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Hohenlohekreis schließt einige Sammelunterkünfte für Geflüchtete

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Im Hohenlohekreis gibt es weiter Veränderungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Gut bewährte Unterkünfte bleiben bestehen, andere werden geschlossen. Die Belegungszahlen sinken insgesamt.  


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Der Hohenlohekreis spürt eine deutliche Entlastung bei der vorläufigen Unterbringung von Geflüchteten. Die zehn Sammelunterkünfte sind aktuell nur noch etwa zur Hälfte belegt. Mit den sinkenden Zuweisungszahlen einhergeht eine Stärkung des bereits zuvor eingeleiteten Strategiewechsels.

„Wir sind dabei, bestehende Flüchtlingsunterkünfte zu schließen, bei denen bestehende Verträge auslaufen, mit dem Ziel, unsere Kapazitäten insgesamt zu reduzieren“, erklärt Kreissprecher Sascha Sprenger.

Unterbringung von Geflüchteten im Hohenlohekreis: nicht jede Unterkunft geeignet

„Unser Ansatz orientiert sich weiterhin an der Strategie, bewährte und gut funktionierende Liegenschaften beizubehalten und im Einzelfall auch weiter zu verlängern.“ Gleichzeitig gelte es, „weniger geeignete oder ineffiziente Liegenschaften nicht zu verlängern, sondern deren Verträge auslaufen zu lassen und sich ergebende Möglichkeiten zum Erwerb oder zur Sanierung von eigenen Objekten zu nutzen.“

Die Vorgabe des Ministeriums für Justiz und Migration, sogenannte „Standby-Betriebe“ zu prüfen, sei ebenfalls Bestandteil dieses Gesamtkonzepts. „Ziel ist es, ein agiles Liegenschaftsmanagement zu etablieren, das flexibel auf veränderte Zugangszahlen reagieren kann und gleichzeitig die Effizienz und Wirtschaftlichkeit maximiert.“

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Zehn Sammelunterkünfte mit 724 Plätzen für Geflüchtete stehen bereit

Im November 2023 betrieb der Hohenlohekreis noch 15 Sammelunterkünfte mit 763 Plätzen, von denen 659 belegt waren. Dies entsprach einer Auslastung von 86 Prozent. Im Juni 2025 sind es noch zehn Sammelunterkünfte mit 724 Plätzen, von denen aktuell 354 belegt sind. Damit ist die gesamte Kapazität nur noch zu 49 Prozent ausgelastet. „Bis Jahresende 2025 rechnen wir mit 722 Plätzen und einer Belegung von rund 250 Personen“, so Sprenger.

Zahl der monatlichen Neuzuweisungen von Geflüchteten stark gesunken

Die Zahl der dem Hohenlohekreis neu zugewiesenen Geflüchteten ist im Jahresvergleich zwischen 2023 und 2024 stark gesunken: von 456 auf 208. Im Jahr 2025 setzt sich dieser Trend fort. Von Januar bis Mai 2024 waren 83 Asylbewerber und 64 Ukrainer neu in den Kreis gekommen.

Im gleichen Zeitraum 2025 waren es bei den einen nur noch 26, bei den anderen lediglich 37. Im Mai 2025 waren es nurmehr drei Asylbewerber und acht Ukrainer gegenüber 15 hier und 20 dort im Mai 2024. „Wir planen bis Jahresende 2025 mit monatlichen Zugängen von acht Asylsuchenden und zehn Schutzsuchende aus der Ukraine“, sagt Sprenger.

Der Kreissprecher weiter: „Die aktuelle weltpolitische Lage erschwert einen Auf- oder Abbau von Kapazitäten entsprechend den monatlichen Zugängen und macht eine langfristige Planung so gut wie unmöglich. Aufgrund dessen können Containeranlagen auch einmal leerstehen. Aktuell wird sich die Belegung auf ausgewählte Anlagen konzentrieren.“ Außerdem prüfe der Kreis wie angekündigt den Verkauf von „eigenen kleinen Objekten“ sowie „die Kündigung von ineffektiven Mietobjekten und nicht wirtschaftlichen Pachtverträgen“.

Diese Unterkünfte für Geflüchtete wurden zuletzt aufgegeben

Zuletzt waren im Juli und September 2024 zwei kleinere Unterkünfte in Künzelsau mit zwölf und 18 Plätzen abgegeben worden. Die Unterkunft in Belzhag ist derzeit gar nicht mehr belegt und wird ebenfalls aufgegeben, wenn der Mietvertrag zum 31. August 2025 ausgelaufen ist.

In der seit 2022 angemieteten Gewerbehalle in Schwabbach sind derzeit ebenfalls keine Geflüchteten mehr untergebracht. Stattdessen ist die seit 2024 neu errichtete Containeranlage direkt daneben aktuell mit 88 Personen belegt. Vorerst wird in Schwabbach also nur noch diese Unterkunft genutzt.

Diese Unterkünfte sind im Hohenlohekreis neu dazugekommen

In einer Gemeinschaftsanlage mit der Stadt Ingelfingen sind im Kelterweg zuletzt 54 Plätze neu dazugekommen, außerdem in Kupferzell 84 weitere Plätze in einer zweiten Containeranlage neben der bestehenden in der Schloßstraße. Ein weiteres Gebäude mit 48 Plätzen in Neuenstein, das der Kreis kaufen wollte, soll wegen der sinkenden Zuweisungszahlen jetzt doch nicht als Sammelunterkunft genutzt werden. Vier Unterkünfte sind derzeit im Besitz des Kreises – unter anderem die in der Neuensteiner Bahnhofstraße und in der Würzburger Straße in Künzelsau. Letztere muss teilweise saniert werden. Angemietet sind sechs Objekte. 

Deutlich beruhigt hat sich die Lage derzeit in Pfedelbach. Vor rund zwei Jahren hatte die Flüchtlingsunterkunft im leerstehenden Seniorenheim im Löwengarten für viel Aufregung gesorgt. Der Landkreis lenkte ein und hielt sein Versprechen, dort vorwiegend Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderung unterzubringen. Anfang 2024 waren rund 80 Menschen untergebracht. Aktuell hat sich die Zahl deutlich reduziert. Die Unterkunft ist mit 52 Personen belegt. Rund die Hälfte davon sind Jugendliche. Die Stimmung sei ausgeglichen und friedlich, sagt ein Sprecher des Landratsamts. Es liegen aktuell keine Beschwerden vor.

Um die neue Containeranlage für mehr als 100 Geflüchtete in der Schwabbacher Maybachstraße hatte es in Bretzfeld im Vorfeld ebenfalls lautstarken Widerstand gegeben. Die Gegner hatten sogar einen Bürgerentscheid gefordert, kamen damit aber nicht durch. Auch hier hat sich die Situation entspannt, seit die Unterkunft belegt ist. 

Von den Bewohnern der neuen Flüchtlingsunterkunft im Kelterweg in Ingelfingen bekommt Susanne Schmezer vom Weingut Gaufer nicht viel mit. Dabei lebt und arbeitet sie in der direkten Nachbarschaft. Die Menschen seien freundlich. In der Containeranlage ist die vorläufige Unterkunft des Kreises mit der Anschlussunterbringung der Stadt kombiniert. „Man sieht auch einige Bewohner der Anschlussunterbringung morgens zur Arbeit gehen.“ Insgesamt sei es sehr ruhig gewesen um diese Unterkunft. „Ich war immer dafür, dass die Menschen im Ort untergebracht werden“, betont die Stadträtin. Die Containeranlage sei noch nicht voll, viele Bewohner seien Familien. sk/von/göz

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