Unterschiedliche Wahlprognosen: Darum sind die Zahlen von ARD und ZDF nicht identisch
In den Prognosen für den Ausgang der Bundestagswahl von ARD und ZDF gab es am Sonntagabend ein paar Unterschiede. Dafür gibt es zwei Gründe.
Am Sonntagabend wurden die Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl um 18 Uhr mit Spannung erwartet. Die ARD und das ZDF nennen dabei jedoch unterschiedliche Zahlen für die einzelnen Parteien.
So sah die ARD zum Beispiel sowohl FDP als auch BSW bei unter fünf Prozent. Würde diese Prognose sich bewahrheiten, wären beide Parteien nicht im nächsten Bundestag vertreten. Das ZDF sah beide Parteien dagegen bei fünf Prozent, womit sie im Parlament vertreten wären. Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl gibt es im Liveblog.
Für Wahlprognosen von ARD und ZDF: Zehntausende Menschen werden nach Wahl befragt
Die Prognosen kommen recht einfach zustande: Wähler werden, nachdem sie im Wahllokal waren, gebeten, an einer sogenannten Nachwahlbefragung teilzunehmen - auf Englisch auch Exit Polls genannt. Sie können dann freiwillig und anonym angeben, wie sie gewählt haben.
Neben der gewählten Partei werden auch Merkmale wie Geschlecht und Alter abgefragt, außerdem finden die Befragungen in repräsentativ ausgewählten Wahllokalen statt. Auch Gründe für die entsprechende Wahlentscheidung können abgefragt werden.
Warum unterscheiden sich Prognosen von ARD und ZDF?
Warum aber kommen ARD und ZDF zu unterschiedlichen Ergebnissen? Zum einen, weil beide Sender mit unterschiedlichen Forschungsinstituten zusammenarbeiten. Bei der ARD ist das Infratest Dimap, beim ZDF die Forschungsgruppe Wahlen. Da die beiden Institute unabhängig vorgehen, stimmen die Prognosen nicht exakt überein.
Der zweite Grund: Statistische Abweichungen sind bei solchen Prognosen völlig normal, da eben nur eine Stichprobe genommen wurde. Die Prognosen sind etwas anderes als Hochrechnungen, die im Laufe des Abends nach 18 Uhr veröffentlicht werden: Hier werden die Wahlergebnisse auf der Basis erster Auszählungen mit statistischen Modellen hochgerechnet. Das vorläufige und auch das endgültige Wahlergebnis veröffentlicht jedoch nur die Bundeswahlleiterin.
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