Thomas Strobl äußert sich nach Landtagswahl – künftige Gespräche mit den Grünen?
Nach der Landtagswahl stehen CDU und Grüne vor Gesprächen. Im Wahlkreis Heilbronn hat Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) das Direktmandat gewonnen. Jetzt äußert er sich gegenüber der Heilbronner Stimme.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl zieht nach dem Gewinn des Direktmandates im Wahlkreis Heilbronn erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Viele seiner Parteifreunde sehen ihn als gewichtigen Strippenzieher im Hintergrund, der auch künftig eine hervorgehobene Rolle in der CDU spielen könnte.
Nach dem Patt bei den Parlamentssitzen gilt es zwar als sicher, dass Cem Özdemir trotz der derzeitigen verbalen Geplänkel Ministerpräsident wird, doch ansonsten eröffnen sich viele neue Optionen. So könnte das Amt des Landtagspräsidenten geteilt werden – die ersten 2,5 Jahre könnte es Strobl ausfüllen, danach die bisherige Landtagspräsidentin Muhterem Aras.
Thomas Strobl über Koalition mit Grünen: „Stabiles demokratisches Mitte-Lager“ nötig
Zu diesen Spekulationen, die derzeit in Stuttgart die Runde machen, wollte sich Strobl gegenüber der Heilbronner Stimme nicht äußern. Aber er spricht deutliche Worte über die künftigen Schritte. „Wir haben eine herausfordernde Lage: Wir brauchen ein stabiles demokratisches Mitte-Lager, um die Herausforderungen zu stemmen und die Probleme der Menschen zu lösen, schließlich um unsere Demokratie gegen ihre Feinde zu verteidigen. Die Grünen haben hier leider auf den letzten Metern das Klima im Wahlkampf ziemlich vergiftet – und nach dem Wahlsieg hocken sie herablassend auf dem hohen Ross. Nun wird man sehen, ob und wie Cem Özdemir den eigenen Laden wieder in Ordnung bringt“, sagt Strobl.
Kritik an Cem Özdemir: Landesinnenminister Thomas Strobl findet deutliche Worte
Der 65-Jährige kritisiert den Grünen-Spitzenkandidaten im Gespräch mit der Heilbronner Stimme auch direkt: „Freilich wird es mit seiner arroganten und herablassenden Tonlage nicht gelingen, eine gute Grundlage für Gespräche mit der CDU zu legen. Im Interesse des Landes sollte er hier lieber ein grünes Entgiftungsprogramm auflegen, statt weiter Grüne im Wahlkampfmodus verharren zu lassen. Jetzt geht es um das Land und darum, Baden-Württemberg bestmöglich für die nächsten Jahre aufzustellen.“
Was seine eigenen Ambitionen angeht, zitiert er den Spruch des ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel: „In dem Sinne halte ich es auch für mich persönlich: Erst das Land, dann die Partei und dann die Person.“
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