24/7-Supermarkt: Einkaufen auf der Giebelheide rückt näher
Gemeinderat Niedernhall legt Standort für geplanten 24-Stunden-Supermarkt im Wohngebiet Giebelheide fest. Die endgültige Entscheidung steht und fällt aber mit den Kosten.

Eine Einkaufsmöglichkeit auf der Giebelheide: Dieser Traum ist in Niedernhall so alt wie das Wohngebiet selbst. Denn schon damals wurde eine – bis heute – unbebaute Fläche freigehalten mit der Intention, dort irgendwann einen Lebensmittelmarkt und eventuell Gastronomie anzusiedeln. Mit dem rasanten Einwohnerwachstum der vergangenen Jahrzehnte auf der Höhe, wächst auch der Bedarf. Doch das Interesse, dort einen Einkaufsmarkt anzusiedeln, hielt sich bislang von Anbieterseite in Grenzen. Nun signalisierte jüngst das Unternehmen Ortkauf aus Schwäbisch Hall Interesse, einen 24-Stunden-Selbstbedienungssupermarkt auf der Giebelheide realisieren zu wollen (wir berichteten).
Für 24-Stunden-Einkaufsladen braucht es erst ein neues Gebäude auf der Giebelheide
Das Unternehmen betreibt seit dem vergangenen Jahr auch in der Nachbargemeinde Weißbach einen solchen Laden. Dort ist man jedoch in eine bestehende Ladenfläche eingezogen, das ehemalige „Ums Eck“-Lädle. Ein solches Objekt gibt es auf der Giebelheide jedoch nicht. Es muss also neu gebaut werden, möchte man das Projekt umsetzen. Die Kosten hierfür blieben an der Stadt hängen - und genau das gefällt den Niedernhaller Stadträten weniger. Bereits vor der Weihnachtspause diskutierte das Gremium und kritisierte die geschätzten Kosten von 400.000 Euro.
Gemeinderat Niedernhall wünscht sich Kostensenkung bei geplantem Bau des Einkaufsladens
Die Stadtverwaltung wurde deshalb beauftragt, dass man die Planung weiter intensiviert, mit möglichen Anbietern von Modulbauten Gespräche führt und gemeinsam mit dem Technischen Ausschuss nach Möglichkeiten sucht, die Kosten deutlich zu reduzieren. „Ende Februar, Anfang März, werden die Gespräche mit Firmen stattfinden“, berichtet Bürgermeister Achim Beck.
Niedernhaller Gemeinderat diskutiert Standort für 24/7-Supermarkt auf der Giebelheide
In der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres ging es nun zuvorderst darum, einen Standort für das Gebäude festzulegen, um den Bauantrag in Angriff nehmen zu können. Denn auf den hatte man sich vor Weihnachten nicht mehr einigen können. Nun standen drei Optionen in unmittelbarer Nähe zueinander zur Auswahl. Sie befinden sich rund um den Kreisverkehr am Jugendhaus.
Dabei kristallisiert sich schnell heraus, das die Mehrheit der Räte die grüne oder die schwarze Variante – also auf dem Gelände vor dem Jugendhaus – präferieren. Aber auch die rote Variante fand Freunde. Nicht so bei Stadtrat Peter Lutz: „Ich bin für den Platz vor dem Jugendhaus, weil wir uns sonst das schöne große Baufeld verbauen. Wir wissen ja nicht, was wir dort mal machen wollen.“ Michael Breitschopf sieht das ähnlich und ergänzt: Man müsse sich überlegen, wo eine Nachnutzung sinnvoll umsetzbar wäre, falls sich die Gemengelage irgendwann ändere. Wenn beispielsweise der Gesetzgeber irgendwann das Ladenöffnungsgesetz reformieren sollte und Geschäfte generell sonntags öffnen dürfen, dann lohne sich der Selbstbedienungsladen vielleicht nicht mehr.
Für jeden Standort des 24/7-Supermarktes müssten Parkplätze geschaffen werden
Für die rote Variante auf dem ohnehin für einen Lebensmittelmarkt vorgesehenen Fläche spricht sich unter anderem Daniel Grubmüller aus: Er findet, die anderen beiden Flächen würden bei Veranstaltungen im Jugendhaus als Parkflächen gebraucht. Steffen Bauer wirft in diesem Zuge noch in den Raum, dass man – bei jeder Variante – Parkflächen für den Laden schaffen müsse, damit nicht kreuz und quer an der Straße geparkt werde. Das wiederum, bestätigt die Verwaltung, sei noch nicht eingepreist.
Letztlich wird der Standort rot, rechts von der Zufahrt zur Abt-Knittel-Straße mit vier zu zehn Stimmen abgelehnt. Stattdessen wird der grüne Standort am Jugendhaus bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme beschlossen und damit weiterverfolgt.
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