Eppinger Revierförster und Heimatkundler erhält Seidenwappen der Stadt
Holaschke ehrt den scheidenden Revierförster Michael Meny. 34 Jahre lang hatte er das Forstrevier Birkenbach geleitet. Sein Nachfolger wird Kreis-Forstamtmann Jochen Rüb, den Eppingen bestens bekannt. Was Menys größte Herausforderungen waren:

Gemessen an dem Lebenszyklus einer Eiche sind 34 Jahre nicht viel, räumte Michael Meny ein. Doch für die Stadt Eppingen ist dessen jahrzehntelanges Wirken als Revierleiter im Stadtwald ein Garant für nachhaltige stabile Holzerträge, zollte OB Klaus Holaschke dem nun in den Vorruhestand rückenden Kreis-Forstamtsrat bei einer Ehrung mit dem Seidenwappen der Stadt Respekt. Zumal der Geehrte aus Eppingen, genauer: aus Richen stammt und abgesehen von einer achtjährigen Episode als Förster an vier Standorten in Baden-Württemberg immer seiner Heimat treu geblieben ist.
Davon zeugt auch Menys Engagement im Heimatverein Richen, dessen Vorsitz er seit 2003 innehat. Der Aufbau des Bauernmuseums ab dem Jahr 2000 sei mit viel Eigenleistung und Unterstützung der Stadt erfolgt, so Holaschke an die Adresse des Vereinsvorsitzenden gerichtet. Auch beim 1250-Jahr-Feier von Richen im Jahr 2019 habe sich Meny mit großem Engagement eingebracht, erinnert das Stadtoberhaupt.
Orkan vernichtet 20000 Festmeter Holz
Für die Bürger war der Forstmann wegen einer ganz pragmatischen Sache ein wichtiger Absprechpartner: In Zusammenarbeit mit seiner langjährigen Kollegin in der städtischen Liegenschaftsverwaltung, Claudia Weiland, und seinem langjährigen Kollegen im Forstrevier Ottilienberg, Jürgen Stahl, organisierte Meny den Verkauf von Brennholz aus dem Stadtwald. "Wir waren jahrelang der größte Brennholzlieferant im Landkreis", bestätigt der 1958 in Richen Geborene und dort auch Aufgewachsene.
Zu den größeren Herausforderungen im Stadtwald Eppingen zählen Stürme und lang anhaltende Dürrephasen. So sorgte Orkan Wiebke im Jahr 1990 für die Schädigung von mehr als 20 000 Festmetern Holz auf einer Fläche von 30 Hektar. Das entsprach dem 1,6-fachen des Jahreseinschlags. Schadenssumme damals: 700 000 DM. Sturm Lothar erzeugte zum Jahresende 1999 eine Schaden ähnlichen Ausmaßes. Seit 2018 ist es der Kampf gegen Trockenheit und Käferbefall, der Meny und seinen Kollegen Kopfzerbrechen bereitet. Waldumbau hin zu mehr klimastabilen Baumarten ist nicht erst seit dieser Zeit ein Hauptthema im Eppinger Stadtwald. Dass es in Menys leitender Dienstzeit keine Unfälle mit schweren Verletzungen gegeben hat, ist wohl auch dem Richener zu verdanken: "Sicherheit steht bei mir stets an erster Stelle." Vor allem bei der Beseitigung von Sturmholz sei Vorsicht geboten. "Das geschädigte Holz verhält sich sehr unberechenbar."
Wie das Amt des Wildtierbeauftragten in der Familie blieb
Weil Michael Meny und dessen Kollegen auch für die Verwaltung des Ittlinger Gemeindewaldes zuständig waren, erhielt er auch von Bürgermeister Kai Kohlenberger dankende Worte. Nicht unerwähnt blieb Menys Zusatzauftrag als Wildtierbeauftragter im Landkreis Heilbronn, den er von 2005 bis 2020 ausübte. Meny konnte das Amt in die Hände seiner Tochter Julia, die wie ihr Vater Forstwesen studiert hatte, abgeben.
Menys Nachfolger als Leiter des Forstreviers Birkenbach wird ab 1. September Kreis-Forstamtmann Jochen Rüb, der in Eppingen kein Unbekannter ist. Er war mehr als 20 Jahre lang, bis zur jüngsten Forstreform im Jahr 2020, Leiter des Staatswaldes in der Eppinger Außenstelle der kreislichen Forstverwaltung. Dass er nun Menys Nachfolge antritt, bezeichnet Holaschke als "gute Lösung". Bis Ende August betreut interimsweise der Forst-Trainee Kai Hagenbruch Menys Tätigkeitsbereich.
Was Michael Meny in seiner hinzugewonnenen Freizeit anstellt
Bevor Meny ganz offiziell in Pension geht, absolviert ei ein einjähriges Sabbatical. Dabei handelt es sich um eine Vorruhestandslösung, die Meny mit seinem Arbeitgeber, der Landkreisverwaltung Heilbronn, einvernehmlich ausgehandelt hat. Was er mit seiner neu erworbenen Freizeit anstellt? Vermutlich eine ganze Menge. Den der Richener ist an verschiedenen Stellen ehrenamtlich engagiert, nicht nur im Heimatverein. So ist Meny Landesgruppen-Vorsitzender beim Weimaraner-Klub.
Die Würdigungen der Stadt Eppingen für besondere Leistungen für das Allgemeinwohl und für Lebensläufe, die besonders eng mit der Stadt verbunden sind, sind in der Ehrenordnung geregelt.Die höchste Auszeichnung ist demnach das Ehrenbürgerrecht, das aktuell keinen lebenden Träger aufweist. Letzter lebender Ehrenbürger war der langjährige Gemeinderat Klaus Kirchgeßner, der 2018 gestorben ist. Daneben gibt es den Wappenteller, die Bürgermedaille und das Seidenwappen. Darüber hinaus gibt es Ehrungen für besondere Leistungen im Sport und Vereinen, sowie für Lebensretter und Blutspender.
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