Startschuss für 136 Tage Gartenschau in Eppingen
Eppingen erhofft sich ein großes Sommerfest und erwartet Tausende Besucher. Ein Großteil der Parks bleibt dauerhaft.

Mit einem Jahr Verspätung ist am Freitag die Gartenschau in Eppingen feierlich eröffnet worden. Bis 2. Oktober gibt es auf dem zehn Hektar großen Gelände am Rande der Eppinger Altstadt mehr als 2000 Veranstaltungen.
"Blümchenschau" war einmal, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), der Eppingens große Sommerparty vor rund 400 Besuchern auf der Hauptbühne offiziell eröffnete. Die Gartenschau "ist kein einmaliges Ereignis, sie ist ein Ausdruck dessen, mehr Lebensqualität in die Städte und Dörfer zu bringen".
Sie sei die Chance, "eine Stadt von Grund auf umzukrempeln", sagte Hauk. Tatsächlich ist das Ereignis für Eppingen ein städtebauliches Großprojekt. "Große Parklandschaften sind entstanden", sagte Oberbürgermeister Klaus Holaschke. "Wir haben den Wunsch nach mehr Wasser in der Stadt erfüllen können." So ist der Stadtweiher mit der Wasserfontäne im Bürgerpark vor dem Bahnhof ein zentrales Element der Anlagen.
Den historischen Mühlkanal stellen 14 Wassertische nach. In die Daueranlagen wurden 14,5 Millionen Euro investiert. Projekte wie das zentrale, nach einem ehemaligen Gasthof benannte Schwanen-Gebäude sind darin noch gar nicht enthalten. Hier ist der Treffpunkt Baden-Württemberg untergebracht, später soll der Schwanen ein Bürgerhaus werden.
Auf den Tag der Eröffnung hat die Kraichgaustadt mit ihren 22.000 Einwohnern lange hingefiebert. Schon 2002 hatte sich Eppingen als Ausrichterstadt beworben, kam aber nicht zum Zug. Den Zuschlag gab es nach einem erneuten Anlauf 2010, seit sieben Jahren laufen die Vorbereitungen. Eigentlich sollte 2021 der Startschuss sein, wegen der Pandemie wurde die Schau auf dieses Jahr verschoben.
Das Gelände zwischen Altstadt und dem Flüsschen Elsenz verharrte in der Zwischenzeit eingezäunt im Dornröschenschlaf. Unter dem Motto "Die Stadt, der Sommer und Du" warten auf die Besucher nun 136 Tage mit mehr als 2000 Veranstaltungen.
Einen "Mehrwert für Generationen" verspricht sich OB Holaschke. Vieles von dem, was geschaffen wurde, bleibt erhalten. Darunter sind der zentrale Park und die westlich angrenzenden Grünanlagen entlang der ehemaligen Stadtmauer, die über die ebenfalls neue Altstadtpromenade verbunden sind. Der östliche Teil des Gelände, wo auch die Hauptbühne steht, wird hingegen nach der Veranstaltung zurückgebaut.
Die Schau werde "zum großen Publikumsmagneten" werden, zeigte sich der Heilbronner Landrat Norbert Heuser überzeugt. Eine Besucherprognose geben die Veranstalter nicht ab. Zur Gartenschau in Mühlacker, die in vielerlei Hinsicht als Vorbild gilt, kamen 2015 mehr als eine halbe Million Besucher und damit doppelt so viele wie erwartet.
In Eppingen waren bis zum Start etwa 11.000 Dauerkarten verkauft, das sind weniger als kalkuliert. Eppingen rechnet zurückhaltend mit 50.000 verkauften Tageskarten und erwartet etwas mehr als zwei Millionen Euro Einnahmen aus dem Ticketverkauf.
Die Verschiebung auf 2022 bezeichnete OB Holaschke zuletzt als richtigen Schritt, auch wenn Überlingen seine Landesgartenschau im Vorjahr durchzog. Eine Landesgartenschau, formal eine Nummer größer als in Eppingen, gibt es in diesem Jahr in Neuenburg am Rhein. Eppinger Dauerkartenbesitzer haben dort einen Tag kostenlos Zutritt.
Im jährlichen Wechsel
Seit 1980 gibt es in Baden-Württemberg Landesgartenschauen, erste Ausrichterstadt war Ulm. In der Region kamen etwa Heilbronn (1985), Bad Rappenau (2008) und Öhringen (2016) zum Zug. Seit 2003 finden die Veranstaltungen im jährlichen Wechsel mit den etwas kleineren Gartenschauen oder Grünprojekten statt. Ein solches war auch der erste Blumensommer in Nordheim 2003, Eppingen ist jetzt mit einer "kleinen Gartenschau" an der Reihe.
Hierfür gewährt das Land bis zu zwei Millionen Euro Zuschuss, bei Landesgartenschauen bis zu fünf Millionen. Die dadurch ausgelösten Investitionen betragen oft ein Vielfaches. Eppingen nennt Investitionen von 14,5 Millionen Euro.
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