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Großstreik beim Verkehr: Der nötige Druck für einen guten Abschluss ist da

  
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Die Arbeitnehmer sind an der Reihe, finden viele Bundesbürger. Dennoch sollte man jetzt nicht übertreiben, warnt unser Autor. Stattdessen braucht es einen Abschluss, der für alle weiteren die Leitplanken setzt.

  

Nach vielen Jahres ist es mal wieder an der Zeit, das "Bundeslied" aus dem 19. Jahrhundert zu zitieren: "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will." Verdi und EVG haben gestern gezeigt, wozu Gewerkschaften noch immer imstande sind. Die Streikbeteiligung war riesig. Alle Räder standen dennoch nicht still. Auf den Straßen war so wenig los, dass Pendler entspannter zur Arbeit kamen als sonst.


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Viel Verständnis trotz großer Einschränkungen

Obwohl der Großstreik also nicht zu Chaos führte, sollte man die Auswirkungen nicht unterschätzen. Berufstätige mussten Termine absagen, Schüler verzichteten auf ihren lange ersehnten Flug zum Austauschpartner, mancher Urlaub fiel ins Wasser.

Der Streik wirkt. Zusätzlichen Druck entfaltet die Tatsache, dass eine Mehrheit der Deutschen sogar Verständnis für ihn hat. Breite Bevölkerungsschichten sehen, dass jetzt die Arbeitnehmer an der Reihe sind. Der Reallohnverlust durch gestiegene Preise ist immens, während viele Unternehmen Rekordgewinne verzeichnen und die öffentlichen Kassen klingeln.


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Augenmaß braucht es trotzdem. Der nun angestrebten Tarifeinigung kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Mit etwas Glück hat der Abschluss Pilotcharakter für alle folgenden Branchen. Es sollten in den nächsten Monaten schließlich nicht ständig irgendwelche Räder still stehen. Zu fragil ist die wirtschaftliche Lage.

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