Neues Lokal in Gemmingen: Italienische Küche in der früheren Krone
Maria Cristina und Carmelo Milici übernehmen die Krone in Gemmingen – und setzen nicht nur beim Namen neue Akzente. Folgen hat dies auch für die kleine Brauerei, die zur Krone gehörte.

Nur noch wenige Tage, dann wird in der Gemminger Gastronomie ein neues Kapitel aufgeschlagen, wenn die traditionsreiche Krone Geschichte ist und dem Fuhrmann Platz macht. Il carrettiere - zu Deutsch: der Fuhrmann - haben Maria Cristina und Carmelo Milici ihre Gaststätte genannt.
"Wir hatten bislang in Schwaigern ein Bistro, das schon diesen Namen hatte", erzählt Carmelo Milici, "doch unser Hauptgeschäft war das Catering." Seit neun Jahren ist der Sizilianer im Catering unterwegs, inzwischen nennt er vier Food Trucks, zwei mit Pizza, einen mit Pizza und Pasta und einen mit Pasta, sein Eigen.
Neue Gemminger Krone-Macher waren mit Catering aktiv – Die Food Trucks bleiben
"Wir haben 18 Mitarbeiter und sind deshalb flexibel", erzählt der Gastronom. "Beispielsweise arbeiten neben mir meine Tante und eine weitere Mitarbeiterin in der Küche, und wir kochen alle auf beinahe dem gleichen Niveau, so dass es möglich ist, die Food Trucks neben der Gaststätte weiterzubetreiben." Eine eigene Gaststätte, das ist für den zweifachen Vater ein Kindheitstraum.
"Mein Mann steht in der Küche seit er sieben oder acht Jahre alt war, da seine Eltern schon eine Gaststätte hatten. Er ist Koch mit Leib und Seele", erzählt Maria Cristina Milici. Sie arbeitet Teilzeit in einer Arztpraxis. "Hier werde ich helfen, wann immer es möglich ist". Zu dem Objekt kam das Paar durch einen Kunden. "Er hat das Gebäude gekauft und da ihm gefällt, wie ich koche, hat er uns angesprochen", erzählt Carmelo Milici. "Da uns die Räume gefallen haben, haben wir zugesagt." Seit vergangener Woche erfolgt der Umzug.
Zutaten für das Il carrettiere in Gemmingen werden aus Italien importiert
In Gemmingen will Carmelo Milici seinen Gästen original italienische Küche bieten. "Wir importieren alle Lebensmittel selbst direkt aus Italien. Nur so können wir die original Qualität bieten. Wir schneiden die Lebensmittel wie den Käse, der in Laiben geliefert wird, jeden Tag frisch auf." Passend dazu kredenzt der Gastronom die passenden italienischen Weine, verspricht aber: "Selbstverständlich haben wir für diejenigen, die italienische Weine nicht mögen, deutsche Tropfen auf der Karte."
Auch das eine oder andere deutsche Gericht wird sich auf Milicis Speisekarte finden. "Für den Mittagstisch möchte ich den Krone-Klassiker etablieren", verrät der Koch. "Ich habe schon mit Herbert Quint, dem Vor-Vorbesitzer gesprochen. Er hat zugesagt, mir die Gerichte, die sich bei ihm als Klassiker herauskristallisiert haben, zu zeigen. Wir werden sie zunächst mal gemeinsam kochen."
Pizzateig als Herzensangelegenheit für Koch Carmelo Milici
Während er sich für die deutsche Küche anfangs Hilfe holt, weiß Milici schon ganz genau, wie er die italienischen Klassiker zubereiten wird. "Wir werden unsere Pizza im Steinofen bei 400 Grad backen und wir verwenden auch typisch italienischen Mozzarella statt geriebenem Käse."
Von der Konkurrenz möchte sich Milici auch durch besondere Pizzakreationen unterscheiden. "Bei uns bekommt man beispielsweise keine Pizza Hawaii, dafür machen wir eine Pizza mit Kartoffelstücken." Bei Pizza geht Carmelo Milici ohnehin das Herz auf. "Wir setzen unseren Pizzateig 24 Stunden vor dem Backen an und benutzen ein spezielles Pizzamehl aus Italien. Das sorgt dafür, dass die Pizza fluffig wird und der Rand schön hochbackt."
Brauerei der Krone im Gemmingen verschwindet
Anders als die Vorgänger wird Carmelo Milici alle drei Gasträume mit insgesamt 140 Plätzen bespielen. Doch mittelfristig will er nicht nur im Erdgeschoss Gäste empfangen. "Sobald der Saal ertüchtigt ist und ein neues Brandschutzkonzept erstellt und umgesetzt ist, möchten wir dem Saal mit Veranstaltungen neues Leben einhauchen." Auch die Gästezimmer und Wohnungen werden wieder mit Leben gefüllt. Die Brauerei dagegen soll von der Bildfläche verschwinden.
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