Stimme+
Diplomatisches Spitzentreffen
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Sicherheitskonferenz: Ärztin aus Neckarsulm wenig begeistert von Einschränkungen

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Sabine Miltenberger und Nelli Hennig stammen aus der Region Heilbronn und leben inzwischen in München: Wie die Ärztin und die Journalistin die Sicherheitskonferenz erleben und was sie stört.

Sicherheitskonferenz in München, das bedeutet auch: Straßenzüge und Bereiche in der Innenstadt sind abgesperrt. Durch kommt nur, wer einen ausführlichen Sicherheitscheck durchlaufen hat und ein Plastikschild um den Hals trägt, das ihn als registrierten Teilnehmer der Konferenz ausweist. Für Anwohner und Passanten bedeuten die Maßnahmen hingegen: Sie gelangen drei Tage lang nicht oder nur mit erheblichem Aufwand in Büros, Wohnungen oder Praxisräume.

Sicherheitskonferenz in München: Ex-Neckarsulmerin hat Praxis mitten in Sicherheitszone

„Der Betrieb unserer medizinischen Praxis wird dadurch schon erheblich eingeschränkt“, sagt die Münchner Gynäkologin Dr. Sabine Miltenberger. Ihre Praxis Pranner 15 ist nur wenige Gehminuten vom Bayerischen Hof entfernt und liegt mitten in der Sicherheitszone. „Der Laborfahrer kann am Freitag nicht zu uns kommen, deshalb müssen wir alle Patientinnen, bei denen eine Blutabnahme nötig ist, ins Krankenhaus schicken“, sagt Miltenberger, die aus Neckarsulm stammt und am dortigen Albert-Schweitzer-Gymnasium Abitur gemacht hat.

Sicherheitskonferenz bedeutet hohen Verwaltungsaufwand für Frauenärztin

Auch der Verwaltungsaufwand sei groß: „Wenn eine Patientin für den Tag einen Termin hat, braucht sie von uns eine offizielle Bestätigung auf Praxispapier, um durchgelassen zu werden und mit dem Auto kommen und bei uns parken, das geht auch nicht.“ Briefkästen im Sicherheitsbereich würden zugeklebt, Gullideckel versiegelt: „Das ist schon ein enormer Aufwand, und wofür?“, fragt sie. „Renommee bringt das doch nicht. Mir wäre es lieber, die Veranstaltung würde aus der Innenstadt raus verlagert.“   

Frühere Stimme-Redakteurin Nelli Hennig: Polizeipräsenz normal 

Nelli Hennig, frühere Stimme-Redakteurin und nun Vize-Vorsitzende des Presseclubs München, sagt dagegen, als normaler Münchner merke man wenig von der Konferenz: „Man darf nur nicht den Fehler machen, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Sonst steht man unter Umständen, weil Straßen abgesperrt sind.“ Ansonsten seien die Münchner an hohe Polizeipräsenz und Blaulicht in ihrer Stadt gewöhnt, das sei in solch einer Metropole normal.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben