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Gewalt am Bahnhof

Tod eines Mannes nach Prügelattacke in Eppingen: Video soll brutale Tat zeigen

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Ein 14- und ein 16-Jähriger sollen für den Tod eines Mannes in Eppingen verantwortlich sein. Unter anderen Jugendlichen scheinen die beiden keine Unbekannten zu sein.

In dem verglasten Unterstand für Fahrräder direkt am Eppinger Bahnhof soll ein 52-Jähriger Opfer einer Prügelattacke geworden sein.
In dem verglasten Unterstand für Fahrräder direkt am Eppinger Bahnhof soll ein 52-Jähriger Opfer einer Prügelattacke geworden sein.  Foto: Kinkopf, Heike

Menschen in Eppingen äußern sich bestürzt. Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein 52 Jahre alter Mann Mitte Dezember vermutlich von zwei Jugendlichen aufs Heftigste verprügelt wurde. Tage später starb er im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Nun werden mögliche Details der Tat und ihrer Umstände öffentlich.

Unter Jugendlichen in Eppingen kursiert seit geraumer Zeit ein 15 Sekunden langes Video, welches der Heilbronner Stimme vorliegt. Darauf zu sehen sind zwei junge Männer. Zumindest einer von ihnen prügelt im überdachten Fahrradstand beim Eppinger Bahnhof mit Fäusten auf einen Mann ein, ringt ihn zu Boden und tritt nach ihm. Der andere scheint seinen Kumpan wegzuziehen. Die Szene ist nicht eindeutig. Eine Frau steht daneben und ruft Hilfe herbei. Dann lassen die Jugendlichen von ihrem Opfer ab und laufen davon. Der attackierte Mann steht auf, schüttelt seine Arme, dann bricht das Video ab.

Ob das Video tatsächlich den Angriff auf den 52-Jährigen am Samstag, 16. Dezember, gegen 14.30 Uhr zeigt, ist offiziell nicht bestätigt. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Am 29. Dezember und nicht am 25., wie Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium irrtümlich meldeten, ist der Eppinger gestorben. Die Obduktion belegt nach Angaben der Ermittlungsbehörden einen Zusammenhang zwischen der gewalttätigen Auseinandersetzung und dem Tod.

Mann in Eppingen aufs Heftigste verprügelt: Mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft

Die beiden 14 und 16 Jahre alten Tatverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft. Unter Jugendlichen in Eppingen scheinen die mutmaßlichen Täter keine Unbekannten zu sein. Sie sollen nach Informationen dieser Redaktion aus zwei unterschiedlichen Eppinger Stadtteilen kommen. Insbesondere der Jüngere soll "nicht viel brauchen, um gereizt zu sein", berichtet beispielsweise eine junge Frau. "Der hatte schon öfter Stress."

Was an jenem Samstagnachmittag im Dezember der Auslöser für die Auseinandersetzung in der Fahrrad-Abstellanlage war, ist bisher unbekannt. Die Spekulationen reichen von möglichen Drogengeschäften bis hin zu verschüttetem Getränk auf einem Roller. Laut Ermittlern sollen sich der Mann und die Jugendlichen vorher nicht gekannt haben.

Weiter unklar sind die Hintergründe einer weiteren Tat, die Polizei und Staatsanwaltschaft den Verdächtigen vorwerfen. Es handelt sich um ein Raubdelikt im Herbst des vergangenen Jahres. Dieses steht nicht im Zusammenhang mit der Attacke gegen den 52-Jährigen.

Menschen äußern in Eppingen ihr Entsetzen über die Tat und den Tod des Opfers

In der Stadt löst der Tod des Mannes Entsetzen aus. "Ich bin geschockt, es ist unfassbar", sagt Isabel Pilch aus Ittlingen. Die 50-Jährige arbeitet in Eppingen und hat gestern von den Ereignissen erfahren. Sie habe es nicht für möglich gehalten, dass eine derartige Tat am helllichten Tag in Eppingen passiert.

Ein Geschäftsmann, der ungenannt bleiben möchte, sagt, ihn überraschten die Vorkommnisse nicht. Er beobachte immer wieder, wie Menschen im Bereich des Bürgerparks von jungen Leuten, die sich dort aufhielten, angepöbelt werden – grundlos. Sahit Muharremaj (64) berichtet vom Treffpunkt junger Menschen beim Bahnhof. Zur losen Gruppe gehörten zehn bis 15 Jugendliche. Was sie dort abends veranstalteten, wisse er nicht. "Ich habe ein ungutes Gefühl."

 

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