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Hier war die AfD im Raum Heilbronn und in Hohenlohe besonders stark

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Die AfD hat im Raum Heilbronn und in Hohenlohe besser abgeschnitten als landesweit. Bei den regionalen Hochburgen der Partei ergibt sich ein räumliches Muster. 

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Die AfD hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg bei Erst- wie Zweitstimmen 18,8 Prozent der Stimmen erreicht. Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 hat die AfD, die der Verfassungsschutz im Südwesten als rechtsextremistischen Verdachtsfall beobachtet, ihr Ergebnis fast verdoppelt.

In den vier Wahlkreisen der Region liegen die Ergebnisse deutlich über dem landesweiten Wert – mit 25,4 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis Eppingen 24,8, 23,8, und schließlich 22,2 Prozent in den Wahlkreisen Neckarsulm, Hohenlohe und Heilbronn.

Zabergäu und Kraichgau: Hochburgen für die AfD

In Heilbronn hatte die AfD zuletzt mehrere große Versammlungen abgehalten, die jeweils Gegendemonstranten auf den Plan riefen. Die Konferenzen mit Bundesprominenz und zum Teil mehreren Tausend Teilnehmern zeigten dass die Partei in Heilbronn eines der Zentren ihrer baden-württembergischen Aktivitäten sieht. In der ganzen Region festigte die Partei ihre auch bei vorangegangenen Wahlen häufig überdurchschnittlichen Wahlergebnisse. 

Blick über die Eppinger Altstadt: In der Kraichgaustadt  lag die AfD bei den Zweitstimmen auf dem ersten Rang.
Blick über die Eppinger Altstadt: In der Kraichgaustadt lag die AfD bei den Zweitstimmen auf dem ersten Rang.  Foto: Veigel, Andreas

Besonders auffällig: Zabergäu und Kraichgau – an der westlichen Grenze des Landkreises Heilbronn reihen sich die Hochburgen auf. In Zaberfeld und Pfaffenhofen lag die AfD bei Erst und Zweitstimmen in Front, holte in Zaberfeld jede dritte Stimme. Eppingen ist die einzige Große Kreisstadt der Region, in der die AfD mit 29,7 Prozent nach Zweitstimmen vorne liegt. Im Eppinger Süden wurde in einzelnen Wahlbüros die 40-Prozent-Marke übersprungen. 

Eppingens parteiloser OB Klaus Holaschke hatte sich gegenüber der Stimme sorgenvoll geäußert, eine Analyse des starken AfD-Abschneidens in der Stadt falle ihm schwer. Tatsächlich ist die AfD in den meisten Stadtteilen stark, während sie in der Kommunalpolitik bislang keine große Rolle gespielt hat. Zur Kommunalwahl 2024 hatten sich nicht weniger als neun Parteien, Gruppierungen und Einzelvorschläge in Eppingen zur Wahl gestellt – die AfD gehörte nicht dazu. 

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Welche Themen AfD-Wähler rund um Heilbronn ansprechen könnten

Laut dem Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) an der Universität Tübingen ist die AfD stark vor allem in „traditionalistisch geprägten“ und ländlicheren Gebieten. Die Partei betone Themen wie traditionelle Familienbilder, Patriotismus, positioniere sich aber auch gegen das Verbrenner-Aus oder den Kampf gegen Windkraft. Auch in Eppingen hat es zuletzt Proteste gegen eine geplante Windkraftanlage gegeben. 

Wie Eppingen hat auch Bad Friedrichshall im Wahlkreis Neckarsulm mehr als 20.000 Einwohner, auch hier sammelte die AfD die meisten Stimmen, wobei der Plattenwald besonders heraussticht: Fast 60 Prozent Zweitstimmen für die AfD, bei den Erststimmen sogar noch etwas mehr sind der Spitzenwert in der Region.

Wo die AfD im Landkreis Heilbronn vergleichsweise schlecht abschneidet

Außerdem ist die AfD stark in Güglingen, Kirchardt, Siegelsbach, Möckmühl, Roigheim oder Wüstenrot, wo sie jeweils die meisten Zweitstimmen holt. Unter 20 Prozent der Zweitstimmen bleibt die AfD in der Region nur in wenigen Gemeinden, darunter Lauffen, Flein oder Bad Wimpfen. Im Wahlkreis Hohenlohe schafft es die AfD in keiner Gemeinde auf Platz eins nach dem Zweitstimmenergebnis, liegt jedoch auch hier häufig über 25 Prozent – etwa in Öhringen oder Künzelsau. 

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