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Seit 2023 vermisst: Nuh Pektas tot in Bad Rappenau aufgefunden

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Mehr als eineinhalb Jahre nach seinem Verschwinden ist der vermisste Nuh Pektas in Bad Rappenau tot aufgefunden worden. Die Polizei spricht von einer Verkettung tragischer Umstände.


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Die Heilbronner Polizei bestätigt am Montagmorgen, dass der seit mehr als eineinhalb Jahren vermisste Senior in Bad Rappenau tot aufgefunden wurde. Die sterblichen Überreste seien vom Besitzer eines Grundstücks und dessen Bekannten bei Gartenarbeiten bereits am Donnerstag, 20. Februar, entdeckt worden, sagt Polizeisprecher Frank Belz. Dort sei wohl seit Jahren niemand gewesen.

Vermisster Nuh Pektas ist tot: Sterbliche Überreste in Bad Rappenau gefunden

Nach Informationen unserer Zeitung befindet sich der Fundort zwischen Riemenstraße und Babstadter Straße, in der Nähe des Autohauses Jung. Die Tochter des Verstorbenen sagt, es erfülle sie mit Schmerz, dass sie ihren Vater nicht früher gefunden habe. Dabei sei er so nah bei ihnen gewesen. An der Hecke, unter der er gefunden worden sei, fahre sie selbst regelmäßig mit dem Auto vorbei, so Calli.

Der Fundort liegt etwa zwei Kilometer entfernt von der Tagespflege-Einrichtung in der Kurstraße im Bad Rappenauer Kurgebiet, aus der der 79 Jahre alte Mann am 11. Juli 2023 verschwunden ist. Die Stelle befindet sich am anderen Ende der Stadt.

 

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Nuh Pektas in Bad Rappenau verschwunden: größte Vermisstensuche 

Aus Sicht von Polizeisprecher Frank Belz ist es eine „Verkettung tragischer Umstände“, dass der an Demenz erkrankte Mann nicht früher gefunden wurde. Nachdem Nuh Pektas als vermisst gemeldet worden war, hatte es im Stadtgebiet in Bad Rappenau und darüber hinaus große Suchaktionen gegeben. „Es handelte sich um eine der größten Suchaktionen nach einem Vermissten in ganz Baden-Württemberg“, blickt Belz zurück.

Immer wieder machte die Familie des Vermissten auf ihre Suche aufmerksam - so auch im Januar 2024 vor dem Bad Rappenauer Rathaus.
Immer wieder machte die Familie des Vermissten auf ihre Suche aufmerksam - so auch im Januar 2024 vor dem Bad Rappenauer Rathaus.  Foto: Schick, Ralf/Montage: HSt

Die Suche habe sich zunächst an den der Tagespflege-Einrichtung angrenzenden Waldgebieten in Richtung Zimmerhof und Bad Wimpfen orientiert, einfach aufgrund der Nähe zum Ort des Verschwindens. Bereits am 11. Juli 2023, aber auch in den Tagen danach, seien zahlreiche Spürhunde eingesetzt worden. Zeitweise seien mehr als 200 Einsatzkräfte mit mehr als 70 Rettungshunden unterwegs gewesen.

Nuh Pektas ist tot: Leichnam soll obduziert werden

Der Leichnam des Mannes wird laut Belz am Montag, 24. Februar, obduziert. Wenn überhaupt, könne erst danach eine Aussage zur Todesursache getroffen werden - aber nach einer solch langen Zeit sei das eventuell gar nicht mehr möglich.

Die Familie des Vermissten machte in den Tagen, Wochen und Monaten nach dessen Verschwinden öffentlichkeitswirksam auf den Fall aufmerksam und verbreitete in zahlreichen Orten in der Region eine Vermisstenmeldung, die teilweise heute noch an Bäumen oder Straßenlaternen hängt. Zwischenzeitlich gab es auch eine Vermutung, wonach Pektas mit der S-Bahn gefahren sei. Zahlreiche Menschen, die glaubten, ihn gesehen zu haben, meldeten sich bei seiner Familie - doch keiner der Hinweise trug zur Aufklärung bei.

Vermisster Nuh Pektas ist tot: „Unser Schmerz ist unendlich“

In einem Beitrag auf ihrer Facebookseite schreibt Tochter nun: „Seit dem 11. Juli 2023 habe ich jeden Tag gebetet, damit mein Vater gefunden wird. Jeden Tag habe ich mich gefragt: Wo ist er? Geht es ihm gut? Unser Schmerz ist unendlich, aber nun wissen wir, dass mein Vater in Gottes Barmherzigkeit aufgenommen wurde.“ Die Familie werde ihn auf seiner letzten Reise verabschieden. „Ich danke von Herzen allen, die bei der Suche nach meinem Vater geholfen haben“, so Calli weiter. „Wir sind all jenen unendlich dankbar, die uns in dieser schweren Zeit unterstützt haben.“

Da sie keine Anhaltspunkte über den Verbleib ihres Vaters gehabt hätte, meldete die Familie Ende 2023 den Vermisstenfall eigenen Angaben nach sogar bei einem Aufenthalt in der Türkei den dortigen Behörden – weil ihr Vater immer wieder von einer Rückkehr in seine frühere Heimat geträumt habe.

Vermisster Nuh Pektas ist tot: Familie plant Bestattung in Böckingen

Ein Jahr nach dem Verschwinden ihres Vaters meinte Calli, als Familie wünschten sie sich lediglich Gewissheit. Viele Szenarien seien denkbar. Aber das nicht wissen, das sei das größte Problem. Wenn man ihn doch nur finden würde, und wenn es auch die sterblichen Überreste sein mögen – „dann hätten wir wenigstens ein Grab“. Mit dem Wissen über einen natürlichen Tod könnte man auch abschließen und um ihren Vater trauern.

Nuh Pektas soll nach Angaben seiner Familie in Heilbronn-Böckingen bestattet werden. „Wir möchten ihn nicht in der Ferne beerdigen“, sagt seine Tochter Herdem Calli.

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