Wechsel an der Konzernspitze von VW: Teamspieler gefragt
Diess geht, Blume kommt. Dem Volkswagen-Konzern wird der Wechsel an der Spitze guttun, glaubt unser Autor.

Autobauer möchten möglichst viele ihrer Produkte verkaufen. Im VW-Konzern sind es aber immer wieder nicht unbedingt die Autos, die für Schlagzeilen sorgen. Immer wieder waren es interne Querelen zwischen dem scheidenden Konzernchef Herbert Diess und dem Betriebsrat, die es auf die Titelseiten schafften. In anderen Großunternehmen werden Machtkämpfe meist hinter verschlossenen Türen ausgetragen. In Wolfsburg gehört es schon lange zum schlechten Stil, alles öffentlich über die Medien auszutragen. Es ist daher gut, dass seit einigen Wochen nun Klarheit herrscht und Herbert Diess heute seinen letzten Tag als Vorstandsvorsitzender von Europas größtem Autobauer hat.
Es wäre falsch, alles in Frage zu stellen, was Herbert Diess in den vergangenen viereinhalb Jahren getan hat. Eines jedenfalls kann er sich auf die Fahne schreiben: Die Elektromobilität hat er vehement vorangetrieben. Aber ob es richtig war, alles auf eine Karte zu setzen, ist fraglich. Die Zeit wird es zeigen. Diess war ein Einzelkämpfer, was in dem riesigen Konzern aber so auf Dauer einfach nicht funktioniert. Den Tanker VW muss zwar ein Kapitän steuern, wichtig ist aber auch das Team drumherum. Daher ist für die Zukunft ein Teamspieler gefragt, und den haben Aufsichtsrat und die beiden Eigentümer-Familien mit Oliver Blume gefunden. Er ist einer, der die ungeschriebenen Gesetze im Konzern kennt und einer, der zwar hart in der Sache ist, aber immer auch als Vermittler zwischen verschiedenen Meinungen auftritt. Er muss aber aufpassen, dass er sich mit seiner Doppelrolle als Porsche-Chef nicht zu viel vornimmt.
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