Stimme+
Wahlkampf
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Heilbronner Verdi-Sprecher sieht Krankheitstage-Aussage von Kanzler Merz kritisch

  
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Bundeskanzler Friedrich Merz beklagte bei seinem Wahlkampf-Auftritt in Bad Rappenau einen hohe Zahl von Krankheitstagen bei Arbeitnehmern in Deutschland. Der Bezirksgeschäftsführer von Verdi Heilbronn hält das für fehl am Platz.

  

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Christian Störtz, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer von Verdi Heilbronn, hält die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz zu hohen Krankheitstagen von Arbeitnehmern in Deutschland für überzogen. „Man sollte meinen, er hätte gerade Besseres zu tun“, sagt Störtz mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen. Aber es gehöre wohl „zur normalen Begleitmusik einer CDU-Kanzlerschaft“, die Interessen von Arbeitgebern zu vertreten.

Beim Wahlkampfauftritt in Bad Rappenau hatte Merz am Freitag den hohen Krankenstand kritisiert. Für den Bundeskanzler zu viel, um die deutsche Wirtschaft wieder auf stabile Füße zu stellen. 

Krankheitstage: Gewerkschafter kritisiert Merz und verweist auf Fakten

Störtz verweist darauf, dass es zuletzt gar keinen Anstieg von Krankheitstagen gegeben habe, sondern die Zahl der Krankheitstage bereits 2024 schon bei 14 lag. Seit 2022 gebe es einen Anstieg, dieser sei aber aus seiner Sicht „einfach einer besseren Erfassung“ geschuldet und einem besseren Datenmaterial für das Statistische Bundesamt. Zumal man sehen müsse, „dass da eine demografische Komponente“ dabei sei.


Die Masse der Beschäftigten sei zwischen 50 und 60 Jahre alt, und im Alter nähmen die Zipperlein zu. Zudem gebe es eine „massive Arbeitsverdichtung unter den Beschäftigten“. Merz Äußerung zu den Krankheitstagen sieht er ähnlich kritisch wie immer wiederkehrende Vorschläge, eine Lohnfortzahlung am ersten Arbeitstag abzuschaffen, so Störtz.

Krankschreibung per Telefon: Gewerkschafter warnt vor Rückschritt bei medizinischer Erreichbarkeit

Auch den Vorstoß, die telefonische Krankschreibung wieder abzuschaffen, hält Störtz für falsch. Vielleicht sei es manchen ganz recht, wenn der kranke Kollege zuhause bleibe. Dazu komme, dass es heute unter Umständen sehr schwierig sein könne, einen schnellen Arzttermin zu bekommen – insbesondere für Menschen im ländlichen Raum, die dafür dann „krank einen halben Tag lang unterwegs“ sein müssten.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben