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War umstrittenes Hagel-Video abgesprochen? Das sagt die Grünen-Politikerin 

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Kostete ein altes Video Manuel Hagel (CDU) den Sieg bei der Landtagswahl? Die Grünen-Politikerin Zoe Mayer hatte den „Rehaugen“-Clip verbreitet – und sieht die Sache anders.

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Die CDU landete bei der Landtagswahl 2026 äußerst knapp auf dem zweiten Platz – und wirft den Grünen eine „Schmutzkampagne“ vor. Zwei Wochen vor der Landtagswahl verbreitete die Karlsruher Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer einen alten Videoclip, in dem der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel die Optik einer minderjährigen Schülerin in den Mittelpunkt rückte. Das „Rehaugen“-Video sorgte für Schlagzeilen – und auch nach der Wahl für Krach zwischen den beiden Parteien.

Handelte es sich um ein legitimes Vorgehen im Wahlkampf? Mayer würde wohl wieder so handeln, sagt sie der Heilbronner Stimme. Sie weist die Vorwürfe der CDU zurück und wirft ihr einen „unsouveränen Umgang“ mit der Niederlage vor. 

Wirbel um Hagel-Video: Heftige Kritik nach Clip von Grünen-Politikerin 

Dass ihr Instagram-Video dem CDU-Spitzenkandidaten die Landtagswahl gekostet haben könnte, kann sich die 30-Jährige nicht vorstellen. Für sie nehme die Debatte mittlerweile „abstruse Züge“ an, „wenn angeblich ein 50 Sekunden langes Video ausreicht, um der ganzen CDU den Wahlkampf zu zerstören“.

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Der Videoclip, den Mayer auf ihrem Instagram-Account veröffentlichte, hatte Hagel zwei Wochen vor dem Wahltermin massive Kritik beschert. Im Jahr 2018 hatte er in der SWR-TV-Sendung „Auf ein Bier mit“ über einen Besuch in einer Schulklasse gesprochen, in der zu 80 Prozent Mädchen gesessen hätten. Dann erwähnte der damals 29-jährige Hagel eine Schülerin – und schwärmte: „Sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“

Für Mayer habe es sich dabei um eine „klare Grenzüberschreitung“ gehandelt, wie sie der Stimme sagt. Sie habe darauf aufmerksam machen wollen. „Denn vielen jungen Frauen wird so etwas erst im Nachgang bewusst.“

Grünen-Politikerin über umstrittenes Hagel-Video: „Mit niemandem abgesprochen“

Die CDU wirft den Grünen eine orchestriertes Vorgehen vor. Aus Sicht des Heilbronner Politikers Thomas Strobl handelte es sich um „eine Kampagne wirklich aus der untersten Schublade“. Das weisen die Grünen von sich. Auch Mayer betont gegenüber der Stimme: „Das war mit niemandem abgesprochen.“ 

Scharfe Kritik aus den Reihen der CDU äußert unter anderem der Heilbronner Politiker Thomas Strobl. Die Stimmung zwischen der CDU und den Grünen sei kühl, sagte frt Vize-Regierungschef und Innenminister der Deutschen Presse-Agentur. Das politische Klima in Baden-Württemberg sei aus den Reihen der Grünen „nachhaltig vergiftet“ worden. (red/dpa)

Das Hagel-Video sei ihr zugeschickt worden, nachdem sie auf Instagram über ihre Erfahrungen als Frau in der Politik und über Grenzüberschreitungen von Männern gesprochen hatte. Am selben Tag war Mayer mit Grünen‑Spitzenkandidat Cem Özdemir bei einer Brezel‑Verteilaktion. Mit ihm habe sie dort nicht über den Clip gesprochen, betont sie. „Ich wusste da noch nicht, ob ich das Video überhaupt veröffentlichen möchte.“ Die Entscheidung traf sie drei Tage später eigenständig, wie sie sagt. 

Hagel-Video Schuld an CDU-Wahlniederlage? Politikerin kontert Vorwurf

Obwohl die Grünen-Politikerin derzeit im Kreuzfeuer steht, würde Mayer, Stand heute, wahrscheinlich wieder so handeln. „Es hat eine Diskussion darüber ausgelöst, was Mädchen und jungen Frauen zugemutet wird.“ Vor allem Frauen hätten ihr viel positives Feedback geschickt. Dass das Video das Wahlverhalten von Bürgern beeinflusst haben könnte, schließt Mayer nicht aus.

Zoe Mayer, Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe, postete einen acht Jahre alten Clip, in dem Manuel Hagel von den „rehbraunen Augen“ einer minderjährigen Schülerin schwärmt.
Zoe Mayer, Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe, postete einen acht Jahre alten Clip, in dem Manuel Hagel von den „rehbraunen Augen“ einer minderjährigen Schülerin schwärmt.  Foto: Grüne im Bundestag S. Kaminski

Für Mayer liegt die Verantwortung für die CDU‑Niederlage jedoch weniger im Video selbst als in der Dynamik der Debatte. „Ich finde, Herr Hagel hätte anders damit umgehen können.“

Hagel hatte die Aussagen nach der Veröffentlichung des Videos mehrfach öffentlich bedauert. Im „The Pioneer“-Podcast sagte der CDU-Politiker kürzlich, dass er und seine Familie Morddrohungen erhalten hätten. Mayer sagt, das sei „niemals“ ihre Absicht gewesen. „Das tut mir sehr leid, und davon grenze ich mich klar ab.“

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