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Die Atomkraftwerke werden weiterlaufen, das ist unvermeidlich

Es wird Zeit, der Realität ins Auge zu blicken: Die Atomkraftwerke laufen länger, erwartet unser Autor.

Heiko Fritze
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Lesezeit 1 Min
Das Atomkraftwerk in Neckarwestheim.  Foto: Foto: Archiv/Veigel

Nein, weder Robert Habeck noch Winfried Kretschmann sind derzeit zu beneiden. Droht doch nach der Zustimmung zu Waffenlieferungen für die Ukraine das zweite, noch zentralere Herzensprojekt der Grünen an der Realität zu zerschellen: Der Atomausstieg wird nicht zum 31. Dezember kommen. Weil mit dem Abschalten der letzten Reaktoren die Energieversorgung mitten im Winter noch dramatischer würde.

Dabei gibt es sehr wohl Argumente gegen einen Weiterbetrieb der letzten drei oder gar letzten sechs deutschen Atommeiler: ungeklärte Haftungsfragen, die ausgesetzte letzte Sicherheitsprüfung, die nahezu ausgebrannten Brennstäbe, die andere Betriebsweise im Vergleich zu Gaskraftwerken, der geringe Energiebeitrag. Zudem war die Zustimmung zum Atomausstieg seit Mitte der 80er Jahre stets Mehrheitsmeinung. Bis zum drohenden Gasmangel in diesem Winter.

Nun lautet aber die Erkenntnis: Jede verfügbare Energiequelle muss genutzt werden. Denn es droht sehr wohl auch ein Strommangel. Nachbarländern kann kaum vermittelt werden, dass sie uns Gas liefern sollen, während wir Kraftwerke abschalten. Vor allem aber droht, dass Unternehmen die Produktion stoppen und sogar Mitarbeiter entlassen. So bleibt das Fazit: Die Atomkraftwerke werden weiterlaufen. Mindestens bis zum Frühling.

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