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Nur 1,5 Prozent per Telefon: AOK widerspricht Kanzler Merz in Krankmeldungs-Debatte

  
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Bei der AOK Heilbronn-Franken sieht man keinen Beleg für Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Wahlkampf-Aufritt in Bad Rappenau. Der Verband Unternehmer Baden-Württemberg dagegen pflichtet Merz bei.

  

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Bei der AOK Heilbronn-Franken blickt man differenziert auf die von Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem CDU-Wahlkampfauftritt in Bad Rappenau ausgelösten Debatte um einen hohen Krankenstand und der elektronischen Krankschreibung als Ursache.

Kritik an Krankschreibung ohne Faktenbasis: Nur 1,5 Prozent per Telefon

„Für die Annahme, dass die telefonische Krankschreibung Ursache für den hohen Krankenstand in Deutschland ist, gibt es keinen faktischen Beleg“, sagt Geschäftsführerin Katja Wennes. Nur 1,5 Prozent der Krankschreibungen seien 2024 über die telefonische Krankschreibung erfolgt. Das habe jüngst eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen gezeigt.


Nachweisbar sei hingegen, dass seit Corona die Anzahl der Atemwegserkrankungen zugenommen habe. Ein weiterer Grund sei, dass mit Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) die Arztpraxen verpflichtet seien, die Krankmeldungen elektronisch an die Kassen zu übermitteln. Dies dürfte zu einer vollständigeren Erfassung der AU-Bescheinigungen beigetragen haben. 

Unternehmerverband: Krankenstand in Deutschland im internationalen Vergleich extrem hoch

Anders sieht man die Thematik beim Verband Unternehmer Baden-Württemberg (UBW). UBW-Hauptgeschäftsführer Oliver Barta verweist darauf, dass der Krankenstand in Deutschland im internationalen Vergleich extrem hoch sei, „teils doppelt so hoch wie in anderen europäischen Ländern“. Dies verursache enorme volkswirtschaftliche Schäden. „So ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall mit rund 80 Milliarden Euro pro Jahr die teuerste Sozialleistung, die allein von den Arbeitgebern finanziert wird.“ Deshalb sei es richtig und notwendig, sich wie Bundeskanzler Merz über Ursachen und Gegenmaßnahmen Gedanken zu machen.

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