Heilbronn
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Mit Mut und viel Geduld zur eigenen Hundeschule

Von den Behörden ausgebremst: Céline Köhler und Jelena Resnikow mussten lange warten, bis sie ihr Unternehmen gründen konnten. Am 1. Dezember gehen sie mit ihrer mobilen Hundeschule für die Region Heilbronn an den Start. Auch eine Hundepension ist geplant.

Jürgen Paul
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Mit Mut und viel Geduld zur eigenen Hundeschule
Céline Köhler (links) und Jelena Resnikow mit ihren Hunden Maya und Bucks. Die Freundinnen engagieren sich auch im Tierschutz in Griechenland. Foto: privat  Foto: Neckarpfoten

Am Mittwoch, 1. Dezember, geht für Céline Köhler und Jelena Resnikow ein Traum in Erfüllung. An diesem Tag starten die beiden jungen Frauen mit ihrer mobilen Hundeschule Neckarpfoten. Dann dürfte auch der Ärger vergessen sein, der sich bei den Gründerinnen in den vergangenen Monaten aufgestaut hat.

Traum geht in Erfüllung

Denn eigentlich wollten Köhler (27) und Resnikow (30) schon längst mitten in der geliebten Arbeit stecken. Ende Oktober 2020 schieden die beiden Hundetrainerinnen bei ihrem Arbeitgeber, einer Hundeschule im Landkreis Heilbronn, aus. Schnell war ihnen klar, dass sie sich zusammentun würden. "Es ist der Traum jedes Hundetrainers, sich selbstständig zu machen", sagt Céline Köhler.

Und weil sich Köhler und Jelena Resnikow von der gemeinsamen Arbeit her kannten und gut befreundet sind, wagten sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Idee: eine mobile Hundeschule für die Region Heilbronn gründen, ohne festen Platz, sondern mit Einzel- oder Gruppen-Terminen bei den Kunden oder draußen. "Die Nachfrage ist sehr groß", sagt Resnikow.

Keine Ausnahme für die erfahrenen Trainerinnen

Doch der Eifer der beiden Frauen wurde von den Behörden ausgebremst. Denn bevor man eine Hundeschule eröffnen darf, muss man auch als erfahrene Hundetrainerin erst eine Zusatzprüfung beim Veterinäramt ablegen.

Kein Problem, dachten Köhler und Resnikow, reichten im November die entsprechenden Anträge und Formulare beim Amt ein. "Dann ging das große Warten los", berichtet Resnikow. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden zu dieser Zeit so gut wie keine Prüfungen statt, da neben den Prüflingen auch Prüfer und Kunden vor Ort sein müssen. Die Hundetrainerinnen hofften aufgrund ihrer Erfahrung auf eine Ausnahmegenehmigung - vergeblich.

Parallel meldeten sie sich bei der Arbeitsagentur arbeitslos. "Die saßen uns im Nacken, wollten wissen, wann es endlich losgeht", erinnert sich Jelena Resnikow. Doch ohne die erforderlichen Prüfungen war die Gründung der Hundeschule nicht möglich. Und das Veterinäramt Heilbronn vertröstete die beiden Frauen immer wieder.

Keine Prüfungen möglich

"Eigentlich wollten wir an Ostern starten", blickt Céline Köhler zurück. Tatsächlich konnten die Hundetrainerinnen die theoretische Prüfung erst im August und die praktische Prüfung Ende September in Karlsruhe ablegen - mit Erfolg. Zwischendurch musste Jelena Resnikow noch ein Bewerbungstraining absolvieren, das die Arbeitsagentur Heilbronn von ihr verlangte.

"Die Aussage ,Ich mache mich selbstständig" reicht dort nicht", sagt die Tübingerin, die wie Céline Köhler in Heilbronn wohnt. Den erhofften Gründungszuschuss der Agentur bekamen sie nicht.

Doch auch ohne fremde Hilfe brennen die Hundetrainerinnen darauf, am nächsten Mittwoch endlich loslegen zu können. Die zähen Monate des Wartens haben Köhler und Resnikow genutzt, um rasch startklar zu sein: Sie konzipierten die Website, legten Accounts in Social-Media-Kanälen an, tüftelten an Logos und Flyern und betrieben fleißig Mund-zu-Mund-Propaganda.

Großen Bedarf erkannt

Und mit der mobilen Hundeschule haben sich die Unternehmerinnen nur den ersten Traum erfüllt. "Wir wollen auch eine Hundepension eröffnen, denn der Bedarf ist unfassbar groß", kündigt Céline Köhler bereits den nächsten Schritt an.

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