Stimme+
Wolfsburg/Detroit
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bei der Chipkrise ist Besserung in Sicht

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Volkswagen ist wie viele andere Hersteller im dritten Quartal aufgrund des Halbleitermangels stark belastet. In den USA und Europa gibt es aber Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten ist. VW-Chef Diess fordert dennoch Einsparungen.

von Christian Gleichauf und dpa
Der Mangel and Halbleiterchips bremst derzeit alle Autobauer. Erstmals hört man von verschiedenen Seiten aber, dass sich die Situation etwas entspannt. 
Foto: dpa
Der Mangel and Halbleiterchips bremst derzeit alle Autobauer. Erstmals hört man von verschiedenen Seiten aber, dass sich die Situation etwas entspannt. Foto: dpa  Foto: Jan Woitas

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis setzt ebenso wie der Volkswagen-Konzern nach einem Produktionseinbruch infolge des Halbleitermangels auf eine Besserung der Lage. "Der Trend ist positiv", erklärt Stellantis-Finanzvorstand Richard Palmer. GM in den USA geht davon aus, dass ab November keine Schichten mehr wegen fehlender Chips gestrichen werden. Von Normalbetrieb sind aber alle noch weit entfernt.

Experten wie auch die Verantwortlichen der großen Autohersteller gehen aber auf jeden Fall davon aus, dass 2022 noch von Engpässen geprägt sein dürfte, teils könnte sich das Problem bis 2023 hinziehen.

Audi sagt noch nichts dazu

Bei Audi in Neckarsulm gibt es auf Nachfrage noch keine Information über die derzeitigen Aussichten. Audi legt morgen die Finanzkennzahlen zum dritten Quartal vor und will dann Stellung nehmen.

Bislang war die Lage angespannt - so wie im gesamten VW-Konzern, dessen drittes Quartal von Produktionsausfällen geprägt war. Trotzdem war der Konzern im dritten Quartal im Tagesgeschäft profitabler als von Experten erwartet.


Mehr zum Thema

Für mehr als 20 Millionen Euro hat Vishay im Telefunkenpark eine neue Chipfabrik gebaut. Der Betrieb soll im Oktober starten.
.
Foto: Heiko Fritze
Stimme+
Heilbronn
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Warum es bei den Chips boomt


Milliardengewinn trotz Absatzeinbruch

VW lieferte im dritten Quartal weltweit rund ein Viertel weniger Autos an die Kunden als im Vorjahreszeitraum aus. Gemessen am Absatzeinbruch fielen die Finanzzahlen für Juli bis September recht gut aus. Der Umsatz ging um rund vier Prozent auf 56,9 Milliarden Euro zurück.

Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern blieb mit 2,8 Milliarden Euro rund zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Renditeziel für 2021 bestätigte VW. Das liegt mit an Porsche, das einen kräftigen Gewinnsprung hinlegte. Audi verbuchte einen operativen Gewinn von rund einer Dreiviertelmilliarde Euro.


Mehr zum Thema

Ende 2022 soll das neue Multifunktionsgebäude der Technischen Entwicklung bei Audi in Neckarsulm fertiggestellt sein. Dort wird es Platz für Werkstätten, Prüfstände und Büros geben − unter anderem für die Batterie-Entwicklung.
Fotos: Audi
Stimme+
Neckarsulm
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Alte und neue Welt laufen bei Audi parallel weiter


Diess fordert Einsparungen

Die Kernmarke VW Pkw verzeichnete ein operatives Minus von 184 Millionen Euro. Bei Seat und Skoda waren es etwas geringere Verluste.

Das nahm Vorstandschef Herbert Diess am Donnerstag zum Anlass, weitere Einsparungen einzufordern. "Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen einmal mehr, dass wir die Verbesserung der Produktivität im Volumenbereich jetzt konsequent vorantreiben müssen."

Die Massenmodelle sind am stärksten von der Chipflaute betroffen. Der Konzern bemüht sich, vorhandene Elektronikbauteile vorzugsweise in die rentableren Modelle von Marken wie Porsche und Audi einzubauen und den Hochlauf der batterie-elektrischen Autos nicht zu gefährden. Sparprogramme wie der "Zukunftspakt" bei der Marke VW sollen für mehr Profitabilität sorgen.

Derzeit arbeitet der Konzern weiter an der Steigerung der Produktivität in den Werken und will die Fixkosten senken, auch um mit der neuen Fabrik des US-Elektrorivalen Tesla in Grünheide bei Berlin mithalten zu können.

Auch die Konkurrenz hat teils mit herben Rückschlägen zu kämpfen

Bei Stellantis sank die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge konzernweit im dritten Quartal um 27 Prozent auf 1,13 Millionen Stück. Der Umsatz fiel - weil mehr teure Autos verkauft wurden - nur um 14 Prozent auf 33 Milliarden Euro. Zu Stellantis gehören neben Opel Marken wie Alfa Romeo, Fiat, Citroen, Chrysler, Maserati und Peugeot. Zum Vergleich: Der Umsatz von GM sank im dritten Quartal um rund ein Viertel auf 27 Milliarden Dollar. Bei Ford sank der Umsatz um fünf Prozent auf 36 Milliarden Dollar.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben