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Banken im Wandel

Der Zins kehrt zwar ins Bankgeschäft zurück, doch die Branche befindet sich in einem fundamentalen Wandel, meint unser Autor.

Jürgen Paul
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Lesezeit 1 Min

Normale Zeiten, wer wünschte sich diese gerade nicht? Zumindest in der Bankenwelt ist wieder ein wenig Normalität eingekehrt. Dank der jüngsten Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank können Bankkunden darauf hoffen, dass sie wieder Zinsen auf ihre Spareinlagen bekommen. Die Kreissparkasse Heilbronn jedenfalls erhebt keine Strafzinsen auf hohe Einlagen mehr. Vorstandschef Ralf Peter Beitner frohlockt gar mit neuen Sparprodukten und Festgeldanlagen. Andere Institute werden nachziehen, Verwahrentgelte dürften der Vergangenheit angehören.

 

Die Rückkehr zur Zinsnormalität wird der Branche guttun. Sie darf aber nicht davon ablenken, dass sich die Finanzwirtschaft in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess befindet. Die Digitalisierung ist neben dem Dauerthema Regulatorik die größte Herausforderung der Branche. Wer seine Kunden nicht mit einfach zu bedienenden Apps und weiteren digitalen Serviceangeboten versorgen kann, hat keine Zukunft. Auch das Telefon als vermeintlich überholtes Kommunikationsmittel liegt im Trend, wie die hohe Auslastung etwa des Kundencenters der Kreissparkasse Heilbronn zeigt.

Die klassische Filiale hat nicht ausgedient, aber sie wandelt sich. Große Beratungscenter mit umfassendem Angebot lösen die kleinen Standorte auf dem Land ab, wo oft nur noch ein Geldautomat zur Bargeldversorgung steht. Regionalbanken wie Sparkassen und Volksbanken müssen bei der Gestaltung des Wandels aber aufpassen, dass sie ihr größtes Pfund nicht gefährden: die Nähe zu ihren Kunden. Die definiert sich nicht durch einen Standort in jedem Dorf, sondern durch kompetente und individuelle Betreuung.

 

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