Klaus Ranger (SPD): In der Ortsmitte Wohnraum schaffen
Klaus Ranger (SPD) sitzt für den Wahlkreis 20 Neckarsulm seit 2021 im Landtag. Angesichts der schlechten Umfragewerte bangt der 65-Jährige um sein Mandat.

Klaus Ranger ist ein „Spätberufener“: Erst mit 60 Jahren ist er 2021 als Nachfolger von Reinhold Gall für die SPD im Wahlkreis 20 in den Landtag eingezogen. Als gelernter Bankkaufmann und langjähriger Immobilienmakler ist ihm das Thema Wohnen wichtig: „Es fehlen fast 200 000 Wohnungen im Land. Da wäre sehr viel mehr möglich!“
Weniger Bürokratie und Vorschriften, dafür mehr Förderung: Dies würde dazu beitragen, den „sozialen Sprengstoff“ abzubauen. „Junge Leute, aber auch Senioren können sich die eigene Wohnung kaum noch leisten.“ Projekte wie in Amorbach, bei denen neben Wohnraum die Nahversorgung oder ein Ärztehaus im Fokus stehen, sind für den Sozialdemokraten der richtige Ansatz.
Klaus Ranger (SPD) will Wohnraum in den Zentren für Jung und Alt
Man beobachte in Dörfern, aber auch Stadtteilen, oft den „Doughnut-Effekt“: „Die Ortsmitten bluten aus, an den Rändern wird gebaut. Gerade aber Ältere wollen in ihrem sozialen Umfeld bleiben.“ Daher sei es wichtig, die Zentren zu stärken.
Auch die Finanzierung werde immer unsicherer, nicht nur für Private. „Oft gehen fünf bis zehn Jahre rum, bis ein Bauprojekt bezugsfertig ist.“ Das verunsichere die Käufer und habe auch schon zu Insolvenzen bei Bauträgern beigetragen. Ranger würde gerne gemeinwohlorientierte Bauprojekte stärken und setzt sich auch für eine Landesbaugesellschaft ein.
Denn: „Ohne Wohnraum keine Fachkräfte!“ Die wirtschaftlich starke Region sei nach wie vor ein Zuzugsgebiet für Arbeitskräfte. Daher müsse man schauen, dass man auch genügend Wohnungen in Heilbronn, Neckarsulm, Bad Friedrichshall und anderen Orten anbieten könne.
Klaus Ranger (SPD): Auch die CDU hat das kostenfreie letzte Kindergartenjahr im Programm
Darüber hinaus ist Ranger eine Bildungsallianz aller demokratischer Parteien wichtig. Erfreulich sei, dass nun auch die CDU das kostenfreie letzte Kindergartenjahr in ihr Wahlprogramm aufgenommen habe. Wichtig bei allen Diskussionen um Bildung ist ihm: „Die Kinder sollten im Mittelpunkt stehen.“
Gerade die Vielfalt des Bildungssystems ist dem ehemaligen Schüler der Hermann-Greiner-Realschule Neckarsulm ein zentrales Anliegen. Statt immer wieder umzubauen, sollte man die bestehenden Einrichtungen stärken, zum Beispiel durch Assistenzkräfte in Ganztagsschulen.
Wahlkreis Neckarsulm könnte gleich mehrere Abgeordnete verlieren
Dass die Umfragewerte der SPD schlecht sind, ist Ranger bewusst. Mit Platz 23 der Landesliste muss der Neckarsulmer um sein Mandat bangen. Sein „Plan B“ sieht so aus: „Am Wahltag bin ich dann schon 65 Jahre alt. Da kann man auch schon mal an die Rente denken.“ Wieder mehr Radfahren würde für den sportpolitischen Sprecher der Landes-SPD auf dem Programm stehen, und auch als zweifacher Opa würde er mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen.
Allerdings, das gibt Klaus Ranger zu bedenken, wäre der denkbare Verlust mehrerer Abgeordneter für den Wahlkreis Neckarsulm fatal. Daher will er gerade die Arbeiterstimmen nicht der AfD überlassen: „Ich versuche in vielen persönlichen Gesprächen zu überzeugen, die demokratische SPD zu wählen.“
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