Wie sinnvoll ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht? Wo sind die Chancen, was die Risiken? Diskutieren Sie mit bei Bildung auf den Punkt: „Künstliche Intelligenz in der Schule: Wenn der Computer mehr kann als die Lehrkräfte“ heißt es am Donnerstag, 30. Januar, ab 17 Uhr im Veranstaltungsforum auf dem Bildungscampus in Heilbronn. Die Diskussion mit Experten lebt auch vom Input aller: Die Meinung von Schülern, Eltern und Lehrern ist gefragt. Bildung auf den Punkt ist eine Veranstaltungsreihe von Heilbronner Stimme und der Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM). Die Anmeldung zu der kostenlosen Veranstaltung ist bereits möglich.
KI im Wahlkampf: So nutzen Parteien im Raum Heilbronn Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz kann Parteien beim Bearbeiten von Reden oder Bildern helfen. Das ist vor der Bundestagswahl 2025 Chance und Risiko zugleich, erklärt ein KI-Experte aus der Region Heilbronn.
Künstliche Intelligenz (KI) hält immer weiter Einzug in den Alltag. So wird KI beispielsweise von Lehrern und Schülern eingesetzt. Bei „Bildung auf den Punkt“, einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung von Heilbronner Stimme und Akademie für Innovative Bildung und Management, wird am 30. Januar über den Nutzen diskutiert (siehe Infobox).
Lehrer aus Heilbronn über Wahlkampf: „Es ist keine Schande, KI zu verwenden“
In der Region Heilbronn hat der Wahlkampf für die Bundestagswahl begonnen. Auch bei den Parteien in der Region ist der Einsatz von KI ein Thema. Wie verwenden die Parteien die neue Technik im Bundestagswahlkampf? Und wo wird sie für die Wählerinnen und Wähler problematisch?
„Es ist keine Schande, KI zu verwenden“, meint Christopher Muhler, man müsse den Umgang und das Ergebnis aber kritisch reflektieren. Der 35-jährige Heilbronner ist Lehrer und unterrichtet am Paul-Distelbarth-Gymnasium in Obersulm Geschichte, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaft und Psychologie. Und er bildet auch andere Lehrer im Bereich KI aus. In seinem Schulunterricht zeigt er seinen Schülerinnen und Schülern wie sie KI einsetzen können, aber auch was die Gefahren dabei sind. „Mehr kann man gar nicht machen“.
KI im Wahlkampf auf verschiedene Weise nutzen – Experte aus Heilbronn erklärt wie
KI kann aus Muhlers Sicht im Wahlkampf ganz unterschiedlich genutzt werden. Beispielsweise, um sich Ideen zu holen oder um herauszufinden, was die letzten Jahre erfolgreich war. Außerdem könne KI zur kritischen Reflexion von Reden verwendet werden, um diese leichter verständlich zu machen oder um sie zielgruppenorientierter zu formulieren.
„Das ersetzt natürlich keinen erfahrenen Menschen“, betont Muhler. Wie alle KI-generierten Inhalte müsse eine von KI geschriebene Rede noch mal von einem Menschen überprüft werden „KI kann immer Fehler machen.“ Letztlich sei für die Zuhörer aber egal, ob ein Mensch oder eine KI eine Rede geschrieben habe. Es komme auf die Person an, die die Rede hält.
Heilbronner KI-Experte über generierte Bilder: „Da wird ein Restrisiko bleiben“
Schwierigkeiten sieht Muhler darin, künstlich generierte Bilder zu erkennen. „Da wird ein Restrisiko bleiben.“ Bei KI-erzeugten Videos und fingierten Interviews sei es komplizierter geworden, zu erkennen, ob sie authentisch sind oder nicht. Muhlers Tipp: Man sollte hinterfragen, sich mit anderen austauschen und reflektieren, herausfinden, was in welchem Kontext gesagt wurde. Gleichzeitig warnt Muhler davor, in Verschwörungstheorien abzurutschen.
Wer KI nutzen möchte, um sich über Politik zu informieren, dem empfiehlt Muhler unbedingt zusätzlich weitere Medien, wie Rundfunk und Co. zu nutzen. Klar sei aber auch, dass die Wahlentscheidung am Ende durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird.
SPD Heilbronn sowie Grüne und FDP in Hohenlohe nutzen KI unterstützend
Wie gehen Parteien in der Region mit KI im Wahlkampf um? Der SPD-Kreisverband Heilbronn setzt in seiner Wahlkampagne für den Direktkandidaten Jens Schäfer „nur in geringem Umfang“ auf KI, so Wahlkampfleiter Niklas Anner. „Künstliche Intelligenz wird bei uns unterstützend genutzt, zum Beispiel um Texte zusammenzufassen beziehungsweise zu strukturieren oder für die Recherche.“
Ähnlich ist es bei den Grünen im Kreis Hohenlohe: Sie würden beispielsweise Photoshop und dessen KI-Funktionen nutzen, um Fotos zuzuschneiden, zu bearbeiten und zu optimieren, erzählt Friederike Höhn, Beisitzerin im Kreisvorstand Hohenlohe. Im Arbeitsalltag, sowie in der Vorbereitung von Wahlkampfmaterial wie Social-Media-Posts oder anderen Texten für die interne und externe Kommunikation nutze der Verband KI-unterstützte Anwendungen wie ChatGPT. „KI-generierte Inhalte wie Bilder und Videos setzen wir nicht ein, sondern verwenden ausschließlich Material mit echten Menschen“, betont Höhn allerdings.
Finn Pfaller, Pressesprecher der FDP in Hohenlohe, erklärt, dass sie KI als Hilfsmittel einsetzen, um Arbeitszeit zu sparen. „Allerdings wird das Endprodukt stets von uns selbst freigegeben und wir veröffentlichen nur echtes Bild- und Videomaterial“, betont Pfaller.
CDU in Heilbronn und Hohenlohe nutzt keine KI im Wahlkampf
Die CDU-Kreisverbände in der Region verzichten darauf, KI zu nutzen. „Im Bundestagswahlkreis Schwäbisch Hall – Hohenlohe ist es nicht vorgesehen, KI einzusetzen“, erklärt Matteo Haag, Sprecher bei der CDU in Hohenlohe. Auch der CDU-Kreisverband Heilbronn „verwendet keine KI zur Erstellung von Texten, Reden oder Videos“, so Geschäftsführer Bernd Sepbach.
AfD, Linke und Freie Wähler aus der Region Heilbronn über KI-Einsatz
Der AfD-Kreisverband Heilbronn nutzt aktuell keine KI im Bundestagswahlkampf und hat das auch nicht vor, sagt der Vorsitzende Dennis Klecker. Seiner Kenntnis nach nutzen Abgeordnete, der Bundesverband und die Fraktionen KI nur als Alternative zu Symbolfotos und kennzeichnen das entsprechend. Aus Kleckers Sicht ist KI nur dann problematisch, wenn sie manipulativ eingesetzt wird, etwa um Personen Aussagen zuzuschreiben, die diese gar nicht getätigt haben.
Seine Partei nutze KI im Wahlkampf nicht, erklärt Florian Vollert, Sprecher des Heilbronner Kreisverbands der Linken. Er kritisiert: „Der breite gesellschaftliche Diskurs über die Möglichkeiten und Risiken von KI findet eher nicht statt.“
Nadja Lützel, Pressesprecherin der Freien Wähler Baden-Württemberg erklärt, dass die Landesvereinigung bislang keine KI für Wahlkampfmaterial verwendet. Grundsätzlich sei man dafür aber offen. Ob einzelne Kandidaten KI bereits einsetzen ist der Sprecherin nicht bekannt.
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