Würth äußert sich zu Millionen-Plänen für Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe
Bis zu 70 Millionen will das Unternehmen Würth in das Wald- und Schlosshotel in Friedrichsruhe stecken – und plant sogar eine weitere Investition. Bahnt sich außerdem eine Kooperation mit einem Konkurrenten an?
Ende Juli hatte Hoteldirektor Rolf E. Brönnimann für Aufsehen gesorgt: Beim Besuch von Tourismusstaatssekretär Patrick Rapp kündigte der Chef des Wald- und Schlosshotels Friedrichsruhe an, dass die Würth-Gruppe plane, zwischen 50 und 70 Millionen in ihr Fünf-Sterne-Superior-Haus zu investieren. Neben einer energetischen Sanierung solle die Zimmerzahl nahezu verdoppelt, die Waldschenke abgerissen werden. Das Ziel: wirtschaftlicher werden. Sowohl Auslastung als auch Verweildauer der Gäste seien zu niedrig, so Brönnimann.
Würth nimmt Stellung zu Millionen-Investition ins Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe
Erste Stimmen aus der Hotelbelegschaft und dem Tourismus reagierten durchweg positiv auf die angekündigten Pläne von Würth. Auf Nachfrage unserer Redaktion meldet sich nun die Würth-Gruppe zu Wort – und scheint auf die Euphorie-Bremse zu drücken: Man befinde sich „aktuell in der Planungsphase der Investitionen in das Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe.
Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen hängt stark von der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Situation ab“. Sprich: In trockenen Tüchern ist das Ganze noch nicht. Sollte das Geld dafür da sein, wird man schrittweise versuchen, die Pläne umzusetzen.
Der Fokus, so das Unternehmen, liege zunächst auf energetischen Sanierungen sowie kleineren Anpassungen in der Zimmerausstattung. Die von Brönnimann erwähnte Verdoppelung der Bettenkapazität „erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt“, heißt es in dem Statement weiter. Konkretere Angaben zu den Plänen macht das Unternehmen nicht, ebenso über den Zeitrahmen gibt es keine Auskunft.
Konkurrent meldet sich zu Millionen-Plänen von Würth in Friedrichsruhe zu Wort
Auch beim Wellness-Hotel-Konkurrenten Mawell in Langeburg beobachtet man die Entwicklungen in Friedrichsruhe. Wobei man dort nicht von Konkurrenz sprechen möchte: „Aus unserer Sicht besteht kein Konkurrenzdenken, sondern vielmehr die Chance, gemeinsam den Tourismusstandort Hohenlohe weiter in seiner Vielfalt zu stärken“, sagt Wolfgang Maier, Inhaber und Geschäftsführer des Mawell Resorts, auf Nachfrage unserer Redaktion.
„Wir gratulieren dem Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe von Herzen zu dieser weitreichenden Investitionsentscheidung. Wenn etablierte Häuser in ihre Zukunft investieren, hebt das das Niveau und die Attraktivität des gesamten Umfelds“, ist Maier überzeugt.
Bahnt sich Kooperation zwischen Wald- und Schlosshotel und Mawell-Resort an?
Und er geht noch einen Schritt weiter: „Ob im Marketing, bei der Ausbildung, im Einkauf oder durch Mitarbeiter-Sharing – Potenzial für Kooperation ist in vielen Bereichen vorhanden.“ Bahnt sich da eine Zusammenarbeit der beiden Häuser an?
Touristische Projekte der Würth-Gruppe
Würth investiert immer wieder in touristische Projekte in der Region Hohenlohe und in der Stadt Schwäbisch Hall. Neben dem Neubau des Panoramahotels in Waldenburg hat das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren etwa das Carmen-Würth-Forum in Gaisbach als modernen Veranstaltungsort gebaut – mit dem darin integrierten Museum Würth 2. Darüber hinaus soll die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall bis Herbst 2026 um 600 Quadratmeter erweitert werden.
Viel verrät Wolfgang Maier nicht, erklärt aber: „Erste Kontakte mit Herrn Brönnimann waren bereits sehr positiv, und wir vom Mawell Resort freuen uns über die frischen Impulse, die mit dieser Investition für die gesamte Region verbunden sind.“
Touristikgemeinschaft Hohenlohe sieht wichtigen Schritt in Investition ins Wald- und Schlosshotel
„Äußerst positiv“ wertet auch die Touristikgemeinschaft Hohenlohe (TG) die Ankündigung der umfangreichen Investition. Diese sei einerseits ein wichtiger Schritt, „die touristische Infrastruktur in der Region zu verbessern und die Attraktivität zu erhöhen“, andererseits „spielt die Maßnahme auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine wichtige Rolle für die Zukunft des Landkreises“.
Aber bringt ein Einzelprojekt dem Tourismus in Hohenlohe tatsächlich so viel? Aus Sicht der TG ein klares Ja: „Ein modernisiertes und qualitativ hochwertiges Hotel wird nicht nur eigene neue Gäste anziehen, sondern auch die Sichtbarkeit unserer Region im überregionalen Tourismus fördern. Dies kann Auswirkungen auf umliegende touristische Einrichtungen haben.“ So nennt die TG etwa Gastronomiebetriebe und Freizeitanbieter. Ein Projekt wie in Friedrichsruhe stärke die gesamte touristische Region als attraktives Urlaubsziel.
Hotelsektor in Hohenlohe ist herausfordernd – „in Qualität und Vielfalt investieren“
Im Hotelsektor gebe es insgesamt noch Herausforderungen, erklärt die TG weiter. „Es ist daher entscheidend, dass wir kontinuierlich in die Qualität und Vielfalt unseres Angebotes investieren. Die angekündigten Maßnahmen spielen eine zentrale Rolle, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Es ist wichtig, das Gleichgewicht zwischen traditionellen und neuen Angeboten zu halten, um ein breites Publikum anzusprechen.“
Das Wald- und Schlosshotel soll überdies nicht als einzige Einrichtung der Würth-Gruppe eine Frischzellenkur erhalten. Es sei „auch die Sanierung des Hotel-Restaurants Anne-Sophie am Schlossplatz in Künzelsau geplant“, erklärt das Unternehmen. Das Hotel, das 2003 eröffnet wurde, ist in drei historischen Gebäuden untergebracht, eines davon am Schlossplatz, zwei in der Hauptstraße.
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