Niedernhall plant 24/7-Markt auf der Giebelheide
Nachdem in Weißbach ein 24/7-Markt eröffnet hat, schien das Projekt im größten Stadtteil Niedernhalls im Sand verlaufen zu sein. Doch jetzt nimmt Bürgermeister Achim Beck einen neuen Anlauf.
Eigentlich hatte sich das Projekt „Einkaufsladen auf der Niedernhaller Giebelheide“ bereits im Sande verlaufen: Ursprünglich wollten Niedernhall, Weißbach und Forchtenberg gemeinsam die Ansiedlung eines 24/7-Marktes angehen – ganz im Sinne ihres Gemeindeverwaltungsverbandes. „Das hat sich aber erledigt, weil es sich in Weißbach verselbstständigt hat“, erinnert Bürgermeister Achim Beck in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres.
Denn in der Gemeinde kocherabwärts hat in diesem Jahr ein solcher Lebensmittelmarkt eröffnet, der rund um die Uhr geöffnet hat, weitgehend ohne Personal vor Ort. Aber „ein Lebensmittelmarkt in der Giebelheide ist mir schon länger ein Wunsch“, sagt Beck – und deswegen steht er nun wieder auf der Agenda. Denn dort, auf der südlichen Anhöhe oberhalb des Kocherstädtchens, gibt es derzeit keine Möglichkeit für den Einkauf. Dabei ist die Giebelheide der größte Stadtteil Niedernhalls – und wächst immer weiter.

Neuer Anlauf für 24/7-Markt auf der Giebelheide in Niedernhall gestartet: Stadträte diskutieren kritisch
„Mit etwas Glück können wir den Markt nächstes Jahr an Heiligabend um 11 Uhr einweihen“, stellt Beck in Aussicht, wenn die Räte den Beschluss wie vorgeschlagen fassen. Allerdings gibt es Diskussionsbedarf und der Beschluss fällt nicht in dieser Form.
Inzwischen hatte die Stadtverwaltung Kontakt mit dem Betreiber des Weißbacher Markts. Der habe tatsächlich Interesse, auch auf der Giebelheide einen Markt zu eröffnen. Nach der Einschätzung von Stadtrat Peter Lutz zu urteilen, ist das kein Wunder: „Der Weißbacher Markt läuft gut, das ist mein Eindruck. Ich war kürzlich um acht Uhr abends dort, da war die Bude voll.“ Bärbel Carle möchte aber sicher gehen, sie habe Zweifel: „Erfahrungsberichte aus Weißbach wären interessant.“
Modulbau würde 400.000 Euro kosten
Denn für die Stadt Niedernhall wären die Investitionen ungleich höher als in der Nachbargemeinde. In Weißbach ist der Markt in einem bestehenden Haus eingezogen. „Wenn wir eine leere Ladenfläche hätten, wäre das weniger ein Problem.“ Auf der Giebelheide müsse die Gemeinde aber erst ein Gebäude schaffen. Dafür hat die Stadt ein Unternehmen angefragt, das Modulbauten herstellt. „Der Kostenrichtwert liegt bei etwa 400.000 Euro“, berichtet Beck, der auch betont:
„Wir sind mit dem Unternehmen nicht verheiratet“ – und meint damit, dass es auch andere Anbieter gebe, die solche Modulbauten herstellen, und vielleicht einen anderen Preis verlangen. Denn die Summe finden die Räte happig. „Das sind 3000 Euro pro Quadratmeter, der Preis scheint mir recht teuer zu sein“, sagt Bernd Spazierer und fragt, ob die Einrichtung einbezogen sei. Beck erklärt, es handele sich um einen ansprechenden Bau mit Oberlichtern, die für ein angenehmes Einkaufserlebnis sorgten. „Für die Einrichtung ist der Betreiber zuständig.“
Miete würde den Kaufpreis gerade so decken
Der stelle sich dabei eine monatliche Miete im hohen dreistelligen Bereich vor, ergänzt Beck. Damit könne die Stadt die Kosten für den Bau gerade so wieder einnehmen – Beck geht dabei von 40 Jahren möglicher Nutzung aus. Insgesamt sei noch vieles unklar, auch weitere Modalitäten müssen ausgehandelt werden, wie die Stellplatznutzung und die Erschließung des Geländes. An diesem Punkt liegt der größte Diskussionspunkt für die Räte: Über den Standort sind sie nicht einig. Die Verwaltung schlägt vor, den Markt an der Abt-Knittel-Straße aufzustellen, auf die freie Fläche vor dem Jugendhaus. Einige Räte würden den Markt lieber auf der anderen Straßenseite sehen, bei der Kuhsteige, einem Fußweg, der von dem Kreisverkehr wegführt.
Peter Lutz schlägt sich auf die Seite der Verwaltung. Denn auf der Kuhsteige-Seite ist eine bislang unberührte Wiese, „da verbauen wir uns nicht das große Baufeld“. Peter Mettendorfer ist jedoch ein Verfechter des anderen Standorts. „Wir haben in einem anderen Zusammenhang die Verkehrswege angesehen, beim Jugendhaus würde der Markt etwas abseits stehen.“ Außerdem wäre der Markt im Blickfeld von Autofahrern, die aus Richtung Waldzimmern am Wasserturm vorbei Richtung Giebelheide fahren.
Anderer Beschlussvorschlag mit langsamerem Vorgehen
Bürgemeister Achim Beck revidiert also seinen Beschlussvorschlag: Die Standortentscheidung soll nun im Januar getroffen werden. Mit dem Einvernehmen des Gemeinderats soll sich der Technische Ausschuss mit Betreiber, Modulanbieter und Bauamt zusammensetzen und „schauen, wie man die Kosten reduzieren kann“. Außerdem soll das Bauamt gleichzeitig weitere Angebote für Modulbauten einholen. „Dann können wir den Markt vielleicht nächstes Jahr an Heiligabend um 17 Uhr einweihen“, scherzt Beck. Die Räte entscheiden einstimmig für den Vorschlag.
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