Es hakt beim Wohngeld an mehreren Ecken, aber die Richtung stimmt
Die Ämter in der Region stehen vor einer neuen großen Aufgabe, doch überfordert wie mancherorts in Deutschland scheinen sie nicht zu sein, meint unsere Autorin.

Das neue Wohngeld ist da, und es ist eine gute Sache, weil es für Entlastung an der Basis sorgt und der Kostendruck für die Bürger besonders im Bereich Wohnen stark gestiegen ist. Die Vorbereitungszeit für die Sozialreform war maximal kurz, und deshalb kämpfen die Ämter noch mit Haken und Ösen. Es rumpelt, es gibt noch keinen volldigitalen Antrag und das landesweite Software-Programm funktioniert auch nicht wie es sollte. Das ist ein klares Versäumnis, aber die grobe Richtung stimmt.
Ja, die Ämter in der Region stehen vor einer neuen großen Aufgabe, doch überfordert wie mancherorts in Deutschland scheinen sie nicht zu sein. Im Schnitt brauchen Behörden von Konstanz bis Flensburg ein halbes Jahr, teils sogar ein ganzes zur Bearbeitung. Davon sind die Verantwortlichen in der Region weit entfernt. Obwohl es schwer ist, Mitarbeiter zu aquirieren, ist es gelungen, neue Kräfte zu gewinnen, auch wenn deren Einarbeitung ihre Zeit braucht. Ein Lichtblick ist, dass die Verwaltungen nun in Vorleistung gehen können, was bislang nicht der Fall war.
Gleichwohl ist die Neuerung noch nicht überall angekommen. Nicht nur, weil die Bearbeitung jetzt länger dauert als früher. Sondern weil wohl noch nicht jeder Berechtigte erkannt hat, dass ihm der staatliche Zuschuss zusteht oder ihn alternativ aus Scham nicht beantragt. Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft gehen davon aus, dass schon vor der Reform 50 Prozent der Berechtigten darauf verzichtet hatten.
Auch jetzt ist der Zulauf bei den Ausfüllhelfern in der Region gering. Es ist schade, dass dieses besondere Angebot von Ehrenamtlichen bislang auf so wenig Resonanz trifft. Trotzdem macht es Sinn, erstmal weiterzumachen. Bestimmt geht manchem mit Verspätung das Licht auf, dass Wohngeld auch für ihn eine willkommene finanzielle Erleichterung ist.
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