Stimme+
Nach Angriffen

ATP-Star sitzt in Dubai fest – Nahost-Eskalation stoppt Tennis-Profi

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Das ATP-Turnier in Dubai ging gerade rechtzeitig zu Ende. Dennoch: Turniersieger Daniil Medwedew sitzt fest. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Es sind surreale Szenen, die sich derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten abspielen. Während der russische Tennis-Weltstar Daniil Medwedew seinen zweiten Titel beim ATP-500-Turnier in Dubai feiert, wird der sportliche Erfolg von den bedrohlichen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten überschattet. Nach den jüngsten Militärschlägen der USA und Israels gegen Ziele im Iran und den darauf folgenden Gegenschlägen herrscht in der Region höchste Alarmbereitschaft (alle Infos hier im Liveblog)  – mit direkten Folgen für den Tennis-Tross.

Eigentlich sollte Sonntag der krönende Abschluss einer intensiven Turnierwoche werden. Daniil Medwedew sicherte sich zwar den Titel in Dubai zum zweiten Mal nach 2023, doch der Weg dorthin war kurios: Das mit Spannung erwartete Finale gegen Tallon Griekspoor fand niemals statt. Der Niederländer, der im Halbfinale noch den Russen Andrey Rublev ausgeschaltet hatte, musste seine Teilnahme kurzfristig wegen einer Oberschenkelverletzung absagen. Damit ging der Titel kampflos an Medwedew.

Tennis-Star Daniil Medwedew sitzt nach Nahost-Eskalation in Dubai fest

Doch statt einer feierlichen Siegerehrung und der geplanten Abreise zum nächsten Turnier stand für den Russen und sein Team plötzlich in Dubai die Sicherheit im Vordergrund. Die dramatische Eskalation der Gewalt zwischen Israel, den USA und dem Iran hat den internationalen Flugverkehr und die Sicherheitslage in den Golfstaaten massiv beeinflusst. Insgesamt zwölf ATP-Mitarbeiter und etwa acht Spieler – unter ihnen auch Turniersieger Medwedew – sitzen derzeit im „Jumeirah Creekside Hotel“ in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Dubai fest.

Was als Vorsichtsmaßnahme begann, entwickelte sich schnell zu einer Zerreißprobe für die Beteiligten. Den Spielern und Offiziellen war zunächst geraten worden, das Hotel in Dubai unter keinen Umständen zu verlassen, da die Gefahr unvorhersehbarer Reaktionen auf die gegenseitigen Luftangriffe in der Region als zu hoch eingeschätzt wurde.

Bangen am Smartphone in Dubai: Updates über die „Elefand-App“

Wie nah die globale Krise den Sportlern gekommen ist, zeigt der ständige Blick auf das Smartphone. Hans-Jürgen Ochs, einer der deutschen Beteiligten vor Ort in Dubai, wird regelmäßig über die „Elefand-App“ des Auswärtigen Amtes auf dem Laufenden gehalten. Diese Krisenvorsorgeliste ist in diesen Stunden die wichtigste Informationsquelle für die im Hotel festsitzenden Personen.

Am Sonntagnachmittag gab es vorsichtige Entwarnung. In einem Update hieß es: „Wir möchten Sie darüber informieren, dass die Situation derzeit sicher ist. Sie können Ihre normalen Aktivitäten wieder aufnehmen, sollten jedoch weiterhin vorsichtig bleiben und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.“

ATP-Stars im Unklaren, wie es nach Eskalation in Dubai weitergeht

Trotz der leichten Entspannung bleibt die Atmosphäre angespannt. Ob und wann Daniil Medwedew und die anderen ATP-Profis die Heimreise aus Dubai oder den Weiterflug zu den nächsten Turnieren in den USA antreten können, ist noch unklar. Der Vorfall verdeutlicht einmal mehr, wie schnell die Welt des Sports in den Sog der Weltpolitik geraten kann.

Für Medwedew bleibt dieser Turniersieg wohl als einer der merkwürdigsten seiner Karriere in Erinnerung: Ein Pokal ohne Finale und eine Siegesfeier hinter verriegelten Hoteltüren.

Nach oben  Nach oben