Umfrage-Überraschung um Cem Özdemir: Grünen-Politiker beliebt wie nie
Cem Özdemir, Wahlsieger der Grünen in Baden-Württemberg, landet bei Umfrage auf Platz zwei der beliebtesten Politiker Deutschlands. Das dürfte ihm Rückenwind für die anstehenden Koalitionsverhandlungen mit der CDU geben.
Es läuft gut für Cem Özdemir. Der Gewinner der Landtagswahl von Baden-Württemberg von den Grünen punktet auch bundesweit. Im aktuellen Beliebtheitsranking, das Insa ermittelt hat, landet Özdemir, der erstmals abgefragt wurde, direkt auf Platz zwei. Damit ist der Grüne, wie „Bild“ berichtet, zweitbeliebtester Politiker hinter Verteidigungsminister Boris Pistorius. Der Sozialdemokrat steht seit Monaten auf Platz eins des Beliebtheitsrankings.
Beliebtheitsranking zeigt: Özdemir verdrängt in Rangliste Hendrik Wüst und Markus Söder
Özdemir verdrängte den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst von der CDU und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU auf die Plätze drei und vier. Die nächste Grünen-Politikerin folgt mit Parteichefin Franziska Brantner erst auf Platz zwölf der Rangliste. Auf den letzten drei Plätzen der 20er-Liste landen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), AfD-Chef Tino Chrupalla und Unions-Fraktionschef Jens Spahn.
Das starke Abschneiden in der bundesweiten Beliebtheit dürfte Cem Özdemir weiteren Aufwind für die anstehenden Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg bringen. Die Grünen hatten die Landtagswahl im Ländle am 8. März mit einem Vorsprung von 0,5 Prozentpunkten gegen die CDU gewonnen.
Deren Spitzenkandidat Manuel Hagel verspielte im Schlussspurt des Wahlkampfs einen zweistelligen Vorsprung vor den Grünen – auch wegen im Internet veröffentlichter Videos, die Hagel in ein schlechtes Licht rückten. Auch der weithin als unprofessionell empfundene Umgang der CDU mit den Videos trug wohl dazu bei, dass Özdemirs Grüne an Hagel und der Union vorbeizogen.
CDU-Vorwürfe einer Schmutzkampagne haben Özdemir nicht geschadet
Nach der Wahl warfen zahlreiche CDU-Politiker in Baden-Württemberg den Grünen eine Schmutzkampagne gegen Hagel vor. Für mögliche Koalitionsverhandlungen mit den Grünen forderten sie Augenhöhe und teilweise sogar die Übernahme des CDU-Wahlprogramms. Manuel Hagel warb aber zuletzt in seiner Partei dafür, keine öffentlichen Forderungen mehr an die Grünen zu stellen. Mit den guten Umfragewerten im Rücken kann Özdemir nun entspannt in die ersten Gespräche mit der CDU gehen. Die Vorwürfe der CDU haben seiner Beliebtheit offensichtlich nicht geschadet.
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