Prügelattacke am Eppinger Bahnhof: Späte Folgen von Schlägen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Zwei Jugendliche prügeln am Eppinger Bahnhof auf einen Mann ein. Nach der Tat steht der 52-Jährige ohne fremde Hilfe auf, ist ansprechbar – und zwei Wochen später ist er tot. Wie es dazu kommen kann.

Ein Video soll die Attacke am Eppinger Bahnhof zeigen.
Ein Video soll die Attacke am Eppinger Bahnhof zeigen.  Foto: Screenshot HSt

Die Ermittlungen im Fall eines 52 Jahre alten Mannes aus Eppingen, der Ende Dezember an den Folgen einer Körperverletzung gestorben ist, dauern weiter an. Einige Fragen wie die zum genauen Tathergang sind offen. Unklar ist außerdem, warum der Mann zwei Wochen nach der Attacke im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen ist.

"Innere Verletzungen gehen nicht immer mit dem äußeren Erscheinungsbild einher", erklärt Mathias Burkhardt, Pressesprecher des SLK-Krankenhauses am Gesundbrunnen in Heilbronn, ohne auf den konkreten Vorfall in Eppingen einzugehen.

Manch ein Patient habe eine beeindruckende Platzwunde am Kopf, die auf Laien sehr bedrohlich wirke, aber keine Hirnblutung. Bei einem anderen dagegen werden schwerste Hirnverletzungen diagnostiziert, äußerlich jedoch weise der Patient keine Verletzungen auf.

Opfer ist nach der Tat am Eppinger Bahnhof noch ansprechbar

Zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche aus dem Eppinger Stadtgebiet stehen im Verdacht, einen 52-Jährigen im Fahrrad-Unterstand am Bahnhof mit Fäusten und Fußtritten traktiert zu haben. Aus einer Nichtigkeit heraus sollen die drei Beteiligten zuvor in Streit geraten sein. Den Ermittlungsbehörden zufolge haben sich Opfer und Tatverdächtige zuvor nicht gekannt.

Der 52-Jährige soll sich häufiger am Bahnhof aufgehalten und Alkohol getrunken haben. Während der wenige Sekunden dauernden Attacke geht der Mann zu Boden. Er steht sofort ohne Hilfe von anderen wieder auf, als die Täter von ihm ablassen und davonlaufen. Der Mann ist laut Polizei nach dem Vorfall ansprechbar und kommt zur Behandlung ins Krankenhaus.

Prügeleien seien deshalb so gefährlich, weil Beteiligte oft mit großer Wucht mehrfach von Fäusten oder auch Füßen getroffen werden, sagt Burkhardt. Mögliche Stürze könnten weitere Verletzungen nach sich ziehen. Bei möglichen inneren Blutungen sei oft entscheidend, mit welcher Kraft auf jemanden eingewirkt wird.

Opfer von Prügelattacken können einige Zeit später Symptome entwickeln

Weitere Faktoren wie die generelle körperliche Verfassung und das Alter eines Opfers spielen im Einzelfall eine weitere Rolle. In manchen Fällen kommt es außerdem vor, dass Menschen wegen einer Vorerkrankung regelmäßig blutverdünnende Mittel einnehmen. Solche Medikamente führen dazu, dass es länger dauert, bis der Körper Wunden wieder verschließt und Blutungen stoppt.

Dass das Opfer vom Bahnhof zwei Wochen nach der gewalttätigen Attacke stirbt, ist grundsätzlich nicht außergewöhnlich. Verletzungen können sich unmittelbar nach dem Ereignis oder auch erst im weiteren Verlauf zeigen, so der SLK-Sprecher. Gerade bei Schädel-Hirn-Verletzungen könne es zu einem symptomfreien Intervall kommen. "Das heißt, der Patient ist kurz bewusstlos, dann symptomfrei und entwickelt erst im weiteren Verlauf erneut Beschwerden bis hin zur Bewusstlosigkeit."

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben