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Stadt Eppingen will Unbefugte von Schleichweg in Richen vertreiben

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Den Zwinger im Eppinger Ortsteil Richen nutzen viele Autofahrer als Schleichweg. Die gewünschte Verkehrsberuhigung sorgte jüngst für eine Kontroverse im Technischen Ausschuss. Besonders die Frage nach einer Einbahnstraße entzweit.

Das hier abgebildete Auto durchfährt den Zwinger langsam. Das ist hier offenbar nicht immer der Fall. Darum will die Stadt jetzt eine Verkehrsberuhigung.
Das hier abgebildete Auto durchfährt den Zwinger langsam. Das ist hier offenbar nicht immer der Fall. Darum will die Stadt jetzt eine Verkehrsberuhigung.  Foto: Kühl, Jörg

Der Zwinger in Richen ist ein klassischer Schleichweg: Er kürzt die Fahrt auf der Ittlinger Straße, die sich in weitem Bogen durch den Ortskern zieht, ab. Aus Sicht der Autofahrer lohnender Nebeneffekt: Mit dem Schleichweg umfährt man auch den gerade installierten neuen Blitzer. Den Nachteil beschrieb Ortsvorsteher Giselbert Seitz auf der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses: "Schleichweg ist noch milde formuliert. Es handelt sich um eine richtige Rennstrecke."


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Die Stadt Eppingen hatte die Ludwigsburger Planungsgruppe mit der Erarbeitung einer Verkehrsplanung beauftragt. Diese stellte Andreas Weber von der Planungsgruppe im Ausschuss vor. Es handelt sich um eine Lösung, der der Ortschaftsrat zuvor einstimmig zugestimmt hatte.

Was der Casus Knaxus ist

Die Planung sieht die Ausweisung von abknickenden Vorfahrtsstraßen im Bereich Zwinger Ost/Am Fischersrain und Zwinger West/Übergang zum landwirtschaftlichen Verbindungsweg nach Ittlingen vor. Der Mittelteil des Zwingers soll als verkehrsberuhigter Bereich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf sieben Kilometer pro Stunde ausgewiesen werden. Ein bisher fehlender Gehweg im Zwinger West wird entweder farblich abgesetzt oder mittels Mittelbord abgetrennt. Allerdings müsste die Stadt hierfür einen Grundstücksstreifen kaufen.


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Trotz des einstimmigen Votums des Ortschaftsrats wurde das Konzept im Ausschuss kritisch beurteilt. Die Verkehrsberuhigung rechtfertige keine Maßnahme, die eine Million Euro kosten könnte, sagte Hartmut Kächele von der SPD. Es gebe Straßen, die weitaus befahrener seien. Außerdem seien nicht alle Anlieger bereit, ihre Gärten an die Stadt zu veräußern.

Was für und was gegen eine Einbahnstraße spricht

"Verkehrsberuhigung bringt nichts, die Autos fahren trotzdem durch", äußerte Peter Wieser von den Grünen. Als Anwohner der verkehrsberuhigten Leiergasse mache er die tägliche Erfahrung, dass es die teuren Maßnahmen nicht bringen. "Das Einzige, was helfen könnte, wäre eine Einbahnstraßenlösung oder eine Sperrung mit dem Ziel, dass die Durchfahrt durch den kompletten Zwinger nicht mehr möglich ist."


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Michael Mairhofer (SPD) hält die Idee mit der Einbahnstraße auch für plausibel. "Ich kann nicht verkehrsberuhigen, und es darf weiter in beide Richtungen gefahren werden." Verkehrsplaner Andreas Weber relativierte die Idee mit der Einbahnstraße: Dann könne immer noch schnell gefahren werden. Auch Reinhard Keller steht der Einbahnstraße skeptisch gegenüber: "Die Einwohner wollen es auch nicht haben."

Das Plädoyer des Baubürgermeisters

Die Einbahnstraßenlösung war vom Ortsvorsteher Giselbert Seitz ursprünglich favorisiert worden. Der Ortschaftsrat hat diese Lösung allerdings mit seinem einstimmigen Votum verworfen. Herbert Meixner von der CDU spricht sich gegen eine Maßnahme aus, die eine Million verschlingen könnte. Stattdessen schlägt er eine strikte Geschwindigkeitsbegrenzung mit Blitzer und Kontrollen vor. Sein Fraktionskollege Klaus Scherer spricht sich noch strikter als Wieser für eine Sperrung aus: "Wenn ich Raser nicht will, muss ich dicht machen: Entweder zu oder auf."

Baubürgermeister Peter Thalmann bat, ergebnisorientiert abzuwägen und die Kosten, solange keine detaillierteren Plaungen vorliegen, erst einmal nicht als vordringliches Argument zu nutzen. Nun wurde das Büro SSW beauftragt, bis zur nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses die Situation vor Ort erneut zu prüfen. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf eine mögliche Einbahnstraßenregelung oder Sperrung im mittleren Bereich liegen.

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