Rückkehr zur Atomkraft? Das plant die Union in der Energiepolitik
Die Debatte um eine Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland geht weiter. Die Union fordert, abgeschaltete Kraftwerke wie Neckarwestheim II wieder hochzufahren. Doch der Rückbau läuft bereits.
Die Debatte um eine Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland reißt nicht ab. Vor allem die Union plädiert dafür, die zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke, zu denen auch Neckarwestheim II gehört, weiterlaufen zu lassen.
Dieser Plan ist allerdings mit hohen Hürden verbunden - etwa, weil der Rückbau der Meiler bereits in vollem Gange ist, es daher sehr lange dauern würde, die Kernkraftwerke wieder hochzufahren. Die Kosten wären Experten zufolge extrem hoch, und selbst die Betreiberkonzerne lehnen ein Comeback der Atomkraft ab.
Rückkehr zur Atomkraft? Union will Verlängerung prüfen
CDU und CSU plädieren in ihrer "Neuen Energie-Agenda für Deutschland" gleichwohl dafür, diese Option zumindest ernsthaft zu prüfen. In dem am 5. November veröffentlichten Papier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion heißt es, das Abschalten der letzten Kernkraftwerke mitten in der Energiekrise sei "eine ideologisch motivierte Fehlentscheidung der Ampel" gewesen. Die Union fordert daher "schnellstmöglich eine fachliche Bestandaufnahme, ob angesichts des jeweiligen Rückbau-Stadiums eine Wiederaufnahme des Betriebs der zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke unter vertretbarem technischen und finanziellen Aufwand noch möglich ist".
Außerdem spricht sich die Union für die "Forschung und Entwicklung von Kernkraftwerken der vierten und fünften Generation sowie von SMR (Small Modular Reactors) aus". Bei SMR handelt es sich um Miniatomkraftwerke, die Experten zufolge mit geringerem Aufwand und höherer Sicherheit betrieben werden könnten. CDU/CSU formulieren in dem Papier auch das Ziel, den ersten ans Netz angeschlossenen Kernfusionsreaktor der Welt in Deutschland zu errichten. "Deswegen sprechen wir uns für die Beauftragung von zwei Fusionsreaktoren mit konkurrierender Technik durch den Bund aus", schreiben die Autoren.
Mögliches Comeback der Atomkraft: Drei zentrale Ziele verfolgt die Union bei ihrer Energiepolitik
Ziel der Energiestrategie der Union sei der Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. "Bezahlbare, saubere und sichere Energie ist eine Grundvoraussetzung für unsere Zukunft als Industrie- und Handelsnation", heißt es in dem Konzept. Dazu bedürfe es "echter Technologieoffenheit, mehr Marktwirtschaft und einer Forschungsoffensive".

Die Union kritisiert die aus ihrer Sicht einseitige Förderung von Solar- und Windenergie seitens der Ampel. Man müsse auch die Potenziale der Bioenergie, der Holzenergie, der Wasserkraft und der Geothermie besser nutzen, heißt es in dem Energiekonzept. Auch müssten alle klimaneutralen Gase genutzt werden und nicht nur aus Solar- und Windenergie erzeugter grüner Wasserstoff.
Union will das Heizungsgesetz der Ampel zurücknehmen
Das Heizungsgesetz der Ampel-Koalition will die Union zurücknehmen, weil dadurch Haushalte und Unternehmen zu stark belastet würden. Die Entscheidung, welche Technologie jeweils zum Einsatz komme, müsse vor Ort entsprechend der Beschaffenheit der Gebäude und der regionalen Gegebenheiten getroffen werden, schreibt die Unionsfraktion. Außerdem setzt die Partei auf die europäische und internationale Stärkung des CO2-Emissionshandels.
"Die CO2-Bepreisung und der Zertifikatehandel ist das ökonomisch und ökologisch effizienteste Instrument", schreiben die Autoren. Mit den Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sollen die Bürger und Unternehmen schnell und effizient mit einem Klimabonus entlastet werden.
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