Symptome von Keuchhusten: So verläuft die Infektionskrankheit
Erkältungssymptome und Husten? Die folgenden Symptome sind typisch für Keuchhusten, auch Pertussis und 100-Tage-Krankheit genannt.

Trockener Husten, Schnupfen und Fieber? Das könnte Keuchhusten, auch Pertussis genannt, sein. Keuchhusten ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit, die durch heftige Hustenanfälle gekennzeichnet ist, wie das Robert-Koch-Institut die Krankheit beschreibt. In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Keuchhusten-Fälle derzeit stark an. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, ist aber besonders für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. stimme.de liefert einen Überblick über die Symptome.
Verlauf und Symptome von Keuchhusten
Ist es Keuchhusten oder doch eine Grippe? Für Betroffene ist das zu Beginn der Krankheit manchmal schwer zu unterscheiden. In beiden Fällen sollte bei auftretenden Symptomen immer ein Arzt aufgesucht werden, um einen schweren Verlauf der Krankheit, Folgen und Risiken zu minimieren. Der Krankheitsverlauf des Keuchhustens lässt sich in drei Stadien einteilen, schreibt infektionsschutz.de.
Stadium 1: Erkältungsphase (Stadium catarrhale) (1-2 Wochen)
- Schnupfen
- Trockener Husten
- Selten auch Fieber
- Schwächegefühl
Stadium 2: Anfallstadium (Stadium convulsivum) (4-6 Wochen)
- Anfallsartige, krampfartige Hustenanfälle, oft zum Herauswürgen von zähem Schleim (der Name "Keuchhusten" leitet sich vom keuchenden Geräusch beim Einatmen nach einem Hustenanfall ab)
- Hustenattacken treten besonders nachts auf
- Atemnot
- Appetitmangel
- Schlafstörungen
Stadium 3: Erholungsstadium (Stadium decrementi) (6-10 Wochen)
- Die Hustenanfälle klingen allmählich ab
- Kalte Luft, Anstrengung und Zigarettenrauch können noch monatelang Reizhusten auslösen.
Symptome von Keuchhusten bleiben individuell
Wegen der mehrwöchigen Krankheitsdauer wird Keuchhusten im Volksmund auch "100-Tage-Husten" genannt. Wie bei vielen Krankheiten ist es wichtig zu beachten, dass nicht alle Betroffene alle Stadien gleichermaßen durchlaufen und die Symptome und Dauer der Krankheit von Person zu Person variieren können. Wer bei sich oder seinem Kind eines oder mehrere der genannten Symptome feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen. stimme.de erklärte bereits, was Eltern über Keuchhusten wissen sollten.
Ansteckung mit Keuchhusten vermeiden
Pertussis wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Um einer Ansteckung mit Keuchhusten vorzubeugen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut eine Impfung. Bei Kindern gehört die Impfung zu den Standardimpfungen, aber auch Erwachsene können sich impfen lassen.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt folgendermaßen gegen Keuchhusten zu impfen:
- Für Säuglinge vier Teilimpfungen im Alter von zwei, drei, vier und elf bis 14 Lebensmonaten. Da Keuchhusten für Säuglinge lebensbedrohlich sein kann, sollten sie so früh wie möglich geimpft werden.
- Bei Kindern und Jugendlichen eine Auffrischimpfung im Alter von fünf bis sechs Jahren und eine Auffrischimpfung im Alter von neun bis 16 Jahren.
- Erwachsene sollten die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einer Impfung gegen Keuchhusten erhalten. Dies gilt auch, wenn eine Tetanusimpfung nach einer Verletzung erforderlich ist.
- Für Schwangere eine Impfung zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels ab der 28. Woche. Besteht ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt, sollte die Impfung in das zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden. Die Impfung sollte unabhängig vom Abstand zu früheren Keuchhusten-Impfungen und bei jeder Schwangerschaft durchgeführt werden.
- Für enge Kontaktpersonen von Säuglingen, wie Familienmitglieder oder Tagesmütter, eine Impfung, sofern in den letzten zehn Jahren keine Keuchhustenimpfung erfolgt ist. Die Impfung sollte möglichst spätestens vier Wochen vor der Geburt des Kindes erfolgen oder bei der Mutter während der Schwangerschaft oder, falls diese versäumt wurde, kurz nach der Geburt des Kindes.
- Ebenso für Personal im Gesundheitswesen und in Gemeinschaftseinrichtungen eine Impfung, wenn in den letzten zehn Jahren keine Keuchhusten-Impfung erfolgt ist.
Um eine Ansteckung mit Infektionskrankheiten zu vermeiden wird grundsätzlich dazu geraten:
- Regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen.
- In die Ellenbogenbeuge oder in ein Taschentuch husten und niesen.
- Engen Kontakt zu Erkrankten vermeiden.
Aufgrund dersteigenden Zahl an Keuchhusten-Fällen, raten einige Kinderärzte zu "Nestschutz", wie stimme.de berichtete.
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