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Früherkennung und Behandlung
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Brustkrebs und Kinderwunsch: Hoffnung durch neue Therapien

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Die Diagnose Brustkrebs ist ein Schock. Doch bei der Therapie hat sich  viel getan. Auch schwanger werden und Kinder bekommen kann nach einer Behandlung noch möglich sein.


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Jedes Jahr erkranken in Deutschland 167,5 von 100.000 Frauen und 1,8 von 100.000 Männern an Brustkrebs. Laut Daten der Deutschen Krebshilfe ist Brustkrebs mit etwa 71.290 Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die genaue Ursache einer Brustkrebs-Erkrankung ist oft unklar. Zu den Risiken zählen Übergewicht, zu wenig Bewegung, der übermäßige Konsum von Tabak und Alkohol und familiäre Vorbelastung. Während noch viel Unklarheit über die Entstehung von Brustkrebs herrscht, ist klar: Die Möglichkeiten zur Früherkennung und Behandlung haben sich in den vergangenen Jahrzehnten drastisch verbessert.  

Brustkrebs: Viel gezieltere Behandlung möglich 

Es gibt zahlreiche neue Therapieoptionen und viel gezieltere Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Ärzte auf die individuelle Situation der Patientin eingehen können. Bei Operationen ist es mittlerweile häufiger möglich, die Brust zu erhalten. Lässt die Diagnose es zu, können auch Lymphknoten gezielter entfernt werden. Chemo- und Antihormontherapie sind klassische Behandlungsmethoden. Daneben gibt es viele neue Medikamentengruppen. Das hat dazu geführt, dass die schlimmen Nebenwirkungen, die man aus früheren Jahrzehnten kannte, wie zum Beispiel bewegungsunfähige Arme in Folge von Radikaloperationen, so heute nicht mehr auftreten.

Das Mammographie-Screening wird für Frauen ab 50 Jahren regelmäßig als Vorsorge-Leistung angeboten.
Das Mammographie-Screening wird für Frauen ab 50 Jahren regelmäßig als Vorsorge-Leistung angeboten.  Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Brustkrebs und Kinderwunsch: Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit sind teils Kassenleistung

Die Phase, in der Frauen Kinder bekommen, hat sich nach hinten verschoben und fällt heute in eine Phase, in der Brustkrebs schon häufiger auftritt. Nach Daten der Deutschen Krebsgesellschaft sind etwa 10 Prozent der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, noch unter 40 Jahre alt. Früher war klar: Bei der Diagnose wird Frauen davon abgeraten, schwanger zu werden, oder die Schwangerschaft wurde durch die Folgen der Therapie unmöglich.

Inzwischen gibt es Chancen, die Fruchtbarkeit zu erhalten. Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, sollte dies von Vornherein in die Therapieplanung einbezogen werden. Eine Beratung sollte also bereits vor Beginn der Brustkrebstherapie erfolgen, um Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit vor Therapiebeginn einleiten zu können. Die gesetzlichen Krankenkassen tragen teilweise die Kosten für die Maßnahmen.

Brustkrebs und Kinderwunsch: Das sagt die Deutsche Krebsgesellschaft

„Dem Kinderwunsch steht nach abgeschlossener Therapie aus onkologischer Sicht nichts im Wege“, heißt es von der Deutschen Krebsgesellschaft. Allerdings können bestimmte Chemotherapien in hohen Dosierungen dauerhaft die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Lang andauernde Antihormontherapien können vor allem bei Frauen kurz vor den Wechseljahren die Eierstockfunktion dauerhaft zum Erliegen bringen. 

Um die Fruchtbarkeit in solchen Fällen zu erhalten, ist es unter Umständen möglich, Eizellen zu entnehmen und sie einzufrieren, um sie später wieder einzusetzen. Dasselbe gilt für Eierstockgewebe, das entnommen und wieder implantiert werden kann. In bestimmten Fällen kann eine Antihormontherapie bei frühen Krebsstadien auch für eine Schwangerschaft unterbrochen werden. Über solche modernen Möglichkeiten informierte ein Ärzteteam im vergangenen Herbst am Brustzentrum der SLK-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Der Kinderwunsch sei ein wahnsinnig wichtiges Thema, hieß es damals. Eine Garantie, dass es später klappt, ein Kind zu bekommen, gebe es jedoch nicht. 

Heilungschancen werden maßgeblich von Mitarbeit der Patientinnen beeinflusst

Zwei Faktoren auf Patientenseite beeinflussen die Heilungschancen maßgeblich: Bewegung und die Mitarbeit, die sogenannte Compliance. Die Wissenschaft geht davon aus, dass etwa zehn Prozent der Brustkrebs-Fälle durch regelmäßige Bewegung vermieden werden könnten. Eine ungesunde Lebensführung kann Krankheiten beeinflussen. Umgekehrt kann jeder Patient selbst aktiv werden bei der Prävention und um die Therapiechancen zu verbessern. Dabei hängt es stark vom individuellen Fitnesslevel ab, mit welcher Sportart und Intensität man am besten den Einstieg findet.

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