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Bad Rappenau
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Schüler der Bad Rappenauer Verbundschule knüpfen erste Kontakte ins Arbeitsleben

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Die Bad Rappenauer Verbundschule hat für die angehenden Hauptschulabsolventen ein Bewerbungsplanspiel organisiert. Im Gespräch mit Unternehmen aus der Region konnten die Schüler den Ernstfall üben.

Nico Arnold möchte Schreiner werden. Um auf Vorstellungsgespräche vorbereitet zu sein, nimmt er am Bewerbungsplanspiel teil.
Foto: Elfi Hofmann
Nico Arnold möchte Schreiner werden. Um auf Vorstellungsgespräche vorbereitet zu sein, nimmt er am Bewerbungsplanspiel teil. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Nico Arnold hat sich schick gemacht. Gleich hat der Achtklässler ein weiteres Bewerbungsgespräch, diesmal bei Lidl. Schreiner möchte der Treschklinger nach seinem Hauptschulabschluss werden. Etwas nervös nimmt er vor der Personalerin Platz und stellt sich vor.

Den Ernstfall mit Betrieben simulieren

Dass es sich dabei nicht um ein echtes Vorstellungsgespräch handelt, sondern um das Bewerbungsplanspiel der Bad Rappenauer Verbundschule, fällt eigentlich nur auf, weil der Termin in einem der Klassenzimmer stattfindet. "Wir wollen den Ernstfall mit echten Betrieben simulieren", erklärt Schulleiterin Yvonne Geier. Der Realitätsbezug sei so viel höher, als wenn die Schüler nur mit ihren Lehrern üben würden.

Das Planspiel in dieser Form wird zum zweiten Mal angeboten. "Anfangs haben wir gemeinsam mit dem DGB einen solchen Tag veranstaltet", erinnert sich Yvonne Geier. Doch da die Förderung des Gewerkschaftsbunds weggefallen ist, habe man die Organisation selbst in die Hand genommen.

15 Minuten dauert ein Gespräch

An der zentralen Anlaufstelle im Erdgeschoss verteilt Judith Galler derweil die Achtklässler auf die teilnehmenden Unternehmen. Insgesamt vier Stationen muss jeder Schüler besuchen. "Ich versuche, auch Wünsche zu berücksichtigen", sagt Galler, während sie kleine Zettel mit Namen aufklebt, um einen Überblick über die Belegung zu behalten. 15 Minuten dauert ein Gespräch, zu dem eine im Deutschunterricht erstellte Bewerbungsmappe mitgebracht wird.

Die Personaler füllen im Anschluss einen Bogen aus, in dem sie Unterlagen, Körpersprache oder das Erscheinungsbild bewerten. Besonders bei letzterem haben sich die Jugendlichen viel Mühe gegeben. Das fällt auch Josef Reif auf. "Die Jogginghosenquote ist auf jeden Fall viel niedriger als sonst", sagt der Konrektor der Verbundschule. Und auch Yvonne Geier verteilt Komplimente an die Schülerinnen und Schüler ob ihrer Kleidung.

Verbesserungen werden direkt umgesetzt

Nachdem die Hälfte des Planspiels vorbei ist, zieht Judith Galler ein erstes Fazit: "Sie nehmen die Tipps der Unternehmen sehr ernst." Einige Jugendliche würden direkt im Anschluss zu ihr kommen und fragen, wie sie die Vorschläge in ihrem nächsten Gespräch umsetzen können. "Auch dank des Bogens sieht man im Laufe des Tages auf jeden Fall eine Verbesserung", so die Pädagogin.

Im Idealfall können die Schüler, die im kommenden Jahr ihren Hauptschulabschluss machen, wichtige Kontakte für ihr Berufsleben knüpfen. "Ein Mädchen hat eine Visitenkarte bekommen und soll sich melden", erzählt Josef Reif nicht ohne Stolz.

Währenddessen wird Nico Arnold zu seinen Hobbys befragt, die er in seinem Lebenslauf aufgelistet hat. Auch seine bisherigen Erfahrungen als Praktikant in einer Schreinerei interessieren die Lidl-Mitarbeiterin. Eben die klassischen Fragen, die auch in einem echten Bewerbungsgespräch gestellt werden würden.

 

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