Erneut Unmut über vermeintlich intransparentes Vorgehen der Kupferzeller Verwaltung
Im Zuge des bald startenden Anbaus fürs Goggenbacher Feuerwehr-Magazin gibt es Irritationen über die Finanzierung: Die UWG-Fraktion kritisiert die massive Kostensteigerung und die Kommunikation von Bürgermeister Christoph Spieles.

Die Goggenbacher Feuerwehr bekommt demnächst einen neuen Anbau für ihr Magazin. Doch darüber gab und gibt es allerhand Irritationen bei einigen Gemeinderäten. Der Grund? Einerseits die immense Verteuerung des Vorhabens. Denn: Noch vor nur 18 Monaten sollten die neuen Garagen und der Innen-Ausbau - freilich auf geschätzter Basis - noch lediglich rund 300.000 Euro kosten.
"Jetzt sind wir bei 647.000 Euro reinen Baukosten: Bis zur Sitzung am 26. April dieses Jahres hat der Gemeinderat nie etwas von den eklatanten Mehrkosten in Höhe von 347.000 Euro erfahren", sagt Rats-Urgestein Peter Lemke. "Das kann mir kein Mensch erklären. Da stimmt etwas nicht!" Nicht zuletzt dies ist Ursache, dass seine Fraktion - die UWG - viele Fragen an die Verwaltung um Bürgermeister Christoph Spieles hat.
Diese wurden ihm schriftlich übersandt. In der Sitzung erhoffte man sich nun Antworten vom Rathauschef, die für öffentliche Transparenz hätten sorgen können: Doch die einzige Antwort lautete lapidar: "Geben Sie mir ein paar Tage Zeit! Ich werde Ihre E-Mail rechtzeitig beantworten. Punkt."
Antworten? Fehlanzeige
Spieles schien sichtlich bemüht, in Anwesenheit von Presse und Publikum keine Debatte dazu aufkommen zu lassen. Und so brachte lediglich Kämmerer Claus Vaas später wenigstens etwas Licht ins Dunkle - als Lemkes UWG-Kollege Jürgen Häckel sich trotz der ersten rüden Abfuhr traute, nochmals auf eine der Ungereimtheiten hinzuweisen, die er und seine Fraktion sehen: Denn die Kritiker wundern sich, dass die Baukosten - oder wenigstens Teile davon - überhaupt nicht im Haushaltsplan des laufenden Jahres auftauchen: Wurde hier womöglich gemauschelt oder vertuscht?, fragen sie sich unter anderem.
Dies wäre besonders brisant vor dem Hintergrund, dass es ja erst unlängst in Kupferzell einen mittleren Skandal um die Kostenexplosion des neuen Schulhofs gegeben hat, über welche die Gemeinderäte erst ein Jahr später informiert worden waren.
Die Erklärung des Kämmerers: Rund 340.000 Euro - also rund die Hälfte der Gesamtkosten - seien im Etat des Vorjahres bereitgestellt und der Löwenanteil bislang nicht ausgegeben gewesen.
Wie werden die Mehrkosten finanziert?
Im Rahmen einer sogenannten Ermächtigungsübertragung könnten nun 328.000 Euro ins laufende Jahr transferiert werden. "Warum steht dann eine Null im Plan?", fragte Häckel. Der Kämmerer: "Weil ich davon noch nichts wusste." Und: "Bis zur Deadline im April ging die Kämmerei von keinen Mehrkosten aus." Das Ganze sei ein "normaler Vorgang", beeilte sich Spieles zu versichern.
Das sah Rat Häckel anders: "Nicht korrekt" sei die Kommunikation der Verwaltung. Und wie finanziert man die hohen Zusatzkosten? Peter Lemke zur HZ: "Der Etat 2023 ist ja schon eingedampft worden: Nun müssen mit den Planungskosten erneut 400.000 Euro rausgestrichen werden, damit er noch genehmigt werden kann."
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