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Gemmingen

Hier ist der Bierkonsum nicht rückläufig

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Das Ehepaar Düsterhus schenkt in der Krone in Gemmingen hauseigenes Bier aus.

Von Nicole Theuer
Friederike und Sebastian Düsterhus im Sudhaus ihrer kleinen Privatbrauerei. Sie kümmert sich um den Restaurantbetrieb, er um das Bier. Foto: Franz Theuer
Friederike und Sebastian Düsterhus im Sudhaus ihrer kleinen Privatbrauerei. Sie kümmert sich um den Restaurantbetrieb, er um das Bier. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz

Seit einigen Jahren sinkt der Bierkonsum in Deutschland. Zuletzt flossen pro Kopf rechnerisch 101 Liter Gerstensaft in deutsche Kehlen. Ein Trend, der Brauereien Sorgen bereitet. Trotzdem haben Friederike und Sebastian Düsterhus mit ihrer Privatbrauerei den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Gemeinsam übernahm das Ehepaar das Restaurant „Zur Krone“ in Gemmingen und gliederte an die Gaststätte ein Brauhaus an. 

„Ich bin gelernter Brauer und Mälzer und habe die Weiterbildung zum Braumeister gemacht“, erzählt Sebastian Düsterhus. Als seine Schwiegereltern, Silvia und Herbert Quint, die seit 2001 die Krone betrieben haben, den Rückzug ins Privatleben planten, „haben wir überlegt, ob wir weiter als Angestellte arbeiten wollen oder hier einsteigen“, so der gebürtige Düsseldorfer, der seine Ausbildung in Köln begonnen hat und seine Frau durch den Beruf kennenlernte. „Es hat sich angeboten, das Restaurant zu übernehmen.“

Während sich ihr Mann um den flüssigen Teil der Speisekarte, das hauseigene Bier, kümmert, zeichnet Friederike Düsterhus für den Restaurantbetrieb verantwortlich. „Wir haben den Gastraum umgebaut, moderner gestaltet, auch eine neue Küche eingebaut“, zählt sie auf. Doch was sollte aus der alten, nicht mehr betriebenen Kegelbahn werden? „Der Raum hatte schon viele Funktionen, war auch mal Lager“, erinnert sich Friederike Düsterhus. Letztlich entstand die Idee, in dem zur Gemminger Straße hin gelegenen Raum, der durch große Fenster den Blick in sein Inneres preisgibt, ein offenes Sudhaus zu installieren.

Dort braut Sebastian Düsterhus momentan sein Jubiläumsbier fürs 1250-jährige Ortsjubiläum – ein obergäriges, dunkles Bier, das an das Düsseldorfer Altbier erinnert. „Es ist schnell gebraut und kann nach zwei Wochen ausgeschenkt werden“, erzählt der Braumeister. Die Altbierrezeptur hat er etwas verändert, damit das Gemminger Bier seine eigene Note bekommt. 

Das Getränk kommt bei den Gästen an, das zeigte sich auch beim Brauereifest am Vatertag. „Bei uns ist der Bierumsatz gestiegen“, freut sich Friederike Düsterhus. „Die Gäste und Kunden achten heute sehr auf die Qualität des Produkts“, hat sie festgestellt. So sei es zu erklären, „dass der Bierumsatz der Kleinstbrauereien steigt, während er bei den Großen sinkt.“ Keinen Hehl macht die Gastronomentochter daraus, dass auch Bierbrauen den Gesetzen der Natur unterliegt. „Hopfen und Malz sind Naturprodukte, bei denen nicht jeder Jahrgang gleich ist, so dass das Bier in Nuancen unterschiedlich schmecken kann.“

Neben dem obergärigen Jubiläumsbier lagert in den Tanks ein helles Kellerbier, das nach seiner Reifung ebenfalls auf der Getränkekarte stehen wird. „Wir werden uns auf zwei, drei Hauptsorten konzentrieren“, kündigt Sebastian Düsterhus an, „und gegebenenfalls in kleinerem Rahmen Craftbeersorten brauen“.

 

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