Meinung: Fataler Effekt einer falschen Regulierung
Jetzt wird reinen Tisch bei der Volksbank Heilbronn gemacht. Das wäre vielerorts nötig, findet unser Autor.
Es gilt die Unschuldsvermutung, sagt der künftig auch für Heilbronn zuständige VR-Bank-Chef Eberhard Spies. Sollten die ehemaligen Vorstände der Volksbank Heilbronn unschuldig sein, müssten sie die Untersuchungen der Bank und die Prüfungen der Staatsanwaltschaft dankbar zur Kenntnis nehmen. Denn vorverurteilt wurden sie bereits.
Bundesweit gilt die Heilbronner Volksbank derzeit als Musterbeispiel für Banken, die ins Straucheln gekommen sind auf einem Markt, für den sie eine Nummer zu klein waren.
Gumbels Erbe wurde nicht in Ehren gehalten
Eine Verantwortung für den Vertrauensverlust der Bank auch bei ihren Mitgliedern tragen die Ex-Vorstände auf jeden Fall. Dass ausgerechnet sie 2013 mit einem repräsentativen Veranstaltungssaal an den Gründer der Volksbank Heilbronn, Abraham Gumbel, erinnerten, ist wohl der Ironie der Geschichte geschuldet.
Gumbel hatte sich bewusst von anderen Heilbronner Banken abgegrenzt, indem er Spekulationsgeschäfte ausdrücklich ablehnte.
Ohne Druck hätte die Bank weitergewurstelt
Dass die Volksbank Heilbronn heute im Fokus steht, hat einen einfachen Grund. Sie brauchte Hilfe. Nur so kam ans Licht der Öffentlichkeit, wie groß die Risiken und Verluste wirklich waren. Für diese eine Volksbank wurde aber nur deshalb reinen Tisch gemacht, weil es ohne Partner nicht weiterging.
Ohne diesen Druck hätte die Bank keine Unterstützung aus der Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken gefordert. Die Bank hätte weitergewurstelt, wie es viele andere noch tun. Die im Nachgang der Finanzkrise 2009 groß angekündigten Regulierungsmaßnahmen verhindern solcherlei Geschäfte eben nicht.
Der Effekt ist sogar fatal: Kleine, kerngesunde Institute brechen unter der Last der Bürokratie schier zusammen, während bei anderen die Risiken nicht abgebaut werden. Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht.
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