SPD in der Region Heilbronn-Hohenlohe nur noch einstellig
Während im Stadtkreis Heilbronn, in Neckarsulm und Untereisesheim die SPD noch besser abschneidet, dünnt das Ergebnis im ländlichen Bereich vor allem Richtung Hohenlohe klar aus.
Mit 5,5 Prozent bei den Zweitstimmen hat die SPD einen historischen Tiefstwert bei den Landtagswahlen eingefahren. Die Folge: Nur noch zehn Abgeordnete ziehen über die Landesliste in den neuen Landtag ein. Aus der Region Heilbronn-Hohenlohe gibt es keinen einzigen mehr: Klaus Ranger (Wahlkreis Neckarsulm) verliert sein Mandat.
Persönlich, so der erklärte der zweifache Großvater Klaus Ranger im Kandidatenporträt der Heilbronner Stimme, habe er mit nunmehr 65 Jahren das „Rentenalter“ erreicht. Aber natürlich hätte sich der Neckarsulmer Sozialdemokrat weiter gerne eingebracht. Er habe sich schon in den vergangenen fünf Jahren eher als SPD-Abgeordneter für die ganze Region von Eppingen bis Hohenlohe verstanden.
Klaus Ranger vor allem in Neckarsulm und Untereisesheim besser als seine Partei
Der Blick auf die Wahlbezirke von Eppingen im Kraichgau bis Mulfingen in Hohenlohe zeigt: Nirgends erreichen die Sozialdemokraten bei den Zweitstimmen zweistellige Werte. Am höchsten ist der „Wahlerfolg“ in Untereisesheim mit 8,4 Prozent. Jürgen Emig, Vorsitzender des Ortsvereins, stellt fest: „Untereisesheim war schon immer sozialdemokratisch geprägt.“

Die Bekanntheit und Präsenz von Klaus Ranger macht sich hier wie in Neckarsulm vor allem bei den Erststimmen bemerkbar: Als Direktkandidat hat er im gesamten Wahlkreis mit 9,4 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis als seine Partei, das in Neckarsulm mit 14,7 Prozent und Untereisesheim mit 14,3 Prozent nochmal deutlich besser ausgefallen ist.
Blick auf die Wahlbezirke zeigt: SPD teilweise unter fünf Prozent
Aber in der Breite hat die SPD in vielen Wahlbezirken sogar „unterpunktet“: Wie im Abitur ist auch bei der Wahl die „Fünf“ die magische Grenze. Ob Punkte oder Prozent: Wer die Fünf nicht erreicht, fliegt raus. In Cleebronn hat die SPD mit nur 3,2 Prozent das schwächste Ergebnis der Region und wäre nicht im Landtag vertreten.
Während im Stadtkreis Heilbronn die SPD noch besser abschneidet, dünnt das Ergebnis im ländlichen Bereich vor allem Richtung Hohenlohe klar aus. Mit Ausnahme von Niedernhall und Weißbach: Dort wird traditionell viel SPD gewählt.
Nach der Wahlniederlage sind viele Sozialdemokraten ratlos
Warum die SPD so schlecht abgeschnitten hat, können sich die Mitglieder selbst kaum erklären. Auch Jürgen Emig führt das auf die Zuspitzung des Wahlkampfes zurück. „Am Ende ging es doch nur noch um Özdemir oder Hagel.“ Da seien die kleineren Parteien eben „unter die Räder gekommen“. Oder, wie es Klaus Ranger am Wahlabend ausgedrückt hat: „Die SPD droht zur Splitterpartei zu werden.“
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