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Der Atomausstieg ist alles andere als konsequent gelaufen

  
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Der Abschied von der Atomkraft ist in der derzeitigen Situation kein Grund zu ungetrübter Freude, findet unser Autor. Und daran ist nicht nur der Krieg in der Ukraine schuld.

  

Es hätte ein großer Tag sein können. Auch in der Region hatten sich einmal viele darauf gefreut, wenn im Neckarwestheimer GKN irgendwann der Aus-Knopf gedrückt wird und das Damoklesschwert eines möglichen Atomunfalls nicht mehr über ihnen schwebt. Nun ist der Tag da, und die Freude ist bei außerordentlich vielen nicht groß.

Da gab es weit und breit keinen Masterplan

Deutschland hatte die Chance, den Atomausstieg richtig zu vollziehen. Sie wurde vertan, lange bevor der Krieg in der Ukraine alles in ein neues Licht rückte. Es ist 2023, und noch ist kein Meter der Suedlink-Leitung verlegt, die eigentlich längst grünen Strom aus dem Norden ins Umspannwerk nach Leingarten transportieren sollte. Trotzdem wird jetzt abgeschaltet. Man kann kaum sagen, das sei konsequent.

 


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Denn zu wirklicher Konsequenz hätte mehr gehört, als einfach nur Restlaufzeiten zu verteilen. Wer dachte, dass Deutschland einen Masterplan für den Ausstieg hat, der sieht sich heute getäuscht. Mit Flüssiggas und Kohle wird nun auf Jahre ersetzt, was in den vergangenen zwei Jahren an Kraftwerkskapazität weggefallen ist. Und, ja, auch mit Atomstrom aus dem Ausland. Das genau so festzuhalten, das gehört dazu an diesem denkwürdigen Tag.

Welche Konsequenzen daraus folgen, bleibt abzuwarten. Es hängt wohl auch die nächsten Winter am Wetter. Ein positiver Gedanke zum Schluss: Der Druck für mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren könnte größer jedenfalls nicht sein.


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