Betriebsratswahl der Würth-Muttergesellschaft AWKG erfolgreich. Mit rund 30 Prozent für die eigene Liste plus weiterer Mitglieder auf einer zweiten wird sie künftig 15 von 35 Sitzen in der Arbeitnehmervertretung haben.

Nach einem Gespräch zwischen IG-Metall-Vertretern und Reinhold Würth soll es nun allerdings einen Neuanfang in der Beziehung zwischen der Gewerkschaft und dem Familienunternehmen geben.

Friedmann: "Wie man in den Wald hineinruft"

Konzernchef Robert Friedmann verteidigte bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch noch einmal den Brief, den Reinhold Würth im April an die Beschäftigten geschickt hatte. Darin empfahl der 87-Jährige, nicht die Liste der IG Metall zu wählen.

"Es ist ein gutes Recht des Eigentümers, sich zu diesem Thema zu äußern", erklärte Friedmann - und konnte sich einen Satz doch nicht verkneifen: "Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück."


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Ein Hinweis, dass doch etwas vorgefallen war? Das Unternehmen hatte betont, dass es aktuell nichts gegeben habe, was für Verstimmung gesorgt haben könnte. Sowohl der Chef der Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG), Norbert Heckmann, wie auch Reinhold Würth sollen ohne konkreten Anlass ihre Briefe formuliert haben - was nicht gänzlich glaubwürdig erschien.

Trotz des persönlichen Anschreibens von Reinhold Würth an jeden Beschäftigten lag die Wahlbeteiligung bei der Betriebsratswahl nur knapp über 50 Prozent. Foto: dpa/Montage: HSt
Trotz des persönlichen Anschreibens von Reinhold Würth an jeden Beschäftigten lag die Wahlbeteiligung bei der Betriebsratswahl nur knapp über 50 Prozent. Foto: dpa/Montage: HSt  Foto: dpa/Montage: HSt

Ein Gespräch mit Reinhold Würth - auch über die Fehler

Betriebsrat und IG-Metall-Kandidat Jürgen Daffner räumt nun aber ein: "Ja, es gab Kommunikationsfehler, und es gab Missverständnisse - beiderseits." Welche Fehler und Missverständnisse genau, verrät auch er nicht. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden.

"Wir hatten am Montag ein klärendes Gespräch mit Professor Würth, nicht als Betriebsrat, sondern als Gewerkschafter", erzählt Daffner. Die IG Metall habe den Gesprächsfaden nach zwei Jahren wieder aufnehmen wollen und Würth habe das Angebot angenommen.

Das Gespräch sei sehr positiv verlaufen. "Wir wollen enger zusammenarbeiten. Nur die Autorität des Betriebsrats darf natürlich nicht untergraben werden", sagt Außendienstler Daffner.


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Gewerkschafter werden bei Würth nicht benachteiligt

Reinhold Würth habe betont, dass Gewerkschafter bei Würth nicht benachteiligt werden. Auch Robert Friedmann verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Würth mehrere Unternehmen zugekauft habe, in denen es bereits einen Betriebsrat gegeben habe. Und mit all diesen Gremien arbeite man "hervorragend" zusammen.

Der Mutterkonzern hatte allerdings rund 36 Jahre lang statt eines Betriebsrats einen sogenannten Vertrauensrat, der nicht nach dem Betriebsverfassungsgesetz konstituiert war und somit auch kein Mitbestimmungsrecht hatte. Die Ära endete, als 2019 der AfD-Funktionär und Würth-Mitarbeiter Daniel Hurlebaus eine erste Betriebsratswahl initiierte. Bei dieser Wahl schafften es mehrere der AfD-nahen Vertreter ins Gremium, die IG Metall errang neun Sitze.


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Kein Festhalten am Vertrauensrat

Stärkste Kraft blieb damals allerdings der ehemalige Vertrauensrat. Dass man mit den Kandidaten aus deren Reihen auch weiterhin gerne zusammenarbeiten würde, nachdem das teils über Jahrzehnte gut funktioniert habe, sei doch nachvollziehbar, so Konzernchef Friedmann am Mittwoch.

Da wusste er allerdings noch nicht, dass bei der am Vortag zu Ende gegangenen Betriebsratswahl dann doch die Liste der IG Metall die Nase vorn haben würde. Nach dem Ergebnis erklärte AWKG-Chef Heckmann nun: "Ich bin mir sicher, dass wir auch mit dem neuen Betriebsrat in einem fairen und konstruktiven Austausch gute Ergebnisse für die Mitarbeiterschaft erzielen werden."


Das neue Gremium

Die Beteiligung an der Betriebsratswahl der Adolf Würth GmbH & Co. KG lag diesmal mit 52,1 Prozent deutlich niedriger als vor zweieinhalb Jahren bei der ersten Wahl. Sieben von neun Listen sind künftig im Gremium vertreten. Das höchste Wahlergebnis erzielte die Liste Team IG Metall mit 29,8 Prozent der Stimmen. Dahinter folgt die Liste Herzblut mit 24,1 Prozent, aus deren Reihen der bisherige Vorsitzende kam und die sich aus Mitgliedern des ehemaligen Vertrauensrates zusammensetzt.

Das neu gewählte Gremium hat wie bisher 35 Mitglieder und kommt am nächsten Mittwoch zur konstituierenden Sitzung zusammen. Dann wird auch der oder die neue Vorsitzende gewählt. Nicht automatisch kommt hier ein Vertreter der IG Metall zum Zug.


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