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SPD entwickelt sich zur Splitterpartei: Wahlparty in Heilbronn fällt aus

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Mit nur 5,5 Prozent der Stimmen hat die SPD in Heilbronn und Hohenlohe nicht gerechnet. Im Willy-Brandt-Haus treffen sich die Kandidaten der Wahlkreise Eppingen, Neckarsulm und Heilbronn. Die deutliche Niederlage drückt die Stimmung. 

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Die Prognose von 5,5 Prozent um 18 Uhr lässt die Mienen bei der SPD erstarren. „Wir haben eigentlich einen guten Wahlkampf gemacht“, sagt Armin Englert aus Gundelsheim. „Der Zweikampf Özdemir-Hagel hat nochmal viele Stimmen abgezogen.“ 

Gerade mal 25 Personen verfolgen in der SPD-Zentrale an der Neckarmeile die ersten Hochrechnungen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Der neuerliche Einbruch – die Sozialdemokraten haben ihr schlechtes Ergebnis von vor fünf Jahren nochmals halbiert – wird mit verhaltenem Galgenhumor überspielt. Der Neckarsulmer Klaus Ranger zeigt sich selbstkritisch: „Die SPD entwickelt sich zur Splitterpartei.“ Mit einem Ministerpräsident Özdemir könne er aber besser leben als mit einem Ministerpräsident Hagel, sagt Ranger.


Heilbronner SPD-Kandidatin Tanja Sagasser-Beil dankt mit Tränen in den Augen

Die Heilbronner Kandidatin Tanja Sagasser-Beil dankt ihren Mitstreitern mit Tränen in den Augen. Sie wolle heute Abend „gar nicht viel einordnen, dazu bin ich gar nicht in der Lage“. Aber sie danke allen, die Plakate geklebt oder an den Infoständen mitgeholfen haben. 

Ohne Abgeordnete und Büros in der Region werde es schwer. „Es muss künftig alles ehrenamtlich gemacht werden. Aber lasst uns unterhaken und weiter für die Menschen im Stadt- und Landkreis arbeiten.“ Bettina Fischer aus Eppingen nimmt die Niederlage wie viele mit Galgenhumor. „Wir dachten eigentlich, noch schlechter kann es nicht werden. Auf geht’s!“ Man hoffe eben, bei der nächsten Wahl wieder mehr mitmischen zu können. 

Kandidat Jonas Aberle aus Hohenlohe: „Es ist desaströs!“

Enttäuscht sind auch die etwa 20 Menschen, die bei der Wahlparty der SPD in Öhringen sind, berichtet Direktkandidat Jonas Aberle. „Es gibt nichts zu beschönigen, das Wahlergebnis ist desaströs.“ Er ist sich sicher: Durch den Zweikampf um den Wahlsieg und die Frage nach dem künftigen Ministerpräsidenten zwischen Grünen und CDU hat die SPD gelitten. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich die Stimmen auf die beiden Parteien aufgeteilt haben.“ Die SPD habe die richtigen Themen gesetzt, „jetzt müssen wir sehen, warum wir damit nicht gelandet sind“. Der Anspruch der Partei sei jedenfalls höher. Aberle steht auf Platz 41 der Landesliste und wird nicht in den Landtag einziehen.

Region hat künftig keinen SPD-Abgeordneten mehr

Damit habe die komplette Region keinen SPD-Abgeordneten mehr, stellt Klaus Ranger fest. Der Neckarsulmer hat bisher als einziger Abgeordneter Eppingen, Heilbronn, Neckarsulm und Hohenlohe vertreten. Mit der erstarkten AfD die Rolle der Opposition zu übernehmen, graust dem bisherigen Abgeordneten Ranger. „Das wird sehr schwierig werden.“ 

Bettina Fischer (Eppingen), Klaus Ranger (Neckarsulm) und Tanja Sagasser-Beil (Heilbronn, von links) sind über das Abschneiden der SPD alles andere als erfreut.
Bettina Fischer (Eppingen), Klaus Ranger (Neckarsulm) und Tanja Sagasser-Beil (Heilbronn, von links) sind über das Abschneiden der SPD alles andere als erfreut.  Foto: Lina Bihr

Katharina Spohrer dankt den Kandidatinnen Tanja-Sagasser-Beil und Bettina Fischer und auch Klaus Ranger. „Ihr habt nichts falsch gemacht!“ Der Einsatz der Stellvertreter und der vielen Ehrenamtlichen sei hoch gewesen, sagt Armin Englert. „Aber die anderen haben mehr Wähler an die Urne gebracht.“ 

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