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Wandern und Wallfahrt

Von Westernhausen zum Kloster Schöntal pilgern: Unterwegs auf dem Jakobsweg in Hohenlohe

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Zwischen Rothenburg ob der Tauber und Speyer verläuft ein Jakobsweg. Auf einer Etappe zwischen Westernhausen und dem Kloster Schöntal können Wanderer auch kleine Wallfahrtsorte entdecken.


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Wer pilgern mag, muss dafür nicht nach Frankreich fahren. Auch durch Hohenlohe führt ein Jakobsweg. Der Anfang liegt in Rothenburg ob der Tauber, sein Ziel in Speyer. Für Wander- oder Pilgerfreudige bietet sich zum Beispiel die Etappe zum Kloster Schöntal an.

Von Westernhausen zum Kloster Schöntal: Auf dem Jakobsweg durch Hohenlohe

Ab Westernhausen geht es für knappe sieben Kilometer und zwei Stunden lang immer dem Muschelsymbol nach zum Kloster. Ein wenig Kondition – und auf einigen Metern auch Trittsicherheit – sind nötig, um den Weg zu meistern. Selten führt der Pfad über einen längeren Zeitraum steil bergan oder -ab, dennoch werden insgesamt gut 150 Höhenmeter aufwärts und 170 Höhenmeter abwärts überwunden.

Der Muschel nach wandern: Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber nach Speyer

Wer nicht wieder zurücklaufen mag, parkt sein Auto am besten nahe des Klosters und nutzt die Buslinie 11 unterhalb der Klosteranlage.
Ausgestiegen am Bahnhof Westernhausen, geht es entlang der Brückenstraße Richtung Gasthof zum Ochsen. Hier können sich Wanderer vorab stärken – Mitte September ist das Lokal allerdings für einige Tage geschlossen. Vor dem Gasthof geht an dem kleinen Platz entlang nach rechts. Linkerhand des Bachlaufs geht es weiter, dort wartet der erste Wegweiser an einem Regenrohr: eine gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund. Entlang der Häuser geht es leicht bergauf und vorbei an der Kirche St. Martinus. Links zweigt der Weg zum Friedhof ab, vorbei an einer Marienstatue wandert man bergauf und hinein in den Wald.

Der Trampelpfad führt schließlich auf einen breiteren Weg und nach wenigen Minuten schon wieder raus aus dem Wald. Rechts an einer Scheune, gegenüber vom Spielplatz, findet sich ein nächster Wegweiser. Von jetzt an führt der Weg größtenteils auf befestigtem Untergrund und fast immer unter freiem Himmel vorbei an Wiesen, Wald und Feldern.

Von Westernhausen bis zum Klosterschöntal führt ein knapp sieben Kilometer langer Weg durch Hohenlohe. Der Abschnitt des Jakobswegs von Rothenburg ob der Tauber nach Speyer verläuft vor allem unter freiem Himmel.
Von Westernhausen bis zum Klosterschöntal führt ein knapp sieben Kilometer langer Weg durch Hohenlohe. Der Abschnitt des Jakobswegs von Rothenburg ob der Tauber nach Speyer verläuft vor allem unter freiem Himmel.  Foto: Klara Landes

Alte Obst- und Nussbäume säumen den Weg: Jakobsweg durch Hohenlohe

Nach etwa 2,3 Kilometern muss eine wenig befahrene Straße überquert und wenige Metern an ihr entlang gelaufen werden. Vorbei an alten Obst- und Nussbäumen wandert man mit wenig Steigung zum Landgut Halsberg. Im Biergarten oder im Restaurant können sich hungrige Wanderer nachmittags stärken..

Wer an der Kreuzung zwischen Hühnern, Backsteingebäude und Bäumen die nächste Jakobsmuschel findet, gelangt auf einen leicht abschüssigen Weg entlang einiger Brombeerhecken. Davon gibt es auf der gesamten Strecke übrigens reichlich. Schon bald geht es wieder bergauf und auf die zweite Straße zu, die diese Wanderroute kreuzt. Vorsicht: Bereits zwischen dem Landgut und der Überlandstraße können Autos entgegenkommen.

Ein Großteil der Strecke verläuft auf offenen Wegen, vorbei an Wiesen, Wäldern und Feldern.
Ein Großteil der Strecke verläuft auf offenen Wegen, vorbei an Wiesen, Wäldern und Feldern.  Foto: Klara Landes

Quellwasser im Heiligenbrünnlein in Neusaß wird heilende Wirkung zugesprochen

Weiter geht es entlang des Waldrands, bis man nach kurzer Zeit auf den Parkplatz und Eingang des Maislabyrinths Bieringen stößt. Vorbei am Mais verläuft die Strecke nach Neusaß. Das ist ein kleiner idyllischer Ort. „Neusaß gilt als die Urzelle des Klosters Schöntal“, heißt es auf der Internetseite der Gemeinde Schöntal. Hier soll einst ein Kloster gestanden haben. Nun befindet sich hier eine Wallfahrtskirche und das Heiligenbrünnlein. In einer Art Grotte fließt unterhalb einer Madonnenstatue Quellwasser in ein kleines Becken. Dem Wasser wird heilende Wirkung zugesprochen.

In Neusaß fließt unweit der Wallfahrtskirche Quellwasser in ein Becken. Darüber wacht eine Madonnenstatue.
In Neusaß fließt unweit der Wallfahrtskirche Quellwasser in ein Becken. Darüber wacht eine Madonnenstatue.  Foto: Klara Landes

Von Neusaß zum Kloster Schöntal: Auf dem Trampelpfad durch idyllische Landschaft

Aus Neusaß heraus führt ein Großteil der verbliebenen Strecke auf einem schmalen Trampelpfad. Das warme Gras in der Sonne, die aufgeschreckten Vögel und das verlassene Umspannhäuschen könnten auch als Filmkulisse dienen. Einige Meter später geht es dann auf dem schmalen Weg in einen lichten Wald, erst bergan, vorbei an einem großen umgestürzten Baum und bald schon wieder bergab. Vom Kloster Schöntal ist auch wenige Meter vor dem Ziel noch nichts zu sehen, dafür aber zu hören: Die läutenden Kirchenglocken verheißen, dass es bald geschafft ist. Und schon kurze Zeit darauf schlängelt sich der Weg aus dem Wald und auf die Ortsdurchfahrt zu in Richtung Kloster. Mittlerweile befindet sich hier eine Tagungsstätte.

Von Neusaß ist es nicht mehr weit zum Etappenziel. Auf einem idyllischen Pfad verläuft die Strecke vorbei an alten Obstbäumen und in Richtung Wald.
Von Neusaß ist es nicht mehr weit zum Etappenziel. Auf einem idyllischen Pfad verläuft die Strecke vorbei an alten Obstbäumen und in Richtung Wald.  Foto: Klara Landes
Kaum ist man aus dem Wald, da sieht man schon das Kloster Schöntal. Heute befindet sich darin eine Tagungsstätte.
Kaum ist man aus dem Wald, da sieht man schon das Kloster Schöntal. Heute befindet sich darin eine Tagungsstätte.  Foto: Klara Landes

Gold, Marmor und zahlreiche Figürchen in der Kirche im Kloster Schöntal bestaunen

Am Ziel der Etappe angelangt, können müde Wanderer im Gasthaus zur Post Kraft tanken. Alternativ befindet sich etwa auch im Klosterhof ein Café. Den krönenden Abschluss findet die kleine Pilgerreise in der Klosterkirche. Hier gibt es Gold, Marmor und zahlreiche Figürchen zu entdecken.

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