Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert hohen Krankenstand
Beim Wahlkampfauftritt in Bad Rappenau hat Friedrich Merz den hohen Krankenstand in Deutschland kritisiert. Für den Bundeskanzler zu viel, um die Wirtschaft wieder auf stabile Füße zu stellen. Auch die telefonische Krankschreibung stellt Merz infrage.
Bei seinem Wahlkampfauftritt in Bad Rappenau hat Bundeskanzler Friedrich Merz auch nicht an Kritik gespart. Vor allem den hohen Krankenstand in Deutschland mahnte er an. In der Schweiz, so Merz, werde im Durchschnitt deutlich länger gearbeitet, rund 200 Stunden mehr pro Jahr.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hierzulande reiche trotz des hohen Engagements vieler Beschäftigter nicht aus, um den bestehenden Wohlstand und die umfangreichen staatlichen Leistungen dauerhaft zu sichern. Die wirtschaftliche Dynamik zu erhöhen – das hatte Merz deshalb früh zu einem zentralen Ziel seiner Politik erklärt, auch vor dem Hintergrund internationaler Konkurrenz, einer schwächelnden Konjunktur und des demografischen Wandels.

Friedrich Merz kritisiert hohen Krankenstand: Bereitschaft zur Arbeit stärken
Erschwert werde dieses Vorhaben aus seiner Sicht durch die im internationalen Vergleich hohe Zahl an Fehltagen. „14,5 Tage, das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“ Merz stellte in diesem Zusammenhang die Frage, ob die bestehenden Regelungen noch zeitgemäß seien, und verwies auf den zunehmenden Fachkräftemangel sowie den steigenden Druck auf Unternehmen, ihre Produktivität zu sichern. Es gehe darum, die Bereitschaft zur Arbeit zu stärken und die vorhandene Arbeitskraft besser zu nutzen.
Die während der Corona-Pandemie eingeführte Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung sei damals sinnvoll und notwendig gewesen, wirke unter den heutigen Rahmenbedingungen jedoch eher kontraproduktiv. Aus Sicht der CDU brauche es daher eine Rückkehr zu strengeren Regeln, um „Fehlanreize“ zu vermeiden.
Mehr geleistete Arbeitsstunden stärken laut Merz die gesamtwirtschaftliche Leistung
Grundsätzlich folge diese Position einem klaren wirtschaftspolitischen Leitbild: Mehr geleistete Arbeitsstunden stärkten die gesamtwirtschaftliche Leistung, stabilisierten die Finanzierung des Sozialstaats und erhöhten langfristig den Wohlstand. In Zeiten wachsender Ausgaben und sinkender Erwerbsbevölkerung sei dies eine zentrale Voraussetzung, um den Lebensstandard zu halten.
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