Jugendarbeit im Jugendhaus Giebelheide wird neu aufgestellt
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Stadt Niedernhall beendet Kooperation mit der St. Josefspflege Mulfingen im Jugendhaus Giebelheide. Das sind die Gründe und so geht es jetzt mit dem beliebten Treffpunkt weiter.
Im Jugendhaus Giebelheide gibt es ab 1. August keine Jugendarbeit mehr von der Mulfinger St. Josefspflege.
Foto: Götz Greiner
Das Jugendhaus auf der Niedernhaller Giebelheide ist Anlaufpunkt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gleichermaßen. Doch zwischen dem Verein Jugendhaus Giebelheide und der St. Josefspflege Mulfingen, die dort im Auftrag der Stadt Jugendarbeit betreibt, ist Sand im Getriebe. Unter anderem das hat nun dazu geführt, dass der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Auflösung des Kooperationsvertrags mit der St. Josefspflege zum 31. Juli dieses Jahres zugestimmt hat. Er gilt seit dem Jahr 2018.
Stadt Niedernhall beendet Kooperation mit der St. Josefspflege
Aber wie genau kam es nun zum Bruch? Nach einer Talsohle, in der das Jugendhaus wenig frequentiert war, gelang es im Jahr 2015 zunächst Jugendbegleiter Matthias Bartsch, wieder Leben in den Treffpunkt zurückzuholen. Als Bartsch aufhörte, setzte die Stadt über die Kooperation mit der St. Josefspflege Mulfingen die Jugendarbeit auf der Giebelheide fort. Jugendbegleiter war von da an Roland Schneider mit einer 20-Prozent-Stelle. Die restlichen 80 Prozent absolvierte er bei der St. Josefspflege. An zwei Tagen pro Woche, donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr, kümmerte Schneider sich um ein Angebot für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren.
Neben diesem Angebot nutzte auch der Verein Jugendhaus Giebelheide die Räume für Abendtreffs und Feierlichkeiten am Wochenende. Sinn und Zweck der Jugendarbeit durch die St. Josefspflege sei aus Sicht der Stadt gewesen, dass Jugendlichen auf der Giebelheide ein Angebot geschaffen wird und zudem die Jugendarbeit für den Jugendhaus-Verein dahingehend dienlich ist, dass die Heranwachsenden sich später auch im Verein engagieren.
Jugendarbeit im Jugendhaus Giebelheide wird nach Kooperationsende neu aufgestellt
Es habe sich jedoch von Beginn an gezeigt, dass sich die Nutzung des Jugendhauses durch beide Parteien – Verein und Jugendarbeit – nicht gut vertrage, erläutert Bürgermeister Achim Beck. Deshalb habe es im April einen gemeinsamen Termin gegeben mit allen Beteiligten und dem Gemeinderat, um die verschiedenen Sichtweisen zu diskutieren.
Nachgefragt bei der St. Josefspflege, bestätigt Geschäftsführer Rainer Friedrich: „Die unterschiedlichen Auffassungen zwischen dem Verein Jugendhaus Giebelheide und der Jugendarbeit der St. Josefspflege beruhen auf verschiedenen Interessen und Arbeitsansätzen. Die Zusammenarbeit und die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten haben sich in der Praxis als anspruchsvoll erwiesen und erfordern von allen Beteiligten ein hohes Maß an Koordination und Einsatz.“
Niedernhaller Verein will künftig selbst Jugendarbeit betreiben
Hinzu kam nun, dass Roland Schneider ohnehin ab August nicht mehr als Jugendbegleiter zur Verfügung gestanden hätte, da dieser sich „beruflich verändern wird“, wie in der Sitzungsunterlagen des Niedernhaller Gemeinderats zu lesen ist. Zudem habe die St. Josefspflege mitgeteilt, dass unter den gegebenen Umständen die Stelle nicht weiter besetzt werde. „Insofern müsste sich die Stadt Niedernhall entscheiden, ob der Verein oder die Jugendarbeit künftig das Jugendhaus nutzen soll.“ Und das hat die Stadt schließlich getan und den Vereinsinteressen Priorität eingeräumt. „Der Vorstand des Vereins hat auch signalisiert, künftig selbst teilweise die Jugendarbeit zu betreiben und das Jugendhaus auch für jüngere Personen unter 18 Jahren zu öffnen“, erklärt Achim Beck.
St. Josefspflege sieht Neuausrichtung in Niedernhall als konsequente Weiterentwicklung
Und die St. Josefspflege? „Aus unserer Sicht ist es nachvollziehbar, dass der Verein Jugendhaus Giebelheide künftig eine stärkere Verantwortung für die strukturierte Jugendarbeit übernehmen soll. Das stellt eine konsequente Weiterentwicklung dar und bietet die Möglichkeit, die Angebote klarer zu trennen und gleichzeitig weiterzuführen“, so Rainer Friedrich. „Die Optionen wurden im Vorfeld gemeinsam besprochen. Der nun gefasste Beschluss ist für uns folgerichtig, nachvollziehbar, transparent entstanden und entspricht dem gemeinsam erarbeiteten Verständnis“, betont er.
St. Josefspflege
Die St. Josefspflege Mulfingen ist ein kirchlicher Träger der Jugendhilfe mit Angeboten etwa für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, mit Schulsozialarbeit und Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, die zeitweise nicht in ihren Familien leben können. Die Josefspflege wurde 1854 als sogenannte „Kinderrettungsanstalt“ gegründet. Sie ist Träger der Bischof-von-Lipp-Schule in Mulfingen. Die Schule vereint zwei verschiedene Schularten in unterschiedlichen Gebäuden: die staatlich anerkannte Gemeinschaftsschule und das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.
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