Von Mannheim beim Klimaschutz lernen
So nicht, sagen die Mannheimer zu den Plänen für die Rheindammsanierung. Sie wollen eine klimaverträglichere Lösung. Unsere Region sollte sich das zum Vorbild nehmen, zum Beispiel in Sachen B27-Ausbau in Neckarsulm, meint unsere Autorin.
Klimaschutz, war da was? Das fragt sich, wer die Pläne des Regierungspräsidiums Karlsruhe für die Rheindammsanierung in Mannheim studiert. In der Theorie ist die Sachlage klar. Wir müssen viel mehr tun, um den Klimawandel zu bremsen und uns gleichzeitig besser an die Folgen der Erderwärmung anzupassen: Bäume pflanzen, Grünflächen ausbauen, kühle Rückzugsorte für Menschen und Tiere im urbanen Raum schaffen, um nur die naheliegendsten Maßnahmen zu nennen.
Doch in der Praxis scheinen solche Erwägungen kaum eine Rolle zu spielen, wenn Behörden sich an die Planung großer Vorhaben machen, wie das Beispiel aus Mannheim zeigt. Tausende Bäume stehen im Weg? Also weg damit, so dass ein neuer, fester Damm entstehen kann.
So können und dürfen Planungsprozesse nicht mehr ablaufen. Es gilt, große Vorhaben unter der übergeordneten Prämisse des Klimaschutzes zu betrachten, wie das die Stadt Mannheim mit ihrem Einspruch anmahnt. Dass sie in Opposition zur übergeordneten Behörde geht, mag ungewöhnlich scheinen, ist aber angemessen und könnte als Vorbild für unsere Region dienen.
In Neckarsulm zum Beispiel geht es aktuell darum, ob und wie die B27 für den motorisierten Verkehr ausgebaut wird. Pläne zum B27-Anschluss hatte die Stadt noch abgelehnt, auch mit dem Hinweis auf den Klimaschutz. Wenn sie ihrer Linie treu bleiben will, kann sie dem Ausbau der Straße eigentlich nicht zustimmen. Klimafreundliche Mobilitäts-Alternativen sind gefragt, etwa gut ausgebaute Radschnellwege.
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